Dr. Michael Hable, Leiter des kreislichen Fachdienstes Gesundheit, präsentiert den druckfrischen Gesundheitsbericht. Foto: Wolfgang Gorsboth

Dr. Michael Hable, Leiter des kreislichen Fachdienstes Gesundheit, präsentiert den druckfrischen Gesundheitsbericht. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.11.2018

Gesündere Zähne, guter Impfschutz, mehr Tuberkulosefälle

Der Fachdienst Gesundheit des Kreises stellt den Jahresbericht vor

Wittenberg (wg). Amtsarzt Dr. Michael Hable stellt am Montag, dem 5. November, im Fachausschuss den Gesundheitsbericht für das Jahr 2017 vor. Ausgewertet wurden alle Daten, die zur Planung von gesundheits- und sozialpolitischen Maßnahmen wie Prävention herangezogen werden können. „Es gibt positive wie negative Tendenzen“, fast Hable das Ergebnis im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag zusammen.

Unterschiede nach sozialer Herkunft 

„Die Reihenuntersuchungen in den 6. Klassen ergaben große Unterschiede bezüglich der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler“, erläutert Hable. Vom krankhaften Übergewicht seien 4,8 Prozent der Gymnasiasten betroffen, aber 12 Prozent der Sekundarschüler. Auffallend hoch sind mit 35 Prozent bei beiden Schulformen Haltungsstörungen. „Zu viel PC und Fernseher, zu wenig Sport und Spiel“, benennt der Amtsarzt die Ursachen. 

Gesündere Zähne 

Deutlich verbessert hat sich der Zahnstatus. Bei den sechs- bis siebenjährigen Kindern verfügen 45,5 Prozent über einen naturgesunden Gebisszustand, im Landesdurchschnitt sind es 42,8 Prozent. Bei den 12-jährigen sind 77,3 Prozent gut, im Durchschnitt 74,3 Prozent. „Wir erreichen viele Kita-Kinder und Schüler, auch weil wir eine zahnmedizinische Fachangestellte eingestellt haben“, erklärt Hable.

Frühzeitig lernen die Kinder die richtige Zahnputztechnik, in Kitas und Grundschulen gibt es einmal pro Woche einen zuckerfreien Vormittag. Dank der intensivierten Prophylaxe erreicht der Kreis Wittenberg heute schon die für 2020 vorgegebenen nationalen Zielvorgaben für Zahngesundheit. 

Besserer Impfschutz 

Positive Resultate bringen die Impfaktionen in Schulen: „Als einziger Kreis in Sachsen-Anhalt legen wir einen Schwerpunkt auf die zehnten Klassen, um Impflücken gezielt zu schließen“, berichtet Hable.

 Sozialpsychiatrischer Dienst

Im Sozialpsychiatrischen Dienst sind die Fallzahlen extrem angestiegen. Psychisch Kranken, dementen Menschen und anderen Hilfsbedürftigen werden unbürokratisch und kostenfrei Hausbesuche angeboten. „Hier engagiert sich der Landkreis vorbildlich, denn diese Klientel hat sonst keine Fürsprecher“, betont Hable. 

Mehr Tuberkulose und Virusgrippefälle

Sorgen bereitet die Entwicklung bei den Tuberkuloseerkrankungen, die von drei im Jahre 2013 auf zehn in 2017 gestiegen ist, was aufgrund der extremen Ansteckungsgefahr 120 Umgebungs- und Kontrolluntersuchungen erforderlich machte. „Die Umstände einer beschwerlichen Flucht können bei Schutzsuchenden den Ausbruch begünstigen, aber auch in Osteuropa ist diese Krankheit weit verbreitet“, so Hable. Da Tuberkulose jahrelang keine Beschwerden bereite und oft erst spät ausbreche, sei in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. 

 „Die Zahl der meldepflichtigen Infektionskrankheiten liegt im normalen Korridor“, sagt der Amtsarzt, „Ausnahme ist die Zahl der gemeldeten Virusgrippefälle, die seit 2015 steigt und 2018 einen Rekordwert erreichen wird.“ 

Trinkwasserkontrollen

 Im vergangenen Jahr wurden 1.637 Trinkwasserproben entnommen, davon 10,5 Prozent beanstandet. „Wir beproben lückenlos die Kette vom Ausgang aus dem Wasserwerk über das Verteilernetz bis zum Endverbraucher“, so Hable, „deshalb ist Trinkwasser in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel.“ Ein Risikofaktor seien Straßenbaumaßnahmen. Ein zunehmendes Problem stelle der Befall mit Legionellen dar, die beim Menschen eine schwere Form der Lungenentzündung, die sogenannte Legionärskrankheit, verursachen können. Die Ursache liegt oft in schlecht gewarteten und mangelhaft installierten Warmwassersystemen.




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