21.12.2018

Inken Wöhlbrand, Direktorin, LWB-Zentrums

Begeisterung für andere Kulturen und Sprachen

Wittenberg (wg). „Das Reformationsjubiläum 2017 hat Wittenberg viel Gutes gebracht, allein baulich und restauratorisch hat diese Stadt einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht“, erklärt Inken Wöhlbrand, neue Direktorin des Wittenberg-Zentrums des Lutherischen Weltbundes (LWB), im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. „Aber es sind auch Lasten zurückgeblieben wie zum Beispiel Schulden der Stadt. Es ist jetzt eine gemeinsame Aufgabe von Kirche und Stadt, neue Perspektiven zu gewinnen.“ 

So sei Wittenberg zu einem Zentrum für die lutherischen Kirchen weltweit geworden - und für die ökumenische Gemeinschaft. „Im LWB-Zentrum Wittenberg arbeiten wir daran, dass dies auch so bleibt“, betont Wöhlbrand. Durch die symbolische Pflanzung eines Baumes im Luthergarten hätten viele Kirchen in Wittenberg eine Heimstatt gefunden: „Auch nach Pflanzung des 500. Baumes wird der Luthergarten in Zukunft Bedeutung haben als ein Ort, an dem wir tagtäglich sehen, wie die ökumenische Verbundenheit und Versöhnung der Kirchen weltweit wächst.“ 

Das Verhältnis habe sich grundlegend gewandelt, indem sich die Lutheraner nicht mehr in Abgrenzung zu den anderen Kirchen definierten, sondern in der Gemeinschaft aller Christen wirken wollten: Der Luthergarten als lebendiges Symbol für die christlichen Weltgemeinschaften, die durch den Dialog zu einer christlichen Gemeinschaft zusammengefunden hätten. Somit gingen auch 500 Jahre nach dem Thesenanschlag Impulse für die Welt von Wittenberg aus.

„Wir müssen uns anderen Menschen, Kulturen und Religionen öffnen“, sagt Wöhlbrand mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, „mit Abgrenzung und Aussperrung retten wir niemals unseren Wohlstand.“ Die Kirchen müssten sich aktiv an gesellschaftliche Diskussionen wie beispielsweise zum Thema Flucht und Migration beteiligen, dabei könne die Ökumene als Vorbild dienen. 

In einigen Wochen wird das LWB-Zentrum Wittenberg von der Jüdenstraße 8 in den von der Wigewe errichteten Neubau in der Jüdenstraße 9 umziehen, die enge Kooperation mit dem Colleg Wittenberg wird fortgeführt. Die neuen Büroräume wurden zunächst für die Dauer von zehn Jahren angemietet.

„Das LWB-Zentrum erfreut sich in den Mitgliedskirchen großer Resonanz“, berichtet die neue Direktorin. Sich am historischen Ort mit Luthers Theologie zu befassen, sei für alle Besucher von unschätzbarem Wert. Wegen seiner zentralen Lage und der günstigen Kosten (Mieten, Lebenshaltung) werde Wittenberg auch immer wieder ins Gespräch gebracht, weitere LWB-Einrichtungen aufzunehmen oder gar den Sitz von Genf in die Lutherstadt zu verlagern. 

Als Reformationsbeauftragte für den Kirchenkreis Dithmarschen war Inken Wöhlbrand 2017 viel zu beschäftigt, die Stadt Luthers zu besuchen. Zuletzt war sie im Rahmen eines Pastorenkonvents ihres Kirchenkreises 2015 am LWB-Zentrum in Wittenberg, davor regelmäßig im Auftrag als Oberkirchenrätin (2003 bis 2014) der Vereinigten Evangelischen-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). 

Sowohl mit der Entwicklung des LWB-Zentrums Wittenberg als auch mit der Idee und Umsetzung des Luthergartens ist sie bestens vertraut. Ihre Erfahrungen in der Ökumene sowie im Umgang mit Menschen anderer Kulturen und Sprachen kommt ihr als neue Direktorin des LWB-Zentrums zugute. Im März 2019 wird es ein Internationales Seminar für Pastoren zum Thema „Ethische und soziale Aspekte in Martin Luthers Theologie“ geben, weitere Seminare richten sich an Kirchenleiter sowie Laien in Leitungspositionen. Im Februar 2019 ist Wöhbrand in Genf, um über die Weiterentwicklung der Formate am LWB-Zentrum zu reden. 

Regelmäßig zu Besuch ist das Pastorenkonvent aus Wittenbergs dänischer Partnerstadt Haderslev unter Leitung der Bischöfin Marianne Christiansen. „Solche Formate wollen wir auch anderen Kirchen insbesondere in Mittel- und Osteurpa anbieten“, so Wöhlbrand.

Zur Person

Inken Wöhlbrand, 1963 in Hamburg geboren und in Büsum aufgewachsen, studierte Theologie in Bethel, Bern und Hamburg. Auf das Studium folgte ein Aufenthalt in Südkorea sowie das Vikariat in Eutin. 1992 wurde sie in Lübeck zur Pastorin ordiniert. Sie arbeitete beim Evangelischen Missionswerk in Hamburg, als Pastorin im schottischen Glasgow und Heikendorf in Schleswig-Holstein. Sie war unter anderem Referentin für Mission und Entwicklung sowie Islam-Fragen im Amt der VELKD sowie zuständig für die Zusammenarbeit mit den lutherischen Kirchen in Afrika, Asien, Australien und Pazifik. Zuletzt war sie als Studierendenseelsorgerin in Heide und als Pastorin der Kirchengemeinde Meldorf im Kirchenkreis Dithmarschen tätig.




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