31.01.2019

Teilrückbau der Anlage „Am Stadtgraben“ wird befürchtet

Kleingärtner übergaben Stadtrat Unterschriftenliste

Wittenberg (wg). Knapp 1.000 Unterschriften übergab Ute Mücke, im Vorstand der Kleingartenanlage „Am Stadtgraben“ zuständige Fachberaterin für Ökologie und Umweltschutz, am Mittwoch in der Einwohnerfragestunde im Stadtrat an die Vorsitzende Franziska Buse (CDU). Mit den online und per Hand gesammelten Unterschriften reagieren die Gartenfreunde auf Befürchtungen, Teile ihrer Anlage könnten im Zuge der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) Wittenberg 2017+ zurückgebaut werden. 

 „Das ISEK ist bis jetzt nur eine Ideensammlung“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), noch sei nichts endgültig entschieden. Anregungen, Hinweise und Kritiken aus der Bürgerschaft, die im Rahmen der Offenlegung bis zum 31. Januar im Bürgerbüro abgegeben werden konnten, seien ausdrücklich erwünscht und würden in die Endfassung des ISEK einfließen. Voraussichtlich im April werde der Stadtrat einen Beschluss fassen. 

„Niemand stellt das Engagement der Mitglieder der Kleingartenanlage in Frage“, lobte der OB die vorbildliche Arbeit mit Migranten, „und die Stadt rückt auch nicht mit Baggern an und macht alles platt.“ Das schwere Gerät vor Ort habe die Aufgabe, den Teich zu entschlammen, was zum Wohle der Gartenanlage sei. 

„Wir stehen uns nicht als Gegner gegenüber“, betonte Zugehör und verwies auf acht Abstimmungstermine, die es zwischen der Verwaltung und der Gartenanlage bzw. dem Kleingartenverband Wittenberg gegeben habe. Der OB kritisierte, dass die Stadt als Eigentümerin der Flächen nicht, wie vereinbart, bei der Neuvergabe der Parzellen informiert werde. Überdies sei zu prüfen, ob die Parzellen nach dem Kleingarten-Gesetz geführt würden oder primär der Erholung dienten.

Auch Horst Dübner, Fraktionschef der Linken, betonte, dass es sich beim ISEK nur um einen Entwurf handele, allerdings sei die dort gewählte Formulierung von einem „Teilrückbau“ unglücklich, weil missverständlich gewesen. Allerdings handele es sich bei den Wallanlagen um ein historisches Flächendenkmal, dessen von der Stadt(gesellschaft) gewünschte Aufwertung und bessere touristische Erlebbarkeit nachvollziehbar seien. 

„Niemand in der Verwaltung und im Stadtrat hat vor, die Gartenanlage zu schleifen“, versicherte CDU-Stadtrat Frank Scheurell, der sich verärgert zeigte über Briefe von Bürgern, die genau dies suggerieren. „Das ISEK ist ein Entwurf und kein Entwurf verlässt den Stadtrat so, wie er reingekommen ist. Wir haben nicht nur Verständnis für die Anliegen der Gartenfreunde, wir haben auch Verstand.“ 

Ute Mücke versicherte, dass die Kleingärtner keine Einwände hätten, wenn ihre Anlage durch entsprechende Wegebeziehungen besser an den innerstädtischen Grüngürtel angebunden würde: „Unsere Anlage steht jedem Besucher offen und wir hätten gerne noch mehr Offenheit.“ Auch würden sich die Gartenfreunde über eine schönere Gestaltung der bereits vorhandenen Wege freuen. 

In ihrer Sparte gebe es keinen Leerstand, sondern Interessenten müssten sich auf eine Warteliste setzen lassen. „Es gibt eine große Nachfrage von jungen Familien, die in der Innenstadt wohnen“, beschreibt Mücke die Tatsache, dass die Anlage „Am Stadtgraben“ im Unterschied zu anderen Gartensparten derzeit eine Renaissance erlebt.

Die Gartenfreunde befürchten, dass der – wie auch immer geartete – Teilrückbau zu einer erheblichen Entwertung des ökologisch wertvollen Biotops mit seiner Artenvielfalt führen könnte. Ute Mücke erinnerte daran, dass die Stadt Wittenberg seit 1992 Mitglied im Klimabündnis ist und sich dort zu sozialen und nachhaltigen Entwicklungszielen bekennt.

Info: 

Für Unmut in Teilen der Bürgerschaft hat auch die Ankündigung gesorgt, dass am Schwanenteich Bäume gefällt werden sollen. Gründe dafür sind der Erhalt des wertvollen Altbaumbestands, der von jüngeren, oft schnell wachsenden Bäumen bedrängt wird und die Wiederherstellung alter Sichtachsen. Dazu wird es im Rahmen der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Montag, dem 11. Februar um 16 Uhr einen öffentlichen Lokaltermin am Schwanenteich geben.




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