Das neue Spezialfahrzeug des Entwässerungsbetrieb der Lutherstadt Wittenberg im Einsatz vor dem Kurhaus in Bad Schmiedeberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Das neue Spezialfahrzeug des Entwässerungsbetrieb der Lutherstadt Wittenberg im Einsatz vor dem Kurhaus in Bad Schmiedeberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

16.03.2019

Wittenberg, Bad Schmiedeberg und Kemberg planen engere Zusammenarbeit

Neues Spezialfahrzeug für die Abwasserentsorgung

Bad Schmiedeberg (wg). Vor der schönen Kulisse des Jugendstilkurhauses wurde ein neues Kapitel der interkommunalen Zusammenarbeit aufgeschlagen zwischen dem Entwässerungsbetrieb der Lutherstadt Wittenberg (ELW), dem Abwasserzweckverband (AZV) Elbaue-Heiderand sowie den Städten Wittenberg, Bad Schmiedeberg und Kemberg. Ziel: Durch gemeinsames Handeln die Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen. Vorgestellt wurde das neue, 380.000 Euro teure Saug- und Spülfahrzeug des ELW.

„Wir vertiefen unsere Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen“, erklärte Hans-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Wittenberg und ELW-Betriebsleiter, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Seit dem 26. Oktober 2018 sei eine neue und rechtssichere Zweckvereinbarung in Kraft, welche die Kooperation auf eine solide und zukunftsfähige Grundlage stelle. 

„Der Entwässerungsbetrieb stellt seine technischen Kompetenzen samt sächlicher und personeller Ressourcen für den Bereich Kanalnetze bereit“, sagte Herrmann, „und der AZV seine Kompetenzen und Ressourcen bei der Entsorgung dezentraler Kleinkläranlagen.“ ELW und AZV seien für ein Gebiet von 630 Quadratkilometern zuständig, da sei es aus Effizienzgründen geboten, sich der gegenseitigen Kernkompetenzen für das gesamte Entsorgungsgebiet zu bedienen. 

„Mit Blick auf die demografische Entwicklung geht es auch darum, gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land langfristig bei akzeptablen Kosten zu sichern“, erklärte Herrmann und Kembergs Bürgermeister Torsten Seelig (CDU) bestätigte: „Die Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg ist ein entscheidender Schlüssel für die Zukunft unserer ländlichen Regionen.“ 

Die Zusammenarbeit bleibt dabei nicht nur auf die Abwasserentsorgung beschränkt, wie Bad Schmiedebergs Bürgermeister Martin Röthel (SPD) betonte: „Perspektivisch geht es um die Fusion des AZV Elbaue-Heiderand mit den flächenkongruenten Trinkwasserverbänden Kemberg-Pratau und Heiderand.“ Dies sei wichtig, um in Zukunft Fördermittel in Anspruch nehmen zu können, denn das Land verlange als Voraussetzung für eine Förderung die Bildung größerer und effizienterer Strukturen.“ 

Dass es dabei immer auch um Kosten geht, zeigt die Neuanschaffung des Spezialfahrzeugs, in das der ELW 380.000 Euro investiert hat. Dieses gewährleistet mit Saug- und Spülleistung eine effizientere Nutzung, denn das 25 Jahre alte Vorgängerfahrzeug verfügte nur über Saugfunktion, das heißt, für die regelmäßige Reinigung mit Saugen und Spülen waren in der Vergangenheit zwei Fahrzeuge mit je zwei Mann Besatzung im Einsatz. 

„Das neue Fahrzeug wird künftig Pumpwerke im Entsorgungsgebiet von ELW und AZV reinigen“, berichtete Peter Grasenack, Leiter Abteilung Kanalnetz beim ELW. Die Unterhaltung des Kanalnetzes sei eine anspruchsvolle Arbeit, die hochwertige und komplexe Technik sowie speziell auf diese geschultes Personal erfordere. 

Nach der Ausschreibung dauert es 18 Monate bis ein solches Spezialfahrzeug an den Auftraggeber ausgeliefert werden kann. „Jedes Fahrzeug ist ein Unikat“, erläuterte Grasenack. „Nur die Mercedes-Karosserie ist identisch, alle Aufbauten erfolgen nach den detaillierten Vorstellungen der Auftrageber.“ Das Fahrzeug verfügt über 430 PS und acht Kubikmeter Fassungsvermögen, die je nach Bedarf für Saug- und Spülfunktionen genutzt werden können dank der mobilen Innentrennwand. 

Der Spülschlauch ist 160 Meter lang und leistet bis 170 Bar Druck, der Saugschlauch ist 25 Meter lang und arbeitet mit Vakuum-Saugpumpe. Die Saugleistung beträgt 1.300 Kubikmeter pro Stunde.





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