05.02.2019

Neues Kinderstück lebt den interkulturellen Austausch

TJC: Mit Kunst und Kultur gegen Rechtsextremismus

Wittenberg (wg). „Wir wollen das breite Spektrum der Kunst und Kultur nutzen, um auf rechtsextremes, antidemokratisches Gedankengut und die damit verbundenen Gefahren für die gesellschaftliche Entwicklung hinzuweisen“, erklärt Markus Schuliers, Chef des Theaterjugendclubs (TJC) Chamäleon, in dessen Trägerschaft sich auch das Mehr-Generationen-Haus (MGH) befindet, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. 

Die Rechte habe die Willkommenskultur des Jahres 2015 diskreditiert und die Stimmung im Land vergiftet mit der Konsequenz, dass die repressivste Flüchtlingspolitik in der Geschichte der Bundesrepublik als „vernünftige“ Realpolitik verkauft wird. „Abschottung und Ausgrenzung sind ebenso die Folgen wie die Normalisierung völkisch-nationalistischer und rassistischer Positionen“, kritisiert Schuliers. 

Die Konsequenzen seien längst auch in der Stadt spürbar, erinnert Schuliers an die unsachliche Diskussion um das Flüchtlingsboot am Schwanenteich, das vom AfD-Stadtrat Dirk Hoffmann als „Schrott“ diffamiert wurde, den es zu „entsorgen“ gelte oder jüngst der unsägliche Antrag von NPD-Stadtrat Danilo Wessel für eine Mahntafel am Eingang des Arsenal zum Gedenken an den angeblich „ermordeten“ Marcus Hempel. In dem Antrag wurden Justiz und Politik auf das Übelste diffamiert. 

„Rechtsstaatliche Standards ignorieren bzw. aushöhlen und Hetzern ein Ziel geben, so bereitet man den Weg für eine Verrohung in der Politik bis hin zu Pogromstimmung“, warnt Schuliers. „Vor allem mit Blick auf die bevorstehende Kommunal- und Europawahl sowie den drei ostdeutschen Landtagswahlen wollen wir uns als TJC positionieren.“

Interkultureller Austausch im Theaterspiel

Den Auftakt macht die Premiere von „Sheherazade in Deutschland“ am 2. März um 17 Uhr sowie am 3. März um 11 Uhr in der Phönix Theaterwelt Wittenberg. Das Stück aus der Feder von Schuliers wird über die „Aktion Mensch“ gefördert, daran beteiligt sind Kinder und Jugendliche aus Deutschland, Syrien, Russland, Moldawien und Rumänien – gelebter interkultureller Austausch. 

Ein Mädchen aus Syrien, gespielt von Salva, die die Friedrichstadtschule besucht, sucht in Deutschland ihren Cousin, dargestellt von Ahmad Ehmad, der bereits in einigen TJC-Produktionen zu sehen war. Dem Mädchen schließt sich eine illustre Truppe (TJC-Kids) an, ähnlich wie in „Emil und die Detektive“. Die erste Station spielt in einem Biergarten in München, die zweite auf einem Fischmarkt in Hamburg und die dritte im Karneval in Köln. In Köln erfahren die Kinder, dass sich der gesuchte Cousin in Wittenberg aufhält, wo er einen Döner-Imbiss betreibt... 

Für das Stück konnte Schuliers Mike Beulich gewinnen, vielen Wittenbergern noch vom ehemaligen Mitteldeutschen Landestheater bekannt, es spielt alle „deutschen Typen“ – vom Schuhplattler über den Fischesser bis hin zum Karnevalsvampir. „In dem Stück werden Vorurteile und Klischees entlarvt“, verrät Schuliers, „es ist ein Kinderstück in der Tradition unserer bisherigen Produktionen wie ‚Aladin meets Schneewittchen’.“ 

Zur Zeit kommen 32 Kinder im Alter von acht bis 12 Jahren regelmäßig in den TJC: „Eine gute Basis für die Zukunft, denn wir wollen einige ältere, erfolgreiche Produktionen mit Blick auf die aktuelle politische Entwicklung wieder in unseren Spielplan aufnehmen.“ 

Damit meint der TJC-Chef Stücke wie „Schießt die Schweine tot...“, eine theatralische Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds, die sich mit Tätern, Opfern und deren Umfeld auseinandersetzt sowie „Es geht eine dunkle Wolke heran...“, ein Stück, das an den Beispielen des Dreißigjährigen Kriegs, der Reichspogromnacht und des Islamischen Staats zeigt, wie Kinder und Jugendliche so manipuliert werden, dass sie selbst vor rohester Gewalt nicht zurückschrecken. 

Spiel & Spaß im MGH

Künftig ist an jedem dritten Freitag im Monat im MGH „Spiel & Spaß“ angesagt, das Format ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Spielenacht. „Wir verlegen den Beginn auf 16 Uhr vor“, berichtet MGH-Projektleiterin Martina Matussek, „so wollen wir gezielt auch Familien mit jüngeren Kindern ansprechen.“ 

Das MGH verfügt über eine sehr große und vielfältige Spielesammlung, darunter beliebte Gesellschaftsspiele, Brett- und Kartenspiele – für jeden Geschmack dürfte garantiert das Richtige dabei sein. „Spiele-Gemeinschaften, die zu Hause keinen Platz haben, sind bei uns ebenso gerne gesehen wie der Schachspieler, dem der Schachpartner fehlt“, so Matussek. Angedacht seien auch Quiz-Nachmittage, bei denen es kleine Preise zu gewinnen gibt. 

Auch Freunde des Billard, Dart und Wii kommen im MGH auf ihre Kosten. Ob mit der Familie, Freunden, allein oder in Gruppen, jeder ist herzlich willkommen und findet den richtigen Spielpartner. Auftakt ist am Freitag, dem 22. Februar um 16 Uhr, nähere Infos und Anmeldung unter Tel.: 03491/45 47 997 (Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr).




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