Dr. Michael Hable, Leiter des Fachdienstes Gesundheit, und Britt Bauspieß, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, mit den aktuellen Impfstatistiken. Foto: Wolfgang Gorsboth

Dr. Michael Hable, Leiter des Fachdienstes Gesundheit, und Britt Bauspieß, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, mit den aktuellen Impfstatistiken. Foto: Wolfgang Gorsboth

20.11.2018

Impfaktion des Fachdienstes Gesundheit für alle 10. Klassen

Impflücken schließen,Infektionen vermeiden

Wittenberg (wg). Wer geimpft ist, schützt auch die Nichtgeimpften, „Herdenimmunität“ nennt Amtsarzt Dr. Michael Hable diesen wünschenswerten Effekt: „Damit dieser Schutz erreicht wird, bedarf es einer Durchimpfungsrate von mehr als 90 Prozent, bei leicht übertragbaren Krankheiten wie Masern sogar 95 Prozent.“ 

Um Impflücken zu schließen, führt das Gesundheitsamt Wittenberg als einziges in Sachsen-Anhalt seit mehr als zehn Jahren die Impfaktion in den 10. Klassen (einschließlich Abgänger aus den 9. Klassen) aller Schulformen im gesamten Landkreis durch. Bei dieser Aktion, die am Montag in der Rosa-Luxemburg-Schule beginnt und bis Mitte Januar 2019 abgeschlossen sein soll, werden die Impfpässe geprüft und bei Bedarf aktualisiert, außerdem wird mit jedem Schüler ein Impfberatungsgespräch geführt. Die Impfungen erfolgen kostenlos, weil die Impfstoffe unentgeltlich vom Verbraucherschutzamt des Landes zur Verfügung gestellt werden. 

„Sollten Impfungen fehlen, können wir diese in der Schule nachholen, dafür muss allerdings der Impfpass vorliegen, ansonsten kann die Impfung beim Kinder- oder Hausarzt nachgeholt werden“, erläutert Britt Bauspieß, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. Im vergangenen Jahr hatten 83 Prozent der Gymnasiasten und 68 Prozent der Sekundarschüler ihre Impfausweise mit. Bei unter 16-Jährigen ist für die Impfung eine Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.

Manche Eltern vergessen, dass es wieder an der Zeit ist, einige Impfungen aufzufrischen. Daher sind solche Aktionen gut, um für das Thema zu sensibilisieren und es wieder ins Gedächtnis zu rufen. Vor der Aktion liegt die Durchimpfungsrate bei 80 Prozent, danach bei mehr als 90 Prozent. „Dogmatische Impfgegner spielen zahlenmäßig im Landkreis keine Rolle“, betont Bauspieß. 

HPV-Impfung für Teenager

Erfasst wird der altersgerechte Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Kinderlähmung (Poliomyelitis), außerdem Hepatitis B, Meningokokken C, Pneumokokken, Varizellen (Windpocken) und HPV - Humane Pappillomviren (HPV), die maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind.

„Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts hat im Sommer des Jahres eine Empfehlung der HPV-Impfung auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren ausgesprochen“, berichtet Bauspieß. Pro Jahr erkranken in Deutschland circa 6.250 Frauen und 1.600 Männer an HPV-bedingten Karzinomen, bei Frauen handelt es sich zumeist um Gebärmutterhalskrebs, bei Männern um Peniskrebs sowie Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum. 

„Wir empfehlen diese Impfung sehr, denn Studien haben gezeigt, dass Kondome keinen ausreichenden Schutz vor HPV-Infektionen bieten“, so Bauspieß. „Der beste Zeitpunkt für eine Impfung ist vor Aufnahme erster sexueller Kontakte.“ Aktuell liegt die Durchimpfungsrate bei Mädchen im Kreis bei unter 60 Prozent. 

Ein vollständiger und ausreichender Impfschutz entsprechend den Empfehlungen der STIKO sollte für jedes Kind selbstverständlich sein. Doch schon bei den Schulreihenuntersuchungen in den 3. und 6. Klassen zeigt sich, dass erste Lücken bei den Auffrischungsimpfungen ebenso auftreten wie bei den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder U 1 bis U 9 und den Jugend-Vorsorgeuntersuchungen J 1 (12-14 Jahre) und J 2 (16/17 Jahre). 

Hinweis: 

Impf-Infos können sich Eltern im Internet auf der Homepage des Landkreises (www.landkreis-wittenberg.de) herunterladen. In den Schulen wurden Einwilligungserklärungen für die Eltern verteilt, diese sind samt Impfausweis zu den Terminen mitzubringen. Da es sich um eine „Maßnahme der amtsärztlichen Schulgesundheitspflege“ handelt, ist die Teilnahme für alle Schüler nach dem Schulgesetz Pflicht. 

Auch wenn keine Einwilligungserklärung vorliegt, bieten die Schulärzte Beratungen an, Schüler ab 16 Jahren können auch ohne Einwilligung der Eltern entscheiden. Jeder Schüler erhält einen schriftlichen Hinweis über Impflücken.





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