27.10.2018

TÜV Rheinland: Reifen sind nach sechs Jahren verschlissen

Allwetterreifen sind nur als Kompromisslösung geeignet

Köln (ots) - Kälte, Nässe und matschige Straßen: Kommt der Herbst, steht für Autofahrer der Wechsel von Sommerreifen auf Winterreifen an. Um sich den Austausch zu ersparen, setzen einige Fahrzeughalter auf Allwetterreifen. "Allwetterreifen sind eine Kompromisslösung. Sie eignen sich für diejenigen, die nicht zwingend auf ihr Fahrzeug angewiesen sind", sagt Steffen Mißbach, Kfz-Experte bei TÜV Rheinland. 

"Bei Schneefall beispielsweise haben Allwetterreifen einen längeren Bremsweg als Winterreifen. Der Spritverbrauch wiederum ist höher als mit Sommerreifen." Nach rund sechs Jahren ist ein Reifen soweit ausgehärtet, dass er wesentliche notwendige Eigenschaften verliert und sich die Straßentauglichkeit deutlich verringert. Spätestens dann sollte unabhängig von der Profiltiefe ein Wechsel anstehen. 

Das Alter eines Reifens ist an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke zu erkennen. Die ersten beiden Ziffern dieser Nummer geben die Herstellungswoche, die beiden übrigen das Herstellungsjahr an. 

Minimum vier Millimeter Profil

Bei Winterreifen sollte die Profiltiefe vier Millimeter nicht unterschreiten. Zudem muss der Luftdruck stimmen. Die entsprechenden Werte sind in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs und häufig im Tankdeckel oder im Einstiegsbereich der Fahrertür zu finden. Hier auch dringend die Werte für Voll- oder Teilbeladung beachten. Nur so ist die optimale Sicherheit gewährleistet. 

Schrauben nochmals nachziehen 

Generell empfehlen die Fachleute, Winterreifen von Oktober bis Ostern zu fahren, dabei kann die Montage in vielen Fällen durchaus in Eigenregie erfolgen. "Wenn man einen Drehmomentschlüssel besitzt und einen ruhigen, ebenen Ort zur Verfügung hat, ist der Wechsel kein Hexenwerk", sagt Mißbach. Wichtig dabei: Die in der Betriebserlaubnis vorgeschriebenen Drehmomente beachten: Sind die Schrauben zu lasch angezogen, könnte sich das Rad lösen. Sind sie zu fest, können die Radbolzen und Radmuttern Schaden nehmen. 

Wichtig: "Nach 50 bis 100 Kilometern sollten die Schrauben unbedingt noch einmal nachgezogen werden", betont Mißbach. Wenn das Fahrzeug ein Reifendruckkontrollsystem hat, sollte man vor dem Reifenwechsel in die Bedienungsanleitung schauen und diese genau beachten.




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