Die Schlosskirche in Annaburg wird Schauplatz der dritten Stifel-Festspiele sein. Foto: Wolfgang Gorsboth

Die Schlosskirche in Annaburg wird Schauplatz der dritten Stifel-Festspiele sein. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.03.2019

Der neue Kulturverein "AKUT" übernimmt die Trägerschaft

Stifel-Festspiele in Annaburg gehen weiter mit „Stifels Formel“

Annaburg (wg). Die Stifel-Festspiele gehen weiter: Die dritte Auflage trägt den Titel „Stifels Formel.“ Das Drehbuch hat erneut Markus Schuliers geschrieben, der Chef des Wittenberger Theaterjugendclubs „Chamäleon“ führt auch wieder Regie. Die Proben beginnen am 6. März, die Premiere wird am 2. Oktober in der Schlosskirche stattfinden. 

Träger der Inszenierung ist der neu gegründete Annaburger Kultur- und Theaterverein (AKUT) e.V. mit seinen fast 20 Mitgliedern, Vorsitzender ist Ron Winkler, ein Musiker (Drehleier), der vor 30 Jahren nach Annaburg kam und in den beiden „Stifel“-Produktionen mitwirkte. „Anfang 2016 kam uns im Rahmen der Lutherdekade die Idee, dass Pfarrer Michael Stifel und der von ihm vorhergesagte Weltuntergang ein Pfund ist, mit dem Annaburg wuchern kann“, berichtet Ron Winkler im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Pfarrer Michael Stiefel war ein Zeitgenosse Luthers, durch die Vermittlung des Reformators erhielt Stifel das Pfarramt in Lochau, wie Annaburg damals hieß, und er traute ihn auch mit der Witwe seines Vorgängers Franz Günther. Luther versuchte vergebens, dem mathematisch ambitionierten Lochauer den Weltuntergang auszureden. 

2017 wurde im Schlosshof „The Walk of Fame des Michael Stifel“ aufgeführt, 2018 „...und morgen geht die Welt unter“ in der Annaburger Schlosskirche, die als Spielort Akteure wie Publikum gleichermaßen begeisterte, hier wird es auch die dritte Premiere geben. 

„Aus dem Theaterspielen hat sich eine Gemeinschaft von Kulturbegeisterten entwickelt“, sagt Winkler. „Wir wollen zum einen die Stifel-Festspiele fortführen, zum anderen dazu beitragen, dass kulturelle Leben in Annaburg insgesamt zu bereichern.“ Weitere Projekte seien angedacht wie Lesungen, Konzerte und Ausstellungen in Kooperation mit bereits bestehenden Vereinen. 

„Bei uns kann jeder mitmachen und sich einbringen, eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich“, so Winkler. So benötige man für die „Stifel“-Inszenierungen nicht nur Leute auf der Bühne, sondern auch Mitstreiter hinter der Bühne, die sich um das Bühnenbild, Technik, Kostüme und Maske kümmern. Als nächstes Ziel will der Verein einen eigenen Fundus an Requisiten und Kostümen aufbauen, sich außerdem einen Grundstock an eigener Bühnentechnik wie Mischpult und Mikrophone zulegen, dafür bedarf es Sponsoren. 

Eine saftige Komödie

Das neue Stück „Stifels Formel“ sei, so Autor Schuliers „eine saftige Komödie.“ Der Weltuntergang, den Stifel für den 19. Oktober 1533 um 8 Uhr berechnet hatte, fiel bekanntlich aus und der Pfarrer musste in Schutzhaft genommen werden. Stifel war danach noch Pfarrer in Holzdorf und studierte in Wittenberg Mathematik, 1559 wurde er an der Universität Jena der erste Professor für Mathematik. 

Und genau hier setzt das Stück mit seinen drei Akten à je drei Bildern an: Studenten wollen sich an der Uni Jena einschreiben, darunter eine Studentin, die sich als Mann verkleidet, außerdem bekommt Stifel Besuch von drei Furien aus Lochau, die ihn verfolgen, will er mit seiner Untergangsprophezeiung einen Trümmerhaufen hinterlassen hat. Auch Cranach taucht auf, ihm schuldet Stifel Geld. 

„Es entwickelt sich eine turbulente Komödie, die angesiedelt ist zwischen ‚Charlys Tante’ und Shakespeares ‚Sommernachtstraum’“, verspricht Schuliers. Die Handlung spielt in Kaspers Kneipe, Stifels Stube und einem Park. Am Ende taucht auch noch Martin Luther auf, der alles zu einem guten Ende führt. 

Der Titel des Stücks „Stifels Formel“ bezieht sich auf die Herstellung magischer Quadrate beliebiger Größe, die Stifel in seiner „Arithemtica Integra“ beschreibt – eine frühe Form des Sudoku: In einem magischen Quadrat kommt jede Zahl nur einmal vor, wobei jede Zeile, jede Spalte und die beiden Hautdiagonalen die gleiche Summe aufweisen. 

In „Stifels Formel“ werden wieder viele bewährte Laiendarsteller mitwirken, so ist Reiner Zahn als Michael Stifel fest gebucht. Die Kinder der Annaburger Grundschule bringen sich ebenso ein wie die Stadtwache, der Posaunenchor, der Forstliche Gesangverein und die Line Dancer. Den Reformator Luther verkörpert Annaburgs Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer. 

Nach der Premiere am 2. Oktober gibt es eine weitere Vorstellung am 3. Oktober in der Schlosskirche und erstmals überlegen die Annaburger, eine dritte Aufführung anzusetzen, da die Resonanz in den Vorjahren sehr gut war.




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