Petra Henkelmann an den ersten Pfosten, die für den neuen elektrischen Schutzzaun gesetzt worden sind. Foto: Wolfgang Gorsboth

Petra Henkelmann an den ersten Pfosten, die für den neuen elektrischen Schutzzaun gesetzt worden sind. Foto: Wolfgang Gorsboth

16.03.2019

NABU-Zentrum wird mit einem Schutzzaun vor Wölfen gesichert

Henkelmann: „Wir sind pro Wolf, aber nicht blauäugig“

Wittenberg (wg). Das gesamte Gelände des NABU-Zentrums „Am Stadtwald“ wird mit einem Herdenschutzzaun gesichert, zum Frühlingsfest am 24. März sollen die Arbeiten beendet sein. „Der Wolf ist da und stellt auch uns vor Herausforderungen“, erklärt Petra Henkelmann, Leiterin des NABU-Zentrums, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. „Dieser Zaun soll unseren Tierbestand schützen und gleichzeitig als Schauanlage für Landwirte und Hobbyhalter dienen.“

Regelmäßig ist der NABU mit Infoständen unterwegs, um für effektiven Herdenschutz zu werben. „Wir sind pro Wolf, aber nicht blauäugig“, betont Henkelmann und kritisiert, dass in Sachsen-Anhalt Tierhalter nur unzureichend vom Land unterstützt werden: „Für mobile Schutzzäune gibt es aktuell kein Geld und die derzeit gültige Förderrichtlinie gilt zwar für Schafe, Ziegen und Gatterwild, nicht aber für Rinder- bzw. Mutterkuhhaltung.“ 

Wölfe sind sowohl intelligente als auch opportunistische Wildtiere und bevorzugen die Nahrung, die am leichtesten zu erbeuten ist. „Mit jedem Riss lernt der Wolf, dass es viel leichter ist, ungeschützte Nutztiere zu erlegen“, weiß Henkelmann, "Tierhalter sollten ihre Herden rechtzeitig schützen und nicht erst, wenn Wolfsrisse passiert sind."

Herdenschutz sei teuer und mit viel Arbeit verbunden. Landwirte, die häufiger umkoppeln, hätten einen enormen Aufwand. „Ohne angemessene finanzielle Unterstützung wird man keine Akzeptanz für den Wolf schaffen“, so Henkelmann. 

Nötig ist eine schnelle Eingreiftruppe 

Dazu zähle auch eine auskömmliche und unbürokratische Entschädigung im Falle von Wolfsrissen: „Nur durch Prävention und Kompensation von Wolfsübergriffen auf landwirtschaftliche Tiere lassen sich Artenschutz und Weidetierhaltung in Einklang bringen.“ Außerdem brauche es eine schnelle Eingreiftruppe, die auf Anforderung sofort tätig wird: „Solche Eingreiftruppen müssen flächendeckend gebildet und professionalisiert werden“, rät Henkelmann. 

Da es sich beim NABU-Zentrum „Am Stadtwald“ um ein Schaugehege handelt, gibt es für die Errichtung des Schutzzaunes keine Förderung. „Wir können nicht warten, bis etwas passiert“, sagt Henkelmann, man müsse mit durchziehenden Wölfen rechnen. 

Hoher Sanierungsbedarf 

Viele freiwillige Helfer haben bei Arbeitseinsätzen im Bereich des Vorplatzes den Zaun des Schafgeheges teilweise erneuert, ebenso einen neuen Zaun für das Ziegengehege gezogen. Bereits im vergangenen Jahr konnte im Rahmen eines internationalen Workcamps das Gehege der Kamerunschafe mit einem neuen Zaun versehen werden. 

„Wir haben trotzdem einen enormen Sanierungsbedarf“, berichte Henkelmann, „an allen Holzkonstruktionen gibt es morsche Stellen.“ Die Reparaturen müssten über Spenden finanziert werden. 

Tierischer Zuwachs 

Friedolin, Ferdinand und Franz heißen drei bretonische Zwergschafe, die Neuzugänge stammen aus Privatbesitz und mussten abgegeben werden. Vermehrt haben sich die Wildschweine, die Besucher können sich auf sechs quicklebendige Frischlinge freuen. Gerne würde das NABU-Zentrum einige Frischlinge abgegeben, Interessenten sollten sich melden.




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