Die in Coswig für die Familie Rheinhold verlegten Stolpersteine (Ausschnitt) sind gestohlen worden. Am 20. März werden neue Stolpersteine vor dem Haus Berliner Straße 4 verlegt. Foto: Archiv

Die in Coswig für die  Familie Rheinhold verlegten Stolpersteine (Ausschnitt) sind gestohlen worden. Am 20. März werden neue Stolpersteine vor dem Haus Berliner Straße 4 verlegt. Foto: Archiv

14.03.2019

Coswig will ein Zeichen gegen Völkermord und Rassismus setzen

Nach dem Diebstahl: Stolpersteine werden neu verlegt

Coswig (WiSo). Gemeinsam mit Schülern des Lucas-Cranach-Gymnasiums Wittenberg, Stadträten der Stadt Coswig und Bürgern werden am Mittwoch, dem 20. März, um 17 Uhr neue Stolpersteine an ihrem alten Standort in der Berliner Straße 4 verlegt. 

Zu diesem Anlass sprechen Bürgermeister Axel Clauß (parteilos), Pfarrer i.R. Dietrich Bungeroth, für die kulturelle und musikalische Umrahmung sorgen die Schüler. Alle sind herzlich zu diesem Termin eingeladen, um erneut ein Zeichen gegen Völkermord und Rassismus und für eine friedliche Welt zu setzen.

Die Neuverlegung wurde erforderlich, weil Unbekannte die insgesamt fünf Stolpersteine im November 2018 gestohlen hatten. Strafanzeige wurde gestellt und der Staatsschutz des Polizeireviers Wittenberg nahm die Ermittlungen auf. Alle Fraktionen des Coswiger Stadtrates zeigten sich über diese Straftat empört. In kürzester Zeit wurden Spendenmittel für die Ersatzbeschaffung der Stolpersteine zur Verfügung gestellt. 

Im Jahr 2012 hatte eine Schülergruppe des Lucas-Cranach-Gymnasiums das Leben der Juden in Coswig (Anhalt) erforscht. Im Ergebnis dieser Arbeit schlugen die Jugendlichen dem Stadtrat im November 2012 vor, Stolpersteine für die Mitglieder der Familie Rheinhold als Mahnzeichen in Erinnerung an die Gräueltaten in der Zeit des Nationalsozialismus zu setzen. 

Am 3. Dezember 2013 wurden vom Künstler Gunter Demnig im Beisein von Stadträten, Schülern und Coswiger Bürgern fünf Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Rheinhold in der Berliner Straße 4 verlegt. 

Heinz Emil Max Rheinhold wurde 1894 in Celle geboren und 1938 wegen „Rassenschande“ verhaftet und ins Coswiger Zuchthaus gesteckt, 1942 nach Polen deportiert und von den Nazis ermordet. Seiner Familie gelang 1938 die Flucht nach England. Die Berliner Straße 4 war der letzte, selbst gewählte Wohnsitz der Familie Rheinhold.




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