02.01.2019

Haus der Geschichte: Erinnern stiftet Identität

Arbeitsgemeinschaft zeichnet Dr. Christel Panzig aus

Wittenberg (wg). „Ich habe die Auszeichnung stellvertretend für die vielen Bürger angenommen, die sich in Heimatstuben und Heimatmuseen engagieren und so dazu beitragen, dass sich Menschen mit ihrer Geschichte auseinandersetzen können“, erklärt Dr. Christel Panzig im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. 

Ulf Dräger, Vorsitzender des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt und Kustos im Kunstmuseum Moritzburg, zeichnete Dr. Panzig für ihre Verdienste bei der Erforschung sowie öffentlichkeitswirksamen Präsentation und Vermittlung der Geschichte des 20. Jahrhunderts mit einer Grafik der Künstlerin Sarah Deibele (Kunsthochschule Giebichenstein) aus. 

Dr. Panzig gehört zu den Gründerinnen des PFLUG e.V. (Projektgemeinschaft Frauen-Landwirtschaft-Umwelt und Gesellschaft), des Trägervereins des Hauses der Geschichte, das sie seit vielen Jahren ehrenamtlich als Direktorin leitet. Sie ist maßgeblich verantwortlich für eine der landesweit bedeutendsten Sammlungen zur Alltagskultur des 20. Jahrhunderts. Über viele Jahre war Panzig zudem im Vorstand des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt aktiv. 

Jedes Jahr werden tausende Besucher aus dem In- und Ausland angeregt, sich anhand der im Haus der Geschichte ausgestellten Exponate und Dokumente mit der eigenen Geschichte und die ihrer Eltern und Großeltern auseinanderzusetzen. Auf mehr als 700 Quadratmetern authentisch gestalteter Wohnmilieus, die von modernen musealen Informations- und Gestaltungsmitteln ergänzt werden, gewinnen Besucher einen lebendigen Eindruck vom Alltag der Menschen im 20. Jahrhundert insbesondere in der DDR. 

Das Haus der Geschichte profitiert dabei von einem Trend, der seit einigen Jahren in der Museumslandschaft zu beobachten ist: Ausstellungen zur Alltagsgeschichte boomen, davon profitieren nicht zuletzt die Heimatmuseen. „Museen müssen sich an den Interessen ihrer Besucher orientieren“, betont Panzig. „Immer mehr Menschen suchen nach Heimat und Herkunft, Erinnern stiftet Identität.“ 

Besondere Verdienste hat sich Panzig bei der Erarbeitung von mehr als 40 Sonderausstellungen im Haus der Geschichte erworben, die auf einen großen Interessentenkreis gestoßen sind. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Fragen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Region, das Schicksal der Vertriebenen, die in Wittenberg Zuflucht suchten, die Geschichte der Wittenberger im Ersten und im Zweiten Weltkrieg, die Geschichte von Russen und Deutschen in der Region sowie der Geschichte des Umgangs der DDR mit der Geschichte der Reformation, insbesondere Luthers und Müntzers. 

Dabei war es ihr besonders wichtig, Themen aufzugreifen, bei denen sich die Bürger der Stadt und der Region Wittenberg wiederfinden können. Viele Einwohner konnte sie als Zeugen ihrer Zeit für zahlreiche Geschichtsprojekte gewinnen und so vermitteln, dass sie aktiver Teil der Geschichte sind. 

Unter ihrer Leitung ist es gelungen, eine in Deutschland wohl einmalige Sammlung von Sachzeugen zusammen zu tragen und für die vielseitige Nutzung unter anderem für Film- und Fernsehproduktionen zur Zeitgeschichte bereitzustellen. Im Fundus lagern zurzeit mehr als 250.000 Einzelstücke, die auch von anderen Museen gern ausgeliehen werden. Erwähnung verdient auch das umfangreiche Archiv des Hauses der Geschichte mit einer stetig wachsenden Zahl von Interviews, Fotos und Dokumenten. 

Hintergrund

Verantwortlich für das Vorhaben, erstmalig engagierte Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt mit einer Grafik auszuzeichnen, ihr Engagement auf diese Weise anzuerkennen und für mehr Engagement zu werben, ist die Arbeitsgemeinschaft Bürgerschaftliches Engagement im Kulturbereich Sachsen-Anhalts (AG BEK), in der die Kulturdachverbände des Landes zusammenarbeiten. Die Arbeitsgruppe fungiert als Ansprechpartner und Berater für Politik, Verwaltung sowie Kultureinrichtungen. Koordiniert wird die AG BEK durch den Landesheimatbund.




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