16.12.2018

Stadtwerke Wittenberg tauschen bis 2032 alle Stromzähler aus,

Mit Smart Meter fit für die Zukunft?

Wittenberg (wg). Rund 38.000 Stadtwerke-Kunden werden bis 2032 mit moderner Messtechnik ausgestattet, Start ist 2019. „In einem ersten Schritt werden 4.000 Haushalte bis 2020 von den alten, analogen Stromzählern auf elektronische, digitale Messeinrichtungen umgestellt“, erklärt Christoph Herrmann, bei den Stadtwerken Mitarbeiter für den Netzservice, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. 

Grundlage ist das 2016 in Kraft getretene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und dem darin verankerten Messstellenbetriebsgesetz, das bis Ende 2032 flächendeckend in ganz Deutschland den Einbau intelligenter Messtechnik in allen Haushalten und Gewerbeunternehmen vorsieht. 

Ziel ist es, Stromnetze, Erzeugung und Verbrauch miteinander zu verknüpfen: Durch die Umstellung von konventionellen Energieträgern auf wetterabhängige dezentrale Erzeugung wie durch Windkraft und Solaranlagen ist ein höheres Maß an Kommunikation zwischen Erzeugern und Verbrauchern notwendig. Denn Wind und Sonne speisen vor allem dann Strom ins Netz, wenn er nicht gebraucht wird. Für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, aber auch der E-Mobilität sind intelligente Messsysteme eine zwingende Voraussetzung.

„Es gibt moderne Messeinrichtungen ohne Kommunikation und intelligente Messsysteme mit Kommunikation“, erläutert Herrmann den Unterschied. Ab einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden und Stromerzeugung durch Solaranlagen mit mehr als sieben Kilowatt sollen die Kunden ein intelligentes Messsystem erhalten – es besteht aus der modernen Messeinrichtung sowie einem Smart Meter Gateway für die Datenübermittlung (Kommunikation). Erst mit dem Gateway hat der Kunde ein intelligentes Messsystem. 

Die Zählerstände werden automatisch, direkt und hochverschlüsselt an Energielieferanten, Netzbetreiber sowie Messstellenbetreiber gesendet. Der Kunde muss dazu keinen eigenen Internetanschluss bereitstellen, das Gateway stört somit auch nicht Wlan. Diese Art der Auslesung bedeutet das Ende der Schätzungen bei fehlenden Ablesewerten und das Ende manueller Ablesungen mit komplizierter Terminfindung. Am Display des intelligenten Messsystems können neben dem aktuellen Stromverbrauch auch historische Werte eingesehen werden wie zum Beispiel der Verbrauch des letzten Monats. 

Eine moderne Messeinrichtung erfasst den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit, sendet aber keine Zählerstände nach außen. Nach wie vor wird der Zählerstand ein Mal pro Jahr durch die Stadtwerke oder den Kunden manuell abgelesen. Am Display der modernen Messeinrichtungen können neben dem aktuellen Zählerstand in einem geschützten Bereich auch historische Verbrauchswerte der letzten 24 Monate zeitraumspezifisch eingesehen werden. Dazu erhält der Kunde eine Pin-Nummer, die er eingeben muss und nur ihn berechtigt, seine Daten einzusehen.

„Ziel ist es, den Kunden über seinen aktuellen Verbrauch zu informieren und so zum Energiesparen zu motivieren“, berichtet Herrmann. Sowohl die modernen Messeinrichtungen als auch die intelligenten Messsysteme erheben alle 15 Minuten den Stromverbrauch. 

„Der Einbau eines intelligenten Messsystems bzw. einer modernen Messeinrichtung ist gesetzlich verpflichtend“, betont Herrmann. „Wir starten damit im zweiten Quartal 2019.“ Die betreffenden Kunden werden drei Monate vorher angeschrieben und zwei bis drei Wochen vor dem Termin erfolgen die exakten Abstimmungen, wann der Monteur kommt, jeder Kunde erhält eine Info-Broschüre. Alle acht Jahre müssen die neuen Messsysteme ausgetauscht werden. 

Hinweis

Die Kosten für Zähler, Einbau, Betrieb und Wartung sind für die gesetzlichen Standardleistungen mit den Messentgelten abgedeckt. Die Kosten für den Kunden betragen für moderne Messeinrichtungen aktuell 20 Euro brutto pro Jahr. Der alte Zähler wird fachgerecht ausgebaut und entsorgt. Es ist gesetzlich geregelt, dass die neuen Zähler nicht mehr Strom verbrauchen dürfen als die alten Ferraris-Zähler.




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