10.12.2018

Wittenberger Sonntag liest die Westfalenpost

Streik zur Unzeit

Hagen (ots) - Alle Jahre wieder also: ein Bahnstreik. Dieses mal ruft nicht die so kampfkräftige wie streikfreudige Lokführergewerkschaft GDL zum Ausstand auf, sondern die größere, eigentlich gemäßigtere EVG. Das Angebot der Bahn sei nicht abschlussfähig, sagt die Gewerkschaft. Ob man nicht dennoch hätte weiterverhandeln können, ist eine andere, nicht unberechtigte Frage - die GDL eben tut ja genau das, und spricht von bislang zufrieden stellenden Verhandlungen.

Eines aber ist wie immer: Die Leidtragenden des Warnstreiks sind in erster Linie die Bahnfahrer, nicht das Unternehmen Deutsche Bahn. 

Für die Bahn sind das selbstredend dennoch schlechte Nachrichten. Und davon muss das Unternehmen zur Zeit einige verkraften. Auch ohne Streik waren in diesem Jahr schon viel zu viele Züge verspätet, der Rechnungshof hat dem Staatskonzern gerade erst attestiert, auf Verschleiß zu fahren, und der Gewinn hinkt den Erwartungen weit hinterher. Eine fatale Entwicklung, bräuchten wie doch für die Weichenstellung hin zu einem klimafreundlichen Verkehr eine starke und zuverlässige Bahn, eine Bahn, bei der Streiks sicherlich vorkommen könnten - aber doch eher die Ausnahme als die Regel bleiben sollten.




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