20.02.2019

Studenten der TU Berlin entwickelten Gestaltungsstrategien

Visionen als Samenkörner für die Entwicklung Coswigs

Coswig (wg). Sandra Kaden und Patricia Kaschwig von der Arbeitsgruppe „Produktives Coswig“ haben eine Zeitungsseite aus der Zukunft kreiert: „Coswig: Produktivität und Gemeinschaft. Wie aus einem kleinen unscheinbaren Städtchen eine produktive Stadt wurde“ titelt der Berliner Tagesspiegel am 11. Juli 2039. Weiter heißt es: „Sinkende Einwohnerzahlen und Leerstand? Nein danke! Das sagte sich Coswigs Bürgermeister vor 20 Jahren, als die Kleinstadt in Sachsen-Anhalt weiterhin zu schrumpfen drohte.“ 

Im Folgenden ist die Rede davon, wie in Coswig durch intensive Bürgerbeteiligung eine aufblühende Gemeinschaft entstand, die dank zugkräftiger Marketing-Kampagnen im Internet auch Pioniere von außerhalb anlockte. Co-Working-Spaces wurden geschaffen, gemeinschaftliche Angebote entwickelt und der Fokus auf regionale Ressourcen gelegt. Im Jahre 2039 ist Coswig eine aufstrebende Kleinstadt mit einer sehr produktiven Community... 

„Wir haben 2018 den Kontakt zur TU Berlin gesucht“, berichtete Michael Stephan, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Coswig, „damit Ortsfremde unsere Stadt in den Blick nehmen und zum Thema ‚Schaffen von neuen Perspektiven – Zuwandern vs. Abwandern’ Ideen entwickeln.“ 

Bildung als zentrales Thema der Stadtplanung 

Das Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen der TU Berlin bot seine Unterstützung an und entwickelte unter Leitung von Dr. Grit Bürgow und Dr. Marta Brkovic das Bachelor-Auftragsprojekt „Future School? Village!“ Untersucht haben die Studenten, wie Bildung in seinen vielfältigen Facetten zum zentralen Faktor der Stadtplanung im ländlichen Raum und so zum Impuls und Motor für die Entwicklung schrumpfender Regionen werden kann. 

In den sechs Projektteams haben die Studenten anhand der fünf Orte Innenstadt, Schloss, Naturparkzentrum, Industriegebiet sowie die Kernstadt und ihre Dörfer räumlich konkrete Gestaltungsstrategien entwickelt. Entstanden sind Visionen von der essbaren und produktiven Stadt Coswig über die Wiederbelebung des Schlosses bis hin zum Umbau des Industriegebietes in ein Campus-Areal. Als übergeordnetes Leitbild soll Coswig zur Naturparkstadt werden. 

„Es sind Visionen“, sagte Dr. Bürgow, „aber es sind vielleicht auch erste Samenkörner, erste Impulse für eine neue Art stadt-ländlichen Wachstums.“ Für alle Projekte gilt, dass die Bewohner in den Planungsprozessen voll inkludiert sind und dass die Stadtgemeinschaft durch Kooperation und Austausch gestärkt wird. 

Produktion und Gemeinschaft zusammenführen 

Größtes Problem in Coswig ist der Leerstand insbesondere in der Friederikenstraße, die einmal die wichtigste Einkaufsstraße war. Die Studenten wollen sie und die Innenstadt beleben – zum einen durch das Projekt „Essbares Coswig“ von Viviana Dorfmann und Jonathan Paul. Es entstehen Gemeinschaftsgärten als Bildungs- und Produktionsorte, Bürger legen in der Innenstadt Hochbeete an, neue grüne Aufenthaltsorte und ein Nachbarschafts-Café werden geschaffen. Das Interesse, so die beiden Studentinnen, an nachhaltiger Lebensweise mit der Möglichkeit, sich selbst zu versorgen, nehme zu, gemeinschaftliches Gärtnern liege im Trend. 

Zum anderen durch das Projekt „Produktives Coswig“, entstehen könnten offene Werkstätten für Profis und Laien, ein Repair-Café, in dem Dinge des Alltags selbst repariert werden statt sie wegzuwerfen, die Ansiedlung kleinteiliger Produktionsstätten sowie Schauwerkstätten/Manufakturen, wozu sich die oft kleinteiligen Häuser mit ihren Hinterhöfen gut eignen. 

Paula Cibis und Nina Buse haben sich zum Ziel gesetzt, dass Schloss als prägnantestes Gebäude der Stadt aufzuschließen, wohl wissend, dass der Privatbesitz und der hohe Sanierungsbedarf Grenzen setzen. Mit einer mobilen Fassadenbegrünung, die denkmalsschutzrechtlich möglich wäre, erhält das Objekt als „Grünes Schloss“ ein Alleinstellungsmerkmal. Durch Food-Trucks, Freilichtkino und Kulturveranstaltungen am Schloss soll dieses seinem Dornröschenschlaf entrissen und zu einem Ort werden, mit dem sich die Coswiger wieder identifizieren können.

Grüne Pfade und ein Campus 

Die Natur in die Stadt bringen, Coswig als Einfallstor in den Naturpark Fläming profilieren wollen Dario Paß und Florian Belz mit ihrem Projekt „StadtGrün statt StadtGrau“. Um grüne Pfade durch die Stadt zu schaffen, wird temporäres Sitzmobiliar installiert, sogenannte Parklets, die auch bepflanzt werden können, am Markt entstehen Pergolen und an der Elbe ein Naturpark-Café als Treffpunkt für Einheimische und (Rad-)Touristen. 

Dazu passt auch das Projekt „Coswig in Bewegung“ von Adi Cohen und Lena Hach, mit dem im Naturpark, aber auch mit Blick auf die Verbindung Stadt und Dörfer umweltfreundliche Vernetzungen geschaffen werden unter anderem durch die Stärkung einer Mitfahrkultur und durch Bike-Sharing-Angebote. Die beiden Studentinnen wollen Räume kreieren, in denen sich Menschen frei bewegen (spielen, laufen, radeln, skaten) und austauschen können, die Identität schaffen und gemeinsames Lernen ermöglichen. 

Um Lernen geht es auch Björn Wedekind und Victor Wiesmann mit „Collaboration Campus Coswig (CCC)“, mit dem das brachliegende Industriegebiet neuer Produktivität und Innovationen zugeführt werden soll. Angedacht ist ein Mikro-Campus für praxisnahe Forschung und Lehre in Kooperation mit regionalen Unternehmen. Die Studenten und ihre Dozenten nutzen den Campus für einen zweisemestrigen Aufenthalt als Außenstelle ihrer jeweiligen Universität.




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