Bild: Simon Schandert (r.) erläutert Landrat Jürgen Dannenberg (2.v.l.), Harald Wetzel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft sowie Tina Fiedler, Koordinatorin für Wirtschaftsförderung beim Kreis, die von Tesvolt entwickelte Speichertechnologie, mit im Bild Mathias Zdzieblowski, Direktor für Unternehmenskommunikation. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bild: Simon Schandert (r.) erläutert Landrat Jürgen Dannenberg (2.v.l.), Harald Wetzel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft sowie Tina Fiedler, Koordinatorin für Wirtschaftsförderung beim Kreis, die von Tesvolt entwickelte Speichertechnologie, mit im Bild Mathias Zdzieblowski, Direktor für Unternehmenskommunikation. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.11.2018

Das Unternehmen will in Wittenberg weiter wachsen

Landrat besucht Tesvolt: Jung, innovativ und expansiv

Wittenberg (wg). Aktuell arbeiten 50 Mitarbeiter bei Tesvolt, die Zahl soll verdoppelt und die Produktion vollautomatisiert werden. Das erst vor vier Jahren von Simon Schandert und Daniel Hannemann gegründete Unternehmen hat weltweit mehr als 1.000 Projekte gestemmt und in jedem Jahr das Personal verdoppelt. „Wir sind weiter auf Wachstumskurs und suchen nach einer großen Fläche, um Verwaltung, Lager und Produktion an einem Standort zu konzentrieren“, erklärte Schandert beim Firmenbesuch von Landrat Jürgen Dannenberg (Linke), der dem Unternehmen „eine Strahlkraft über die Grenzen unseres Landes hinaus“ bescheinigte. 

Trotz des rasanten Wachstums hat das junge, innovative Unternehmen auch dank der Minderheitsbeteiligung des Landes keine Kapitalprobleme. Dass die beiden Gründer sich für Wittenberg und nicht Berlin als Standort entschieden haben, bereuen sie nicht: „Wir haben keine Probleme, Leute in die Lutherstadt zu holen, denn die Stadt hat sich toll entwickelt, die Altstadt ist ein Schmuckstück“, sagte Schandert, „ein Problem ist allerdings, qualifizierte, innovative und hoch motivierte Mitarbeiter zu finden.“ 

Zehn Mitarbeiter stammen aus Berlin und bei der letzten Rückkehrermesse in der Exerzierhalle konnte man vier neue Kollegen gewinnen. „Wir werden auch in diesem Jahr an der Messe teilnehmen“, so Schandert, „dass junge Leute des Studiums wegen die Stadt verlassen und einen Teil ihres Berufslebens woanders absolvieren, ist normal. Deshalb müssen wir attraktive Angebote schaffen, damit man gerne wieder nach Wittenberg zurückkehrt.“ 

Wer weltweit tätig ist, muss sein Team international aufstellen und weil Kommunikation so wichtig ist, gibt es bei Tesvolt Mitarbeiter, die außer Deutsch und Englisch auch Spanisch, Italienisch, Russisch, Arabisch und Koreanisch beherrschen. Weniger Glück hat Tesvolt bei den Azubis im Bereich Elektrotechnik, hier ist die Abbrecherquote extrem hoch, die Motivation niedrig. 

Dank der Auszeichnung mit dem deutschen Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger (der Wittenberger Sonntag berichtete ausführlich) wurde Tesvolt auch in der Region bekannter. „Dass wir uns so gut entwickelt haben, liegt auch an unseren Mitarbeitern, die sich dank flacher Hierarchien optimal entfalten können“, so Schandert. „Wir haben 90 Prozent Akademiker, hochspezialisierte Experten, die keinen Chef brauchen. Unnötige Hierarchien rauben Zeit, Kreativität und Motivation.“

Das junge Unternehmen, das sich nach den Pionieren der Elekrotechnik Nikola Tesla und Alessandro Volta benennt, hat bei der Entwicklung von Energiespeichern neue Wege beschritten und sich damit weltweit einen Namen gemacht. Der Konzern Samsung, der nach Ansicht der Tesvolt-Gründer derzeit die besten Batteriezellen der Welt herstellt, wurde nicht nur auf das Start-up-Unternehmen aufmerksam, sondern behandelt es auch zu exklusiven Konditionen: „Die weltweite Nachfrage nach Batterien ist extrem hoch, so dass es schon sensationell ist, dass wir so viele auf Lager halten können, Batterien sind wie Gold.“ Weltweit gebe es nur zehn Unternehmen, die in den Genuss dieser Vorzugsbehandlung kämen. In Absprache mit Samsung sei man dabei, eine neue Generation von Zellen zu entwickeln. 

Bis auf Samsung werden alle anderen Stromspeicher-Komponenten von deutschen Unternehmen bezogen, aber von Tesvolt designd: „Wir setzen auf hohe Qualität und lange Haltbarkeit unserer Produkte. Deutsche Unternehmen sollten den Massenmarkt den Chinesen überlassen, unsere Stärke ist die hohe Ingenieurskunst, die uns technologische Vorsprünge garantiert.“ 

Letzteres gilt zum Beispiel für die von Tesvolt entwickelte Batteriesteuerung, die dafür sorgt, dass Energiespeicher wirtschaftlich und langlebig betrieben werden können und sich so auch ohne Fördermittel in wenigen Jahren amortisieren – weltweit. „Wir können Energie ein- und ausspeichern mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent, ein herkömmliches Gaskraftwerk kommt auf 35 Prozent“, erläuterte Schandert und betont, dass Tesvolt auch einen Beitrag zur Energiewende leisten wolle, die aber nur im weltweiten Maßstab gelingen könne.





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