28.12.2018

Evangelische Akademie legt Jahresprogramm für 2019 vor

Was dient dem Frieden?

Wittenberg (wg). In ihrem neuen Jahresprogramm 2019 wird die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt dem Frieden nachjagen, entsprechend der biblischen Jahreslosung: „Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34). 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution ist die Welt so unfriedlich wie lange nicht mehr. 

„Die Forderung nach mehr Sicherheit auf Kosten der Freiheit, nach Aufrüstung statt Stärkung der zivilen Konfliktbearbeitung werden die Welt nicht sicherer machen“, erklärt Akademie-Direktor Friedrich Kramer im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag, hier gelte es herauszufinden, was dem Frieden wirklich dient. 

Bei fremdenfeindlichen Demonstrationen von Pegida und Co wird immer wieder „Wir sind das Volk“ skandiert. Für viele Menschen, die 1989 die Friedliche Revolution miterlebt haben, ist das unerträglich. Was vor 30 Jahren der Ruf der Ohnmächtigen gegen die Mächtigen der SED-Diktatur war, wird nunmehr gegen die Ohnmächtigen und Schwachen gewendet, gegen Flüchtlinge und Migranten. „Was macht das Erbe der Friedlichen Revolution aus?“, fragt Kramer. Wie kann aus einem Ruf nach Freiheit eine Hassparole werden? „Wir sind das Volk“, meint bezogen auf Andersgläubige, Ausländer, aber auch Andersdenkende: „... und ihr gehört nicht dazu!“ 

Nach dem großen „Bausoldaten“-Kongress vor fünf Jahren mit mehr als 330 Teilnehmern, widmet sich die Akademie vom 4. bis 6. Oktober in Dessau dem Thema „Die letzten Tage der Bausoldaten und die Friedliche Revolution“. Was geschah damals, wie waren die Übergänge zum Zivildienst im letzten Jahr der DDR und dann im vereinigten Deutschland? Welche Rolle spielten die Bausoldaten in der Friedlichen Revolution? 

Auch in der Veranstaltung „Friedensjäger“ am 7. November jagt die Akademie dem Thema Frieden nach, dabei geht es um den vor 15 Jahren von der Bundesregierung beschlossenen „Aktionsplan Zivile Krisenprävention“. Was ist aus diesem Strategiepapier geworden, was hat es bewirkt? Dazu bezieht Winfried Nachtwei, zuletzt Ko-Vorsitzender des Beirates Zivile Krisenprävention des Auswärtigen Amtes, kritisch Stellung. „Deutschland genießt hohes Ansehen in der Welt“, so Kramer, „ist es da nicht besser, wir investieren in Krisenprävention und Konfliktbewältigung, als in Waffen und bewaffneten Auslandseinsätzen?“ 

In der Tagung „Armut abschaffen“ befasst sich die Akademie vom 22. bis 24. März mit den 17 globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, mit der sich die Weltgemeinschaft bis 2030 eine anspruchsvolle Agenda gegeben hat. Das erste Ziel lautet: „Armut in jeder Form und überall zu beenden!“ Was bedeutet das für Deutschland, wenn es darum geht, nicht nur die absolute Armut, sondern auch die relative Armut, also die Schere zwischen Arm und Reich, zu verringern? Darüber diskutieren Fachleute und Studenten aus Afrika, Lateinamerika und Asien. 

Versuchungen mit Eva 

Dr. Eva Harasta, neue Studienleiterin für Theologie, Politik und Kultur (der Wittenberger Sonntag berichtete) legt mit „Evas Versuchungen zur Theologie“ eine neue Reihe auf, Auftakt ist am 19. Februar mit „Wie im Himmel“. Paradies, Festessen, Wiedersehen mit den Toten, über die Jahrhunderte sammelten sich viele Ideen zum „Himmel“ an, wobei diese vor allem Auskunft über irdische Sehnsüchte gaben. Wie sieht der heutige „Himmel“ aus, oder hat er ausgedient? Weitere Themen: „Wie in der Hölle“ (9.4.), „Gehorsam – eine evangelische Haltung?“ (17.9.) sowie „Freiheit – eine evangelische Haltung?“ (3.12.) 

Die von der Evangelischen Akademie in Kooperation mit der Stiftung Luthergedenkstätten durchgeführte Reihe „Luther im Gespräch“ wird am 9. März fortgesetzt: Friedrich Schorlemmer und Alf Christophersen (vormals Studienleiter an der Akademie, jetzt Prof. für Systematische Theologe an der Bergischen Universität Wuppertal) befragen Luther und Kiekegaard. Ebenfalls fortgeführt wird die Reihe „Bauernfrühstück“, die sich am 23. Februar unter der Leitung von Siegrun Höhne mit der monatelangen Dürre in 2018 befasst: „Ein halbes Jahr nach dem Hitzesommer wollen wir Bilanz ziehen und beraten, welche Strategien es gibt, Agrarbetriebe an den Klimawandel und dessen Folgen besser anzupassen.“ 

Am 1. März befassen sich Höhne und Jürgen Dettmer vom Deutschen Bauernbund Sachsen-Anhalt mit dem Thema „Böden als Rendite- und Spekulationsobjekt – Landgrabbing in Ostdeutschland“. Immer mehr Ackerböden geraten in den Besitz nichtlandwirtschaftlicher Investoren, weil sie Renditen von bis zu fünf Prozent bringen. Was bedeutet das für die Landwirte, für Agrarstrukturen und für eine nachhaltige Landbewirtschaftung? 

Spindestuben

Walter Martin Rehahn und Carsten Passin, der Akademie seit vielen Jahren verbunden, bereichern erstmals als nebenamtliche Studienleiter das Programm. Passin leitet ein zweijähriges über ESF gefördertes Projekt, das sich unter dem Motto „Spindestube Dübener Heide“ mit dem neuen Zukunftstreffpunkt Dorf in alter Tradition befasst. In der Spindestube kamen früher die Menschen zusammen, um zu essen und sich auszutauschen, heute wollen sie neue Ideen für das kommunale Leben entwickeln. 

Der Theologe und Kunsthistoriker Rehahn befasst sich mit Gustav Klimt und Egon Schiele (6.2.), dem 500. Todestag von Leonardo da Vinci (17.4.) sowie Caspar David Friedrich und die Kunst der Romantik (16.10.).




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