Buchautor Prof. Dr. Hans-Jürgen Grabbe und Sylvia Ziegler, Vorsitzende der Wittenberger Bücherfreunde e.V. Foto: Wolfgang Gorsboth

Buchautor Prof. Dr. Hans-Jürgen Grabbe und Sylvia Ziegler, Vorsitzende der Wittenberger Bücherfreunde e.V. Foto: Wolfgang Gorsboth

26.03.2019

Die berufliche Existenz vernichtet, die Frau im KZ ermordet

Neues Buch beleuchtet Schicksal der Familie Bosse

Wittenberg (wg). „Die Familie Bosse hat das Leben in Wittenberg viele Jahre lang positiv beeinflusst“, sagte Oberbürgermeister Torsten Zugehör aus Anlass der Buchpräsentation „Verleumdet, verfolgt, vertrieben – Der Wittenberger Arzt Paul Bosse und seine Familie 1900-1949“, welches der emeritierte Professor für angloamerikanische Kulturwissenschaft, Dr. Hans-Jürgen Grabbe, geschrieben hat. Im Fokus steht Dr. Paul Bosse (1881-1947), der von 1920 bis 1935 ärztlicher Leiter des Paul-Gerhardt-Stiftes war und 1935 die private Entbindungsklinik eröffnet hatte. 

Ursprünglich wollte Grabbe das Buch „A Haven from Hitler“ („Zuflucht vor Hitler“) des walisischen Autors Heini Gruffudd, Enkel von Paul und Käthe Bosse, übersetzen, nach drei Jahren intensiver Recherchen ist ein vollständig neues Buch entstanden, in dem der Autor auch mit einer Reihe von Gerüchten aufräumen konnte, die bis heute durch die Lutherstadt geistern. 

Dazu gehört die Unterstellung, Paul Bosse sei wegen überzogener Gehaltsforderungen als Direktor des Paul-Gerhardt-Stiftes 1935 entlassen worden, ganz im Gegenteil: Er hatte sogar einer Gehaltskürzung zugestimmt. Auf Grund seiner Leistungen als Arzt – bei den Olympischen Spielen 1936 wirkte er als Mannschaftsarzt der deutschen Sprint-Staffel – blieb die Familie Bosse bis 1944 relativ unbehelligt, nach dem Hitler-Attentat wurde jedoch Käte Bosse wegen ihrer jüdischen Herkunft verhaftet und 1944 im KZ Ravensbrück ermordet. 

Das von Grabbe geschriebene Buch zeigt auf erschütternde Weise, wie im NS-Staat missliebige Personen ausgegrenzt und verfolgt wurden und beleuchtet damit ein wichtiges Kapitel deutscher Zeitgeschichte, die nicht 1945 endet, denn einige der nach Wittenberg zurückgekehrten Familienmitgliedern sahen sich schon bald Repressalien der SED ausgesetzt. 

Hinweis 

Das Buch erscheint im April, eine öffentliche Präsentation mit dem Autor gibt es am Freitag, dem 5. April, von 16 bis 18 Uhr im Großen Hörsaal der Leucorea. Dazu laden die Wittenberger Bücherfreunde ein, der Förderverein hatte das Buchprojekt begleitet und Fördermittel eingeworben.




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