22.12.2018

OB Torsten Zugehör resümiert das Jahr 2018 und blickt auf 2019

Nach „Aufbruch“ kommt „Vielfalt“

Wittenberg (wg). Kurz vor den Feiertagen erinnert Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) an die Weihnachtsbotschaft und daran, dass mehr als 70 Millionen Menschen in 2018 von ihrem Zuhause vertrieben worden sind, die Hälfte davon Kinder. Niemand werde freiwillig zum Flüchtling und es gehöre zum Erbe des christlich geprägten Europas, Menschen in Not zu helfen. 

„Gastfreundschaft ist ein Gebot, Gastfreundschaft darf aber auch nicht missbraucht werden“, betont der OB im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag, „die Regeln, die für uns gelten, gelten auch für andere.“ 

2015 und danach habe es eine große Welle der Hilfsbereitschaft gegeben, Menschen halfen in den Unterkünften, organisierten Sprachkurse und sammelten Spenden. Aber wo die Zivilgesellschaft handelte, übernahm der Staat nur zögernd seine Aufgaben: „Es gab großes Schweigen und eine schlechte Kommunikation.“ 

Wittenberg sei eine weltoffene und gastfreundliche Stadt, verweist Zugehör auf die gemeinsame Erklärung der vier Ehrenbürger (Richard Wiener, Friedrich Schorlemmer, Wolfgang Böhmer, Eckhard Naumann) im Vorfeld des Gedenkens an 80 Jahre Reichspogromnacht. Doch keine 24 Stunden nach der Veranstaltung im Alten Rathaus fiel das Flüchtlingsboot am Schwanenteich mutmaßlich einer Brandstiftung zum Opfer. 

Richard Wiener, ein Zeitzeuge der damaligen schrecklichen Ereignisse, hatte sich extra aus den USA auf den Weg nach Wittenberg gemacht: „Ein Mann, dessen Leben davon geprägt war und ist, den deutschen Tätern zu vergeben“, erinnert Zugehör, „und dann geschieht eine solche Tat.“ 

Es war nicht die einzige Zerstörung von ehemaligen Ausstellungsstücken der Weltausstellung Reformation, auch die Spiegel am Bunkerberg wurden mehrfach Opfer blinder Zerstörungswut und der Pavillon (Gasthaus der Ökumene) am Luthergarten wurde abgefackelt.

Aufbruch

Trotzdem wurde 2018 nach dem großartigen Jubiläumsjahr 2017 von einer „Stimmung des Aufbruchs“ begleitet, wie der OB betont, ablesbar am neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2017+, an dem sich viele Wittenberger in den Bürgerforen sowie die Ortschaften beteiligt hatten. Für das Bemühen, den Schwung von 2017 zu bewahren, steht unter anderem die neue Marketing-Kampagne „Wittenberg – schön wie nie!“ oder die Fortführung der Konfi-Camps durch die Evangelische Wittenberg-Stiftung.

Für einen Aufbruch innovativer Art steht das 2014 in Wittenberg gegründete und mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnete Start-up Unternehmen Tesvolt, das mit seinen intelligenten und hocheffizienten Stromspeichern einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten wird.

Höhepunkte

Weitere Höhepunkte waren die Inbetriebnahme der neuen Feuerwache in Piesteritz im Januar, die Schenkung des Schweizer Pavillons aus der Weltausstellung Reformation an die Stadt im Mai, der im Frühjahr 2019 im Naturgarten „Vergissmeinnicht“ aufgebaut werden soll, die Festwoche anlässlich 725 Jahre Stadtrecht mit Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den früheren OB Eckhard Naumann und die Wiedereröffnung der Städtischen Sammlungen im Zeughaus am Freitag, dem 21. Dezember. 

Auf sportlicher Seite hervorzuheben sind die Wittenberger Radsporttage und die Premiere des Internationalen Hochsprung-Meetings „Luther springt“, bei dem der Pole Piotr Lisek vor der Traumkulisse von rund 3.000 Zuschauern auf dem Markt mit 5,94 Metern Landesrekord sprang. 

Und die Stadt erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen: den renommierten Hannes-Meyer-Preis vom Bund Deutscher Architekten für die Erweiterung und Sanierung des Schlosses (Büro Bruno Fioretti Marquez Berlin), eine Nominierung für den „Stadtumbau-Award“ des Landes Sachsen-Anhalt für die Klosterkirche–Historische Stadtinformation sowie die Auszeichnung des Deutschen Städtebaupreises für die große Rochade in Vorbereitung auf 2017.

House of One

„Der Leitgedanke für 2019 lautet Vielfalt“, erklärt OB Zugehör. So kehrt im Januar 2019 das „House of One“ zurück in die Lutherstadt: Den Holzpavillon in Anlehnung an das zukünftige Haus Of One, das in Berlin entstehen wird, hatte die Stadt aus der Weltausstellung im Luthergarten übernommen und für Werbezwecke an die Stiftung House of One ausgeliehen. In dem weltweit einzigartigen Kirchen-Projekt, dessen Umsetzung begonnen hat, werden Christen, Juden und Muslime unter einem Dach beten und diskutieren.

Im ersten Quartal des neuen Jahres soll der Rahmenplan Elbe vorliegen, erfolgen im Mai die Einweihung des Universitätsparks am Lutherhaus sowie die Beschlussfassung des ISEK Wittenberg 2017+ durch den Stadtrat. Im Mai können 100 Jahre Werkssiedlung Piesteritz gefeiert werden und im Juni steigt zum 25. Mal das Stadtfest „Luthers Hochzeit“. 

Das in Wittenberg neu gegründete Forum Reformation lädt im August zur „Schaustelle Reformation“ ein, ein fünftägiges Treffen in Vorbereitung des Weltforums Reformation, das 2030 in Wittenberg stattfinden soll. 

Wurde im vergangenen Jahr 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Göttingen gefeiert, so 2019 der 20. Geburtstag mit der ungarischen Stadt Békéscsaba. Auch über neue Städtepartnerschaften wird in der Stadtverwaltung nachgedacht – mit Beveren in Belgien, Mediasch in Rumänien und Mogiljow in Weißrussland. 

Im November wird Wittenberg Gastgeber einer landesweiten Fahrradkommunalkonferenz sein und im dritten Quartal 2019 beginnen Umbau und Sanierung der Stadtbibliothek.




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