07.12.2018

Wiedereröffnung der Städtischen Sammlungen

Lange Museumsnacht im Zeughaus

Wittenberg (wg). Unter dem Motto „Nachts im Museum“ werden am 21. Dezember um 18 Uhr im Zeughaus am Arsenalplatz bei freiem Eintritt die Städtischen Sammlungen wiedereröffnet. 

Damit, so Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), finde ein langer, 2010 begonnener Weg nach vielen Zwischenschritten mit Interimslösungen, Bürgerforen und Begleitung durch einen externen wissenschaftlichen Beirat seinen Abschluss. Zuletzt gab es noch kontroverse Diskussionen um die notwendige Klimatisierung der Ausstellungsräume (der Wittenberger Sonntag berichtete). 

Immer wieder mussten im Laufe der Jahre Anpassungen bei der Konzeption vorgenommen werden, für die die Leipziger Agentur Kocmoc verantwortlich zeichnet. Die beiden wesentlichen Veränderungen betrafen erstens die deutliche Ausweitung der Soderausstellungsfläche im Erdgeschoss sowie die stärkere Berücksichtigung des Wirkens von Julius Riemer und seiner vielfältigen Sammlertätigkeit. 

„Es wird, dem heutigen Standard entsprechend, museumspädagogische Angebote geben und wir werden die Provenienzforschung fortsetzen“, kündigt OB Zugehör an. Letztere widmet sich der Herkunft musealer Objekte und damit auch der Frage des rechtmäßigen Besitzes. „Provenienzforschung ist Pflicht, denn es geht um Klarheit, Transparenz und Ehrlichkeit“, betont Zugehör. 

Jan Wünsche von der Agentur Cocmoc ist sichtlich erfreut, endlich auf der Zielgeraden zu sein. „Alle drei Etagen des Museums funktionieren völlig unabhängig voneinander“, so der Fachmann. Das Erdgeschoss mit dem Stadtmodell und den „Kronjuwelen“ – besondere Exponate der Stadtgeschichte und der Riemerschen Sammlungen - solle die Besucher anfüttern. 

Streifzüge durch die Stadtgeschichte 

Die Stadtgeschichte im ersten Obergeschoss präsentiert sich chronologisch und in verschiedenen Themenbereichen, wobei die circa 400 Exponate auf Vitrinenbändern präsentiert werden, um die einmalige Raumstruktur zur Geltung kommen zu lassen. 

Zu sehen sein werden neue Exponate wie das Giftbuch der Cranach-Apotheke, die Originalschlösser des Cranachhauses in der Schlossstraße, die aus Privatbesitz stammen sowie eine aufwendig restaurierte Madonna, die zum alten Stadtkirchenaltar gehörte, der 1546/47 durch den Reformationsaltar aus der Cranach-Werkstatt ersetzt wurde. Ein Modell der historischen Elbbrücke wird ebenso gezeigt wie eine Schachtel „Gebäck zum fünf Uhr Tee“ von Wikana aus den 1970er Jahren. 

Riemers Welt 

„Das zweite Obergeschoss, das sich Riemers Welt widmet, hat eine ganz andere Atmosphäre“, erläutert Wünsche. Im hinteren Teil befinden sich Riemers Schreibtisch und seine Originalvitrinen, das Wohnzimmers des bedeutenden Sammlers. Auch die übrigen Vitrinen sind historisch anmutend und präsentieren zum Teil dicht an dicht circa 1.500 Exponate aus der ethnologischen und naturkundlichen Sammlung von Julis Riemer, ähnlich wie in einem Magazin. 

„In Riemers Welt zeigen wir ausschließlich Exponate aus seiner Sammlung, keine später dazu gekommenen (Dauer-)Leihgaben“, erklärt Andreas Wurda, Leiter der Städtischen Sammlungen, darunter etliche Exponate, die zuvor nie zu sehen waren sowie Ausstellungsstücke, die im Schloss Publikumsmagneten waren, wie die altägyptische Mumie oder der präparierte Elefantenfuß, der Julius Riemer als Papierkorb diente. 

Letzterer wird eines Objekte sein, mit denen das Karussell in der Mitte des zweiten Obergeschosses bestückt wird. „Das Karussell ist eine Metapher auf die im 19. Jahrhundert populären Wandermuseen auf Jahrmärkten“, sagt Jan Wünsche. Je ein völker- und ein naturkundliches Objekt erzählen per Audiobeitrag dem Museumsbesucher gemeinsam eine Geschichte, wobei sich das Karussell langsam dreht... 

Hinweis 

Zur Eröffnung am 21. Dezember, 18 Uhr, sprechen Oberbürgermeister Torsten Zugehör und der Berliner Ethnologe Nils Seethaler vom Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung Wittenberg e.V. Für die musikalische Umrahmung sorgt die „Wittenberger Hofkapelle“. Anschließend können sich die Besucher bis 0.00 Uhr in Gruppen auf Rundgängen begeben, Andreas Wurda und die Mitarbeiterinnen der Städtischen Sammlungen Gabriele Aps und Desirée Baur beantworten gerne Fragen. 

Öffnungszeiten

Die Städtischen Sammlungen haben am Sonntag, dem 22. Dezember von 9 bis 17 Uhr, am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, geschlossen ist am 23. Dezember, ebenso Heiligen Abend, Silvester und am Neujahrstag. An allen anderen Tagen ist regulär Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet.




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