10.01.2019

Kostenfrei, niederschwellig, unabhängig und individuell

EUTB will Behinderten ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen

Wittenberg (wg). „Hilfe zur Selbsthilfe ist das oberste Gebot“, erklärt Dorit Chitralla im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Die junge Frau arbeitet als Beraterin im EUTB-Büro in der Jüdenstraße 6, das sich in Trägerschaft der Caritas befindet. „Die EUTB ist eine Beratungsstelle für alle Menschen mit Behinderung oder die von Behinderung bedroht sind, unabhängig davon, ob es sich um eine körperliche, seelische, kognitive oder Sinnesbeeinträchtigung handelt.“ 

EUTB steht für Ergänzende, Unabhängige Teilhabeberatung und ist ein wesentlicher Baustein des Bundesteilhabegesetzes, mit dem die Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt werden sollen mit dem Ziel, gesellschaftliche Barrieren zu beseitigen und allen Menschen mit Beeinträchtigungen uneingeschränkte Teilhabe zu ermöglichen. 

Damit steht endlich allen Ratsuchenden, die sich in der Vergangenheit mit ihrer Problemsituation oft alleine gelassen fühlten, eine niederschwellige und barrierefreie Anlaufstelle mitten im Zentrum der Stadt zur Verfügung. „Unsere Aufgabe ist es, Orientierungshilfe zu geben, Problemlagen zu klären, den Zugang zu Leistungen zu verbessern und Chancen zur Teilhabe zu eröffnen“, berichtet Citralla, „und das auf Augenhöhe, denn die Betroffenen sollen ihre Entscheidungen selbstbestimmt treffen.“ 

Seit Inkrafttreten der neuen Regelung sind deutschlandweit circa 500 solcher Beratungsstellen entstanden, die in Wittenberg arbeitet seit Mitte November 2018. „Die Resonanz ist groß“, bestätigt Citralla, die in der Vergangenheit als selbständige Betreuerin in Wittenberg arbeitete und deshalb viele Betroffene und ihre Problemlagen sowie die vor Ort vorhandenen Netzwerke bestens kennt. 

Anders als bei Leistungsträgern und Leistungserbringern arbeitet die Beratungsstelle unabhängig, der Ratsuchende steht mit seinen Wünschen und Bedürfnissen im Zentrum. „Mit dem Bundesteilhabegesetz wird ein kompletter Systemwechsel vollzogen“, erläutert Domkapitular Dr. Thomas Thorak, Vorsitzender des Caritasverbandes für das Bistum Magdeburg e.V.

Elf Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention vollziehe sich ein Bewussteinswandel, Behinderte hätten dieselben Rechte und Pflichten wie Nichtbehinderte. Der Weg zu mehr Selbstbestimmung, zur gelebten Inklusion sei kein einfacher und werde Zeit brauchen. Inklusion bedeute für die Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden auch eine Form der Nächstenliebe. 

Dorit Citralla berät zum persönlichen Budget, zur Beantragung eines Schwerbehindertenausweises, zur Assistenz für die Unterstützung in der Häuslichkeit oder am Arbeitsplatz, zur Beantragung von Leistungen zur medizinischen oder beruflichen Rehabilitation, zur Beantragung von Hilfsmitteln, zu Möglichkeiten der Teilhabe und sie vermittelt Kontakte zu anderen Institutionen. 

„EUTB-Berater erfüllen im Dschungel von Leistungen und Zuständigkeiten des geltenden Sozialrechts eine Lotsenfunktion“, sagt Citralla, „wir geben Orientierungs-, Planungs- und Entscheidungshilfe. Peer Counseling und Peer Support, also die Beratung und die Unterstützung von Betroffenen für Betroffene hat dabei zentrale Bedeutung und soll sukzessive ausgebaut werden: „Menschen mit Handicaps sind Experten in eigener Sache, deren Erfahrungen, Ressourcen und Kompetenzen im Sinne des Empowerments genutzt werden sollen. 

Hinweis

Die EUTB-Beratungsstelle Wittenberg in der Jüdenstraße 6 hat Sprechzeiten am Dienstag von 8 bis 13 Uhr, am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel.: 03491/420 37 37, E-Mail: . Die Beratung ist kostenlos und steht Betroffenen, deren Angehörigen sowie Mitarbeitern von Institutionen offen. Mehr Informationen zur EUTB gibt es im Internet unter www.teilhabeberatung.de





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