05.02.2019

Vor-Ort-Termin mit OB Torsten Zugehör

Schmilkendorfer sind stolz auf ihren schönen Ort

Schmilkendorf (wg). „Wir haben ein schönes Dorf und darauf können wir stolz sein“, erklärt Ortsbürgermeister Horst Georgi beim Vor-Ort-Termin mit Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Dank idealer Fördermittelkonditionen nach der Wende seien alle Straßen durchsaniert und viele private Hausbesitzer hätten zudem vom Dorferneuerungs-Programm profitiert. 

Mit Ausnahme der ehemaligen Gaststätte gibt es keinen Leerstand, im Gegenteil, es fehlt Wohnraum für Familien mit Kindern. Vor etlichen Jahren musste der Kindergarten geschlossen werden, weil es nur noch fünf Kinder im Ort gab, heute sind es 27 von insgesamt 219 Einwohnern, damit ist das 1311 erstmals urkundlich erwähnte Schmilkendorf die kleinste Ortschaft der Lutherstadt Wittenberg.

 „Ein unglaublich starkes Engagement“, bescheinigte OB Zugehör der seit 177 Jahren bestehenden Freiwilligen Feuerwehr, die das „kulturelle Zentrum des Ortes“ bilde. Der Feuerwehrverein verzeichnet 74 Mitglieder, davon 18 aktive Kameraden im Erwachsenenalter und 13 Jugendliche, seit 2009 hat der Ort sogar eine Kinderfeuerwehr. 

„Als die Wende kam, hatte Schmilkendorf keine Trinkwasserversorgung“, erinnerte Dr. Peter Lubitzsch, der Prokurist der Stadtwerke ist stellvertretender Ortsbürgermeister. Die Wasserversorgung sei über Hausbrunnen erfolgt, erst 1994 gab es Trinkwasserleitungen in jedes Haus. 

Leistungsfähige, moderne Infrastruktur 

Ebenso gab es kein Telefon – außer für Polizei und LPG, die Anschlüsse kamen 1996, 2011 die Erdgasanbindung und vor vier Jahren der Abwasseranschluss an das Wittenberger Klärwerk. In Schmilkendorf gibt es schnelles Internet mit 50 bis 100Mbit/s. „Die Infrastruktur hat sich deutlich verbessert und befindet sich auf einen modernen Stand“, so Lubitzsch.

Schmilkendorf, das zur Verwaltungsgemeinschaft Straach gehörte, habe bei der Gemeindegebietsreform vor der Wahl gestanden, nach Zahna oder nach Wittenberg zu gehen. Das Votum pro Wittenberg sei richtig gewesen, „weil uns die Stadt alle unseren Ort betreffende Angelegenheiten selbst entscheiden lässt“, erklärte Lubitzsch, „dies festigt den Zusammenhalt, bei uns stimmt das Mikroklima und es war nicht schwer, für die Kommunalwahl am 26. Mai ausreichende Kandidaten für die Wahl der Ortschaftsräte zu finden.“ 

Das 1989 gebaute Dorfgemeinschaftshaus, in dem der Vor-Ort-Termin stattfand, sollte ursprünglich als Domizil für das Gemeindebüro, einen Konsum und eine Arztpraxis dienen, es kam anders. Für die medizinische Versorgung müssen die Schmilkendorfer in die Lutherstadt fahren und das mit einem miserablen ÖPNV, der ausschließlich auf Schülerverkehr und Rufbussystem basiert. 

Noch funktioniert das Rufbussystem, aber es gibt Befürchtungen im Ort, dass das Angebot wesentlich ausgedünnt werden soll. „Zum Thema ÖPNV muss es endlich ein Kreisentwicklungskonzept geben, damit es stadtübergreifend optimiert werden kann“, forderte der OB. 

Außerdem wünscht man sich im Ort eine Verbesserung des Zustandes des internationalen Fernradweges R 1, der durch Schmilkendorf mit seiner im 13. Jahrhundert errichteten flämingtypischen Feldsteinkirche und das idyllische Landschaftsschutzgebiet „Wittenberger Vorfläming und Zahnabachtal“ führt. 

Mobiles Bürgerbüro auf Rädern 

Ebenso wünscht man sich eine Sicherstellung bzw. Verbesserung der mobilen Versorgung mit Lebensmitteln. „Dafür sind wir als Stadt nicht zuständig, wohl aber für die mobile Versorgung mit Verwaltungsdienstleistungen“, betonte der OB. Das neue mobile Bürgerbüro auf Rädern (der Wittenberger Sonntag berichtete) startete am Montag seine viermonatige Testphase in Grabo und machte anschließend Station in Berkau, Straach, Nudersdorf und Schmilkendorf.

„Vor Beginn der Pilotphase war das mobile Bürgerbüro in fünf Ortsteilen präsent, jetzt haben wir einen Fahrplan entwickelt, mit dem wir alle Ortschaften abdecken können“, erläuterte Mandy Schleifer, Sachgebietsleiterin Bürgerservice. Damit erhoffe man sich eine Verbesserung der Daseinsvorsorge für die ältere Bevölkerung in den ländlichen Gebieten. 

Neuordnung der Ortschaften

„Wir befinden uns in der Gesamtstadt an einem Punkt, an dem über die künftige Struktur der Ortschaften nachgedacht werden muss“, spielte Zugehör auf die Diskussionen zur Einführung neuer Ortschaftsräte für Piesteritz und Kleinwittenberg an. Es werde Workshops mit allen Ortsbürgermeistern geben, dito zahlreiche Einzelgespräche und Wittenbergs Stadtoberhaupt ist auch nicht abgeneigt, die Bürgerschaft zu befragen. 

„Wir müssen kluge Entscheidungen treffen und wollen nichts übers Knie brechen“, betonte Zugehör. „Für alle Ortschaftsräte und Ortsbürgermeister, die am 26. Mai zu den Kommunalwahlen kandidieren, gilt, dass sie für die volle Legislatur gewählt sind.“




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