MP Reiner Haseloff hielt das Schlusswort zur Gedenkveranstaltung im Alten Rathaus, auf dem Podium sind Richard Wiener, Ruth Friedmann, Moderator Mario Dittrich und Leonore Kriegel (v.l.n.r.). Foto: Oleg Alimov

MP Reiner Haseloff hielt das Schlusswort zur Gedenkveranstaltung im Alten Rathaus, auf dem Podium sind Richard Wiener, Ruth Friedmann, Moderator Mario Dittrich und Leonore Kriegel (v.l.n.r.). Foto: Oleg Alimov

10.11.2018

Gedenken der Opfer der Reichspogromnacht im Alten Rathaus

OB Torsten Zugehör: Wachsames Mahnen als Verpflichtung

Wittenberg (wg). „Die Reichspogromnacht bleibt Teil unserer Geschichte und wird immer Mahnung für die Zukunft sein“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) Freitagabend im bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saal des Alten Rathauses aus Anlass der Gedenkveranstaltung, die unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ stand.

Erinnern bedeute mehr als nur der Blick in die Geschichtsbücher, Daten und Fakten allein reichten nicht. „Erinnern erfordert bewusste Reflexion, gefordert ist mutiges und wachsames Mahnen mit Blick auf unsere Verpflichtungen aus der Vergangenheit“, betonte Zugehör.

Ausdrücklich dankte das Stadtoberhaupt den vier Wittenberger Ehrenbürgern Richard Wiener, Wolfgang Böhmer, Friedrich Schorlemmer und Eckhard Naumann für ihre gemeinsame und im aktuellen Amtsblatt nachzulesende Erklärung, in der es heißt: „Eine Weltstadt des Friedens wollen wir sein: gastfreundlich, weltoffen, vorurteilsfrei, gesprächsfähig, wachsam, friedfertig.“ 

Diese gemeinsame Erklärung sei ein „starkes und deutliches Signal“, welches die vier Ehrenbürger als Botschaft an die Stadtgesellschaft richteten. 

„Das Untier des Nationalsozialismus ist nicht erlegt, es schläft nur“, erinnerte der OB an ein Zitat Wieners, „angesichts aktueller politischer Entwicklungen müssen wir wachsam sein und uns für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens einsetzen, denn Artikel 1 des Grundgesetzes ist als klarer Auftrag zu verstehen.“ 

Erinnerung, bezog sich Zugehör auf den Shoah-Überlebenden Eliasz Noach Flug, sei immer konkret, habe kein Verfallsdatum und könne nicht per Beschluss beendet werden. 

Unter den offenen und wachen Augen der Wittenberger wurde auch in Wittenberg die Würde jüdischer Mitbürger mit Füßen getreten. „Zeitzeugen“, leitete der OB zum anschließenden Podiumsgespräch über, „sind lebendige Vermittler zu unserer Geschichte, rütteln Sie uns wach!“

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) überbrachte den Dank der Landesregierung, dass die Stadt mit einer Vielzahl von Veranstaltungen an die Ereignisse vor 80 Jahren erinnere. „Wir haben ein großes Interesse, dass wieder jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt entsteht“, erklärte der MP mit Blick auf den Bau einer neuen Synagoge in Dessau, der Vorgängerbau von 1908 wurde vor 80 Jahren niedergebrannt.

Haseloff verwies auf die Geschichte jüdischen Lebens in Dessau und erinnerte an den in der Stadt geborenen Philosophen und Aufklärer Moses Mendelssohn, Vorbild für Lessings Nathan den Weisen. Man wolle bald auch mit dem Bau einer neuen Synagoge in Magdeburg beginnen und so „die Wunden schließen, die der Nationalsozialismus so schmerzlich gerissen hat.“




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