28.12.2018

Stadtwerke-Tochter möchte Zahl der Kunden verzehnfachen

Wittenberg-net GmbH will weiter wachsen

Wittenberg (wg). „Ab dem 1. Januar 2020 bieten wir eine kompakte, flächendeckende Fernsehversorgung mit Festnetztelefonie und schnellem Internet an, die technischen Voraussetzungen werden in 2019 geschaffen“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Joachim Herrmann im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Mit der Wiwog habe man bereits einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. 

Mit Übernahme der wittenberg-net GmbH als Stadtwerke-Tochter hat die kommunale Firmengruppe 2016 die Zukunft der Telekommunikation in der Region selbst in die Hand genommen. „Wie Strom, Erdgas, Wasser und Wärme gehört schnelles Internet heute zur Grundversorgung“, betont Herrmann, eine flächendeckende Breitbandversorgung sei ein wichtiger Standortfaktor und eine nachhaltige Investition in die Zukunft.

„Investitionen in die Infrastruktur sind ein langfristiges Geschäft ohne schnelle Erfolge und kurzfristige Rendite“, berichtet Herrmann, „wenn wir investieren, bleibt die Wertschöpfung vor Ort.“ Die Stadtwerke-Firmengruppe erschließe auch ländliche Gebiete mit geringer Anschlussdichte, Konzerne hätten daran kein Interesse: „Das ist aber wichtig für die Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, Handwerker sowie für die Bürger, das Leben in den Dörfern und kleinen Städten muss attraktiv sein, sonst wandern noch mehr Menschen ab.“ Als man 2016 die wittenberg-net GmbH übernommen hatte, gab es große Pläne, die Netze sehr schnell auszubauen. „Es lag weder an den bauausführenden Unternehmen noch an uns, vielmehr erwies sich die Fördermittelvergabe als äußert bürokratisch“, kritisiert Herrmann, gleichwohl sei es inzwischen gelungen, elf Vorhaben umzusetzen, so in Weddin, Kerzendorf, Jahmo, Köpnick, Boßdorf, Senst, Kropstädt, Wüstemark, das Gewerbegebiet Piesteritz und jüngst in Nudersdorf. 

Die Städte Zahna-Elster und Oranienbaum-Wörlitz folgen als nächste, ebenfalls in 2019/20 wird Raguhn-Jeßnitz realisiert und von Coswig ins Gewerbegebiet Zerbst wurde eine 30 Kilometer lange Zuführungsleitung installiert, um Teile der Stadt Zerbst sowie die zwischen Zerbst und Wittenberg gelegenen Ortschaften anzuschließen. Selbitz wurde mit „Gas und Glas“ erschlossen, das heißt, beim Verlegen der Erdgasleitungen wurden gleichzeitig auch Glasfaserkabel verlegt. Die Kombination von Energie und Breitband sichert technische und personelle Synergien. 

„Wir wollen in Sachen Infrastruktur die Nummer eins in der Region werden“, erklärt Dr. Peter Lubitzsch, Geschäftsführer der wittenberg-net GmbH. Mittelfristig müssen alle Funkmasten an das Glasfasernetz angeschlossen werden, um die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten abzusichern. „Auch diese Anschlüsse können wir realisieren“, so Lubitzsch.

Wenn wittenberg-net GmbH ab Januar 2020 auch TV und Festnetztelefonie anbietet, bedeutet dies einen Zuwachs von circa 6.000 Kunden, derzeit sind es knapp 2.000. Darüber hinaus ist ein jährliches Wachstum um 1.000 bis 1.500 Kunden geplant. Pro Jahr sollen rund acht Millionen Euro investiert, der Umsatz von aktuell knapp zwei Millionen Euro um jährlich 1,5 Millionen Euro gesteigert werden. 20.000 Kunden, dieses anspruchsvolle Ziel hat sich die wittenberg-net gestellt, die dazu ihren Stamm von 20 Mitarbeitern aufstocken muss. Es sei schwierig, so Lubitzsch, Spezialisten zu bekommen, ab 2019 bildet wittenberg-net zwei Azubis aus, unter anderem für Systemintegration. 

Die Integration von wittenberg-net GmbH in die Stadtwerke-Unternehmensgruppe, Massenkundentauglichkeit und die weitere technische Ausstattung der Tochter sind die drei Kernthemen für die Zukunft. Die Übernahme der kaufmännischen Betriebsführung durch die Stadtwerke sowie ein gemeinsamer Vertrieb schaffen Synergien. 

Glasfaser ist alternativlos 

„Die Glasfaser ist alternativlos, es ist keine Technologie in Sicht, die besser wäre“, betont Dr. Lubitzsch. Auch das neue 5G-Netz, die fünfte Generation der Mobilfunktechnik, werde nur dann voll zum Einsatz kommen, wenn es an Glasfasernetze angeschlossen werde. Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s, wie sie die Bundesregierung als Ziel formuliert hat, können auch über das herkömmliche Kupfernetz realisiert werden. „Das ist aber nur ein Zwischenschritt, denn die schnelle Entwicklung der Telekommunikation erfordert deutlich höhere Geschwindigkeiten, und die lassen sich nur mit Glasfaser übertragen“, erläutert Dr. Lubitzsch. Alle 18 Monate verdoppelt sich der Datentransfer, Daten sind der Rohstoff der Zukunft.›




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