„Der Typhus. Wittenberg, Januar bis Mai 1915“ ist der Titel dieser Bildes, das der Franzose Jean-Pierre Laurens im Kriegsgefangenenlager Kleinwittenberg gezeichnet hat. Foto: Haus der Geschichte

„Der Typhus. Wittenberg, Januar bis Mai 1915“ ist der Titel dieser Bildes, das der Franzose Jean-Pierre Laurens im Kriegsgefangenenlager Kleinwittenberg gezeichnet hat. Foto: Haus der Geschichte

16.11.2018

Sonderausstellung als Beitrag zur Erinnerungskultur

„German Horror“ aus Wittenberg

Wittenberg (Wiso). Die Sonderausstellung „German Horror“ – Das Kriegsgefangenenlager Kleinwittenberg im Ersten Weltkrieg“ wird am 23. November um 14 Uhr im Haus der Geschichte eröffnet. 

Die vom Landkreis über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geförderte Exposition wird zusammen mit der Ausstellung zu Wittenberg und den Wittenbergern im Ersten Weltkrieg gezeigt. Dieser Krieg ging als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ in die Geschichte ein. In seinem Verlauf gerieten Millionen Soldaten in Gefangenschaft. 

Allein mehr als 15.000 Kriegsgefangenen unterschiedlichster Nationalität waren in dieser Zeit im Mannschaftsgefangenenlager Kleinwittenberg interniert. Über ihren Lageralltag, ihren Einsatz als Arbeitskräfte in Wittenberger Unternehmen, deren Mitarbeiter „im Felde standen“, über den Umgang der Wittenberger mit den Gefangenen und über die Auflösung des Lagers gibt die Ausstellung einen Einblick. 

Darüber hinaus geht die Ausstellung auf die Typhus- und Fleckfieberepidemie Anfang 1915 ein, die das Lager berühmt-berüchtigt machte. Die Berichte einer britischen Regierungskommission und des US-amerikanischen Botschafters in Deutschland, James W. Gerard, sorgten dafür, dass es durch hunderte Zeitungsartikel und sogar einen amerikanischen Stummfilm traurige Berühmtheit in der internationalen Öffentlichkeit erlangte und die „Horrors of Wittenberg“ zu einem geflügelten Wort der Kriegspropaganda der Alliierten werden ließ. 

Aber auch in Wittenberg selbst erregte das Lager größtes öffentliches Interesse, nie waren so viele Menschen aus anderen Ländern hier untergebracht wie zwischen 1914 und 1918. Das Kriegsgefangenenlager bedeutete für die einheimische Bevölkerung eine Möglichkeit, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen, die sie meistenteils aber nicht als Chance begriff, sondern – in nationaler Begeisterung und im Kriegstaumel – als Triumph über die Feinde auffasste. 

Die Ausstellung über dieses historische Geschehen ist daher geeignet, einen Beitrag für eine nachhaltige Sensibilisierung für Demokratie und Frieden sowie zu einer demokratiebildenden Erinnerungskultur zu leisten. Indem sie deutlich werden lässt, welche fatalen Folgen nationalistisches Gedankengut hat, leistet sie auch jenseits des 100-jährigen Jubiläums des Kriegsendes einen unverändert wichtigen und aktuellen Beitrag zur demokratischen und politischen Bildungsarbeit.

Hinweis 

Die als Wanderausstellung konzipierte Exposition ist bis zum 28. Februar 2019 im Haus der Geschichte zu sehen, anschließend vom 1. bis 21 März in der Rosa-Luxemburg-Schule und vom 25. März bis zum 5. April in der Friedrichstadt-Schule.




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