30.01.2019

Neues Angebot soll Kirchenbesucher zum Gebet ermuntern

Die Stadtkirche – ein Ort für Besinnung, Stille und Selbstbefragung

Wittenberg (wg). Gottesdienste, Gedenken, Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen – die Stadtkirche, Wittenbergs ältestes Gebäude, ist ein „multifunktionaler Raum“, wie Pfarrer Dr. Johannes Block betont. Die Stadtkirche sei aber auch ein „durchbeteter Raum“ – ein Ort für Besinnung, Stille und Selbstbefragung. 

Die Stadtkirche wird gern und häufig von Christen aus aller Welt besucht, ihnen und den Wittenbergern möchte die Stadtkirchengemeinde ein neues Angebot unterbreiten, mit dem die geistliche Dimension des Gotteshauses aufgewertet wird. 

Dazu wurden zwei Varianten in Form eines Leporellos entwickelt, in dem sich jeweils blättern lässt wie in einem kleinen Buch. Unter dem Motto „Einkehren, Innehalten, Ruhe finden“ wird der Besucher in der Stadt- und Pfarrkirche St. Marien willkommen geheißen als „einem Ort des Wortes, der Bilder und des Gebets. 

In der ersten Variante finden sich Aufnahmen des Kirchengebäudes, in der zweiten von Kunstwerken im Gotteshaus. Für die Aufnahmen zeichnet der Fotograf Jürgen M. Pietsch verantwortlich, der seit vielen Jahren eng mit der Stadtkirchengemeinde verbunden ist. „Die Aufnahmen geben Details wieder – Ausschnitte bzw. Miniaturen, die anregen, das Dargestellte zu entdecken“, berichtet Kirchmeister Bernhard Naumann. 

Die Aufnahmen wechseln ab mit Texten und Gebeten unter anderem von Aurelius Augustinus, Martin Luther, Philipp Melanchthon, Antoine de Saint-Exupéry und Dietrich Bonhoeffer. Es geht um die Kraft des Gebetes, um Beten lernen, um Glaubensmut, um Fürbitte in Krankheit, um innere Ruhe und um Frieden. 

„Es sind Texte der Einkehr, die Menschen Mut machen zu einer religiösen Existenz“, sagt Pfarrer Block. Ab sofort liegen sie auf einigen Kirchenbänken, aber auch im Raum der Stille in der Fronleichnamskapelle aus. Wer sie mit nach Hause nehmen möchte, kann die beiden Varianten für je 2,50 Euro am Shop in der Stadtkirche erwerben. Bei entsprechender Resonanz sind auch Ausgaben in Englisch geplant. 

Sterne leuchten bis zum 2. Februar 

Manche Wittenberger haben sich schon gewundert, warum der Herrnhuter Stern zwischen den Türmen der Stadtkirche immer noch leuchtet, ist Weihnachten nicht längst vorbei? „Nein, Weihnachten ist noch nicht vorbei“, stellt Pfarrer Block richtig, „denn der Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem doppeltägigen Weihnachtsfest am 25. und 26. Dezember und endet 40 Tage später am 2. Februar mit Mariä Lichtmess oder Darstellung des Herrn.“ 

Das Fest, seit dem 5. Jahrhundert bezeugt, geht zurück auf die Vorschriften des Alten Testaments, nach denen ein Neugeborenes innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel gebracht werden und die Mutter zur „Reinigung“ Opfergaben an den Priester übergeben musste. Frauen galten nach dem Gesetz 40 Tage nach der Geburt eines Jungen als unrein und 80 Tage nach der Geburt eines Mädchen. 

Weil Jesus im Tempel Gott übergeben, also „dargestellt“ werden soll, heißt der Tag auch „Darstellung des Herrn“, ist also kein Marienfest im eigentlichen Sinne, sondern ein Christusfest. Im Tempel bekennen Simeon und Hanna, dass Jesus der Erlöser ist, mit Bezug darauf entwickeln sich ab dem 7. Jahrhundert am 2. Februar Lichterprozessionen – und so wurde aus Mariä Reinigung Mariä Lichtmess. 

Und weil sich die Stadtkirchengemeinde nach dem Kirchenjahr orientiert, werden der Herrnhuter Stern zwischen den Türmen und der Stern in der Stadtkirche noch bis zum 2. Februar leuchten.




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