Bürgermeister Jochen Kirchner (r.), Prof. Axel Teichert (l.), Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Heike Apel, Referatsleiterin im Bauministerium (2.v.l.) und die Sieger des Architekten-Wettbewerbs. Foto: Oleg Alimov

Bürgermeister Jochen Kirchner (r.), Prof. Axel Teichert (l.), Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Heike Apel, Referatsleiterin im Bauministerium (2.v.l.) und die Sieger des Architekten-Wettbewerbs. Foto: Oleg Alimov

01.12.2018

Architektur-Wettbewerb „Mut zur Lücke – Mut zu Neuem“

Die Lutherstadt war dreimal mutig

Wittenberg (wg). „Wir sind ziemlich mutig“, sagte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) aus Anlass der Preisverleihung zum Architektur-Wettbewerb „Mut zur Lücke 5.0“ im Stadthaus, „denn wir zeigen Mut zu Neuem und Mut zur Finanzierung.“ Die fünfte Staffel stand unter dem Motto „Mut zu Neuem“, unmittelbares Anliegen des Wettbewerbs ist es, Anstöße zur Schließung stadtbildprägender Baulücken zu geben und somit gravierende städtebauliche Missstände in den historischen Innenstädten zu beseitigen. 

Gegenstand des diesjährigen Wettbewerbs war seitens der Stadt Wittenberg die Baulücke Collegienstraße 87, die sich in unmittelbarer Nähe zum Markt und zur Stadtkirche befindet. Das Grundstück reicht von der Collegienstraße bis zur Wallstraße. Das dreigeschossige Vorderhaus musste aus statischen Gründen 2013 abgerissen werden. 

Bereits 2011 und 2013, so der OB, habe sich die Stadt am Wettbewerb beteiligt, die Umsetzung des Vorhabens „Wohnpark Wittenberg West“ durch die Wiwog sei die schnellste gewesen, die es jemals bei einer der insgesamt fünf Wettbewerbs-Staffeln gegeben habe. Bei dem Wettbewerb gehe es auch um die Frage, wie neues Bauen in der alten Stadt aussehen könne.

„Wir haben uns auch deshalb beteiligt, um die Fußgängerzone attraktiver und lebendiger zu gestalten, denn der Innenstadthandel hat es nicht einfach“, betonte der OB und griff mit Schärfe die Gewerkschaft Verdi an, die gegen die beiden verkaufsoffenen Adventssonntage Klage eingereicht hatte: „Wir erleben von dieser Gewerkschaft eine nie dagewesene Welle von Klagen, mit der immer mehr Städte überzogen werden und die vor allem den inhabergeführten Geschäften das Überleben erschweren.“ 

 „Seit zehn Jahren gibt es diesen Wettbewerb und die Stadt Wittenberg gehört zu den Hauptakteuren“, erklärte Prof. Axel Teichert, Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, die den vom Land geförderten Wettbewerb initiiert hat. Dieser diene der Stadtentwicklung, fördere den Architekten-Nachwuchs und leiste einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion. Für Architekten sei „Mut zur Lücke“ ein Leistungsvergleich, der immer auch einen Spagat zwischen dem Denkmalschutz und den Wünschen des Bauherrn bedeute. 

„Wir bleiben dran am Thema Lückenschluss und Steigerung der Attraktivität in der Altstadt“, versicherte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). Mit der Eigentümergemeinschaft, die auch in der Jury vertreten war, werde man als Stadt das Gespräch suchen, um die nächsten Schritte der Umsetzung zu beraten. 

Drei Beiträge wurden im Stadthaus ausgezeichnet, der erste Platz ging an den Wittenberger Architekten Matthias Stäbler, der seinen Entwurf gemeinsam mit Prof. Joachim Deckert und Rainer Mester realisierte. Den 2. Preis erhielt das junge Architektenteam Franz Jirsch und Norman Walla aus Köthen und mit dem 3. Preis wurde der Architekt Axel Kiehn aus Halle ausgezeichnet. In der Begründung zum Siegerentwurf heißt es: „Der Entwurf nimmt die historische Leiterstruktur auf und interpretiert sie modern. Das Erdgeschoss zieht sich bis zur Wallstraße in einer geschwungenen Form.“ Die Erdgeschosszone ist für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, in den Obergeschossen sind barrierefreie Wohnungen in unterschiedlichen Grundrissen geplant.

Hinweis

Alle elf eingereichten Wettbewerbsarbeiten werden bis zum 14. Dezember 2018 im Kreuzgang des Stadthaus ausgestellt, wo sie von Montag bis Donnerstag zwischen 10 und 17 Uhr sowie am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr begutachtet werden können.




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