08.02.2019

Stadtwehr und Werkswehr kooperieren auf Augenhöhe

Rinke-Gutachten zur Feuerwehr erfolgreich umgesetzt

Wittenberg (wg). „Wir sind 2018 an den Start gegangen und nach einem Jahr mit besonders vielen (Groß-)Einsätzen können wir resümieren, dass die Neustrukturierung der kommunalen Feuerwehr und damit die Umsetzung des sogenannten Rinke-Gutachtens erfolgreich bewältigt wurde“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Zugehör. 

Das spräche sowohl für die gute Vorbereitung, als auch für die Richtigkeit eines Vorhabens, das landesweit Modellcharakter hat: Der Umzug der Hauptamtlichen Wachbereitschaft von Teuchel an den neuen Standort auf dem SKW-Gelände, wo das Chemieunternehmen eine großzügige und funktionale neue Hauptwache errichtete, in die sich die Stadt eingemietet hat. 

„Der Weg dorthin war indes ein langer“, wie Zugehör betont, denn die Werksfeuerwehr von SKW musste in die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) der Hauptamtlichen Wehr der Stadt integriert werden, wozu das Innenministerium die Werksfeuerwehr-Verordnung des Landes ändern musste. Vorher durfte zwar die Stadtwehr auf dem Firmengelände tätig werden, nicht aber die Werkswehr auf kommunalem Terrain. 

„Wir haben jetzt ein kameradschaftliches Miteinander auf Augenhöhe“, versichert Gerd Geier, Fachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz. Durch die Kooperation wird die Dienststärke der Hauptamtlichen Wache verstärkt, aber: „Kein Kamerad wurde wegen dieser Kooperation entlassen“, stellt der OB klar. 

In der letzten Fassung des Rinke-Gutachtens wurden als Standort-Varianten SKW und die Fröbelstraße (ehemaliges BMK-Gelände) geprüft. Der Altstandort Teuchel entsprach weder wirtschaftlich (hoher Investitionsstau) noch mit Blick auf die veränderte Gefahrenlage den Anforderungen: Die Zahl der Bewohner des Neubau-Quartiers hatte drastisch abgenommen und mit der positiven Entwicklung des Agrochemie-Parks stellten sich dort neue Herausforderungen. 

Bei der Vorzugsvariante wurden unter anderem als Kriterien die planerische Gebietsabdeckung, die Abdeckung der Einsatzschwerpunkte wie Schiene und Straße sowie die Abdeckung der Schwerpunktobjekte wie Kliniken und Pflegeheime untersucht. Im Ergebnis empfahlen die Gutachter den Bau einer neuen Feuerwehrwache am Standort SKW, Baubeginn war 2016 und die Fertigstellung erfolgte im Dezember 2017.

Durch die Kooperation mit der Werkswehr können vor allem bei zeitkritischen Einsätzen am Tage, wenn die Freiwilligen Wehren aufgrund der Berufstätigkeit ihrer Kameraden eine geringere Verfügbarkeit haben, die Kräfte optimiert werden. „In quartalsweisen Beratungen mit der Werksfeuerwehr wird die AAO regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und werden notwendige Anpassungen vorgenommen“, so Geier. 

Damit wird auf veränderte Bedingungen reagiert, wenn sich zum Beispiel neue Einsatzschwerpunkte ergeben wie durch den Neubau einer Schule. „Da die Nachtverfügbarkeit der Freiwilligen Wehren ausreichend ist, benötigen wir den Ergänzungstrupp der SKW-Werkswehr in der Regel ab 18 Uhr nicht mehr“, erläutert Geier. Bei entsprechenden Szenarien (Großbrand im Krankenhaus) hat der Fachbereichsleiter allerdings Zugriff auf die gesamte Werkswehr, ein Funkspruch genügt.

Zu dem neuen Komplex in der Waldstraße in Piesteritz gehört neben der Werksfeuerwehr von SKW und der Hauptwache der städtischen Feuerwehr noch ein Ausbildungsgelände des Landkreises, dort können die Wehren des Kreises trainieren. Alles in allem vorbildliche Bedingungen, die in dieser Form in Sachsen-Anhalt einmalig sein dürften.




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