21.12.2018

Meilenstein für Stadtwerke und Wärmeversorgung in Wittenberg

BHKW: Noch effizienter, klima- und umweltfreundlicher

Wittenberg (wg). „Wenn russisches Erdgas auf US-amerikanische Motoren trifft, wird explosionsartig Energie freigesetzt“, gewohnt locker eröffnete Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Joachim Herrmann die offizielle Wiederinbetriebnahme des Blockheizkraftwerkes (BHKW) in der Berliner Straße, in dem in den vergangenen acht Monaten vier neue leistungsstarke Motoren für acht Millionen Euro installiert wurden. Explosionsartig wird die Energie im BHKW zwar nicht erzeugt, dafür produzieren die vier Kraftprotze mit 2.000 Pferdestärken nicht nur umweltschonend, sondern mit einem Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent (zehn Prozent mehr als die vier alten Module) auch höchst effizient Energie. 

 „Wir konnten sowohl den Budget- als auch den Zeitrahmen unterschreiten“, freute sich Herrmann. Dabei gab es noch am Freitag nach der offiziellen Abnahme einen Zwischenfall, als sich Öl auf heißen Metallteilen erhitzte. „Sowohl unsere Mitarbeiter als auch die Kameraden der Feuerwehr haben professionell reagiert“, betonte Herrmann. Wenige Stunden später liefen die Motoren wieder störungsfrei und zuverlässig, weshalb auf den symbolischen Knopfdruck verzichtet wurde, stattdessen konnten die geladenen Gäste das BHKW besichtigen. 

Die vier alten Motoren liefen 22 Jahre im Dauerbetrieb: „Dank der hervorragenden Wartung und Pflege durch unsere Mitarbeiter wurden statt der prognostizierten 80.000 Betriebsstunden 125.000 erreicht“, erläuterte Herrmann. Die Entscheidung, in neue Motoren zu installieren, hing nicht zuletzt von politischen Rahmenbedingungen wie dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz ab.

„Mit dieser Investition leisten wir einen weiteren Beitrag für Klima and Umweltschutz“, so Herrmann, „denn die neuen Motoren reduzieren den Austausch an Stickoxiden gegenüber der ohnedies immissionsarmen Altanlage noch einmal um 90 Prozent.“ Damit werden bereits heute die erst ab 2025 geltenden Grenzwerte deutlich unterschritten Das BHKW in der Berliner Straße versorgt mehr als 6.000 Wohnungen mit Fernwärme und erzeugt rund 25 Prozent des Wittenberger Strombedarfs. Zusammen mit den kleineren, im Stadtgebiet verteilten BHKW’s können die Stadtwerke damit über ein Leitungsnetz von 65 Kilometern Länge rund 9.400 Wohnungen mit Fernwärme versorgen, ebenso städtische Liegenschaften wie das Stadthaus und die Exerzierhalle sowie das Einkaufszentrum Arsenal. 

„Diese Fernwärme-Infrastruktur ist nicht nur wichtig für den Klimaschutz, sondern sie passt sich auch sinnvoll an die Stadtentwicklung an“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Aufgrund der Umweltfreundlichkeit verhelfe Fernwärme zudem Investoren und Bauherren zu Vorteilen bei den für die Einhaltung der Energieeinsparverordnung aufzubringenden Baukosten. 

Die vier neuen, leuchtend orange-rot-farbenen Motoren wurden von General Electric in Waukesha im US-Bundesstaat Wisconsin produziert und mussten bis Wittenberg eine Reise von mehr als 7.000 Kilometern zurücklegen. 40 Monteure waren im BHKW acht Monate im Einsatz, unter Federführung der S&L Energie-Projekte mit Sitz in Spelle wurden die neuen Motoren montiert, dabei auch umfangreiche Rohrleitungs-, Kabel- und Programmierarbeiten durchgeführt, um die neuen Anlagen mit dem gesamten Kraftwerkssystem zu verbinden. In der Zeit des Umbaus wurde die Wärmeversorgung über die Gasspitzenlastkessel abgesichert.

„Jedes der vier Module besitzt eine thermische Leistung von 2,44 MW und eine elektrische Leistung von 1,44 MW“, berichtete Thomas Grabe, bei den Stadtwerken zuständiger Projektleiter der Millioneninvestition. Die aus Motor, Generator, Katalysatoren, Abgaswärmetauscher, Schalldämpfer und Plattenwärmetauschern bestehenden Module wiegen je 29,5 Tonnen, gestartet werden sie mit Druckluft. „Wir hatten die Wahl zwischen der Magertechnologie mit Oxidationskatalysatoren und Lambda 1-Technologie mit Dreiwege-Katalysator“, erläuterte Grabe, „wir haben uns für das modernere und umweltfreundlichere Lambda 1-Verbrennungsverfahren entschieden.“




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