24.01.2019

Neue Potenziale für Fachkräftesicherung erschließen

Lebensbegleitende Berufsberatung der Agentur für Arbeit

Dessau/Wittenberg (wg). „Wir werden in diesem Jahr die lebensbegleitende Berufsberatung einführen“, erklärt Carina Knie-Nürnberg, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, „wir reagieren damit auf den stetigen Wandel, dem die Arbeitswelt unterliegt und wollen in allen Lebensphasen Ansprechpartner sein.“ 

Der bereits spürbare Mangel an Fachkräften wird ohne Gegenmaßnahmen mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gefährden. Die weitere demografische Entwicklung beschleunigt diesen Effekt, da das inländische Erwerbspersonenpotenzial nicht weiter wächst. „Darum gilt es, alle Potenziale zu erschließen und insbesondere jungen Menschen den Weg in Ausbildung, Studium oder Beschäftigung zu eröffnen“, betont Knie-Nürnberg. 
 
Gestartet wird mit Stufe 1, der Beratung vor dem Start ins Berufsleben, dies betrifft alle Schulformen einschließlich der Berufsschule. „Hier ist Sachsen-Anhalt weiter als andere Bundesländer dank des ‚Regionalen Übergangsmanagements’ (RÜMSA)“, berichtet Knie-Nürnberg. Berufsorientierung ist an den meisten Sekundarschulen und Gymnasien bereits verankert. Neu ist, dass die Agentur für Arbeit ihre Präsenz an den Schulen deutlich ausbauen wird. 

Stufe 1 umfasst neben Schülern auch Azubis und Studenten. Damit setzt die Agentur für Arbeit einen Impuls, mehr junge Menschen frühzeitig in ihrem Berufs- bzw. Studienwahlprozess zu begleiten, um sie zu einer eigenständigen, realisierbaren und tragfähigen Berufs- oder Studienwahlentscheidung zu befähigen und so zu einer stabilen Erwerbsbiografie beizutragen. Die Abbrecherquoten im Studium und in der Ausbildung sollen so reduziert werden. Gleichzeitig reagiert die Agentur mit diesem Angebot auf neue Anforderungen in der Berufsorientierung und Berufsberatung. 

In der Stufe 2 wird voraussichtlich ab 2020 das Dienstleistungsangebot um die Berufsberatung im Erwerbsleben erweitert. Die Bundesagentur für Arbeit will Menschen in ihrem gesamten Erwerbsleben mit beruflicher Orientierung und Beratung unterstützen, damit Beschäftigungsverhältnisse stabilisieren, Qualifikationen sichern sowie (Langzeit-)Arbeitslosigkeit verhindern bzw. ihre Dauer verkürzen. 

„Sorge bereitet die immer schwieriger werdende Suche nach Fachkräften, die die Wirtschaft bereits jetzt vor ernste Herausforderungen stellt“, sagt Knie-Nürnberg. „Um den Bedarf an Fach- und Arbeitskräften zu decken, ist es unsere gemeinsame Herausforderung, möglichst allen Arbeit suchenden Menschen Perspektiven zu geben.“ Dazu brauche es Lösungsansätze, die zusammen mit den Unternehmen, den Kommunen und Sozialpartnern erarbeitet werden müssten, denn: „Die Zukunft unserer Region hängt wesentlich von der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ab.“

 Qualifizierungschancengesetz 

Im Agenturbezirk gibt es 133.000 sozialverscherungspflichtig Beschäftige, jeder vierte ist älter als 55 Jahre. 11.000 sind geringfügig Beschäftigte, die in Teilzeit oder Vollzeit gebracht werden können. „Es geht dabei auch um die Vermeidung von Altersarmut“, erläutert Knie-Nürnberg. Die Teilzeitquote liegt bei 27 Prozent, auch hier gibt es Potenziale für die Umwandlung in Vollbeschäftigung. 

Dabei will die Agentur das zum 1. Januar 2019 in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz nutzen, mit dem geförderte Weiterbildungsmöglichkeiten erheblich ausgebaut werden. Der Arbeitgeber bekommt nicht nur die Kosten für die Qualifizierung seines Mitarbeiters gefördert, sondern auch die Arbeitsausfallzeiten.

Teilhabechancengesetz 

40 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk sind Langzeitarbeitslose, für sie bietet das ebenfalls zum 1. Januar 2019 in Kraft getretene Teilhabechancengesetz neue Möglichkeiten, denn trotz brummender Wirtschaft gelingt dieser Klientel nur selten die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Arbeitgeber können bis zu 100 Prozent Zuschuss bei den Lohnkosten erhalten. 

„Wir haben zum Teilhabechancengesetz viele Gespräche mit Unternehmen geführt“, bestätigt die Agenturchefin, „die Bereitschaft, soziale Verantwortung zu übernehmen, ist groß.“ Einige Firmen hätten sogar neue Mitarbeiter-Profile erstellt, um den Klienten einen niederschwelligen Einstieg zu ermöglichen. 

Fortgeführt werden die Rückkehrertage. Bei der Frage, was Menschen in die Region zieht bzw. in der Region hält, spielt die Lohnhöhe eine wichtige Rolle. „Im Lohngefüge rangiert der Agenturbezirk im deutschlandweiten Vergleich immer noch weit unten“, so Knie-Nürnberg, „aber in der Gesamtrechnung spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie preisgünstiges Bauland, kostenfreie Kitaplätze ab dem zweiten Kind, der hohe gesellschaftliche Zusammenhalt und das reichhaltige Kulturangebot."




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