Neues Gesicht in der Stadtverwaltung: Tim Zander, studierter Stadtplaner, ist neuer Sachgebietsleiter Verkehrsplanung, er vertritt Enikö Andersen, die sich im Babyjahr befindet. In Kürze zieht er von Brandenburg nach Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Neues Gesicht in der Stadtverwaltung: Tim Zander, studierter Stadtplaner, ist neuer Sachgebietsleiter Verkehrsplanung, er vertritt Enikö Andersen, die sich im Babyjahr befindet. In Kürze zieht er von Brandenburg nach Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

23.11.2018

Bürgermeister Kirchner: Aktuell kein Bedarf für zweites Parkhaus

Stadt evaluiert die Parkplatz-Situation regelmäßig

Wittenberg (wg). „Priorität hat die Entwicklung und Attraktivitätssteigerung der Altstadt, Parken ist dabei ein Aspekt, genauso wichtig sind Radverkehr, ÖPNV und die Erlebnisqualität des öffentlichen Raumes“, erklärte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) beim Pressegespräch am Freitag. 

Die Altstadt sei das städtebauliche Herz und gleichzeitig der am meisten stadtbildprägende Siedlungsbereich der Stadt – für die Bewohner und für die Besucher. Unbegrenztes und uneingeschränktes Parken in der Altstadt widerspreche deshalb den Ansprüchen aller Altstadt-Nutzer, schränke gestalterische Möglichkeiten ein und sei deshalb kein erklärtes Ziel der Stadtentwicklung.

Mit Blick auf den Leerstand von Ladengeschäften in der Innenstadt wurde in der Vergangenheit unterstellt, fehlende Parkplätze seien die Hauptursache, von der SKW-Geschäftsführung wurde sogar der Bau eines zweiten Parkhauses gefordert, obwohl das Parkhaus am Arsenal an den meisten Tagen viele freie Plätze bietet. 

„Wir haben vom 18. bis 26. Juni außerhalb der Ferienzeit eine Erhebung freier Parkplätze in der Altstadt sowohl vor- als auch nachmittags durchgeführt“, berichtete Janine Stiller, Sachgebietsleiter Stadtplanung, „ und dabei festgestellt, dass an normalen Wochentagen im Durchschnitt 220 bis 550 aller 1.451 Parkplätze im Altstadtzentrum frei waren.“ 

An den Markttagen mittwochs sowie zu besonderen Events wie Stadtfest, Radsporttage und Töpfermarkt herrsche ein hoher Parkplatzdruck: Allerdings gebe es selbst dann freie Plätze in den nicht bewirtschafteten Randbereichen der Altstadt wie an der früheren Musikschule und im Bereich des Altstadtbahnhofs und sogar im unmittelbaren Marktbereich habe es 70 freie Parkplätze gegeben. 

„Es gibt aktuell keinen Bedarf für ein zweites Parkhaus, dieses könnte dann erforderlich werden, wenn folgende Tatbestände erfüllt sind“, betonte Kirchner. Erstens müssten die Baulücken im Zentrum durch Wohnbebauung geschlossen und der Ladenleerstand erheblich zurückgehen. Zweitens müssten die Hoteliers, aber auch private Vermieter Interesse haben, Stellplätze in einem Parkhaus dauerhaft zu mieten.

Drittens müssten Anwohner, die derzeit im Bereich der Grünanlagen parken, motiviert werden, ebenfalls Stellplätze im Parkhaus zu mieten. Und viertens müsste die Zahl der in Wittenberg stattfindenden Tagungen, Kongresse, Messen und Märkte deutlich zunehmen. 

 „Wir werden kontinuierlich Erhebungen durchführen, um zeitnah und angemessen auf neue Entwicklungen reagieren zu können“, versicherte Kirchner. Der Bau eines zweiten Parkhauses könne durch einen privaten Investor realisiert werden, der auch Stellplätze für Fahrräder und für Car-Sharing berücksichtigen müsse. 

Den Radverkehr forcieren 

Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr liegt in Wittenberg bei 19 Prozent (Landesdurchschnitt: 15 Prozent), laut Zielvorgabe des bis 2030 geltenden Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) soll dieser Anteil auf 30 Prozent gesteigert werden. „Das Land hat für den Radverkehr neue Förderprogramme aufgelegt, wir prüfen derzeit, welche wir in Anspruch nehmen können“, so Kirchner. 

Bei der 2019 anstehenden Evaluierung des Landesradwegeplanes werde die Stadt darauf beharren, den Radwegebau entlang der Bundes- und Landesstraßen zu forcieren. Man werde eine Anregung des ADFC aufgreifen, um gemeinsam mit dem Interessenverband, dem Landreis und den Touristikern eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. 

Zweimal jährlich führe die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem ADFC einen Radwegecheck durch, damit gravierende Mängel und Unfallursachen umgehend beseitigt werden könnten und noch bis zum 30. November läuft die Umfrage zum ADFC-Fahrradklimatest 2018, diese findet sich im Netz unter www.fahrradklima-test.de




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