Seit zehn Jahren lädt Stadtkater Conrad Kinder zu Entdeckungstouren durch Wittenberg ein. Foto: MGH

Seit zehn Jahren lädt Stadtkater Conrad Kinder zu Entdeckungstouren durch Wittenberg ein. Foto: MGH

22.10.2018

Bürgerschaftliches Engagement, Integration, Kultur und Bildung

Ein Haus der Begegnung: 10 Jahre MGH Wittenberg

Wittenberg (wg). Seit zehn Jahren bereichert das Mehrgenerationenhaus (MGH) „Harolde and Maude“ in der Sternstraße das soziale und kulturelle Leben in der Stadt mit einem breitgefächerten Angebot, am 27. Oktober wird dies mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. 

„Von den mehr als 500 MGHs in Deutschland sind wir das einzige, das sich in Trägerschaft eines Theaterjugendclubs befindet“, erklärt Markus Schuliers, Leiter des MGH und des Theaterjugendclubs (TJC) Chamäleon, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Alle anderen Einrichtungen haben kirchliche, kommunale oder Wohlfahrtsverbände als Träger.

„Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern, der Kreismusikschule und der Kreisvolkshochschule sowie der Phönix Theaterwelt Wittenberg, bilden wir im Quartier Lindenfeld ein Dreieck für Bildung und Kultur“, betont Schuliers. „Wir verstehen uns als ein Haus der Begegnung und versuchen, Menschen zusammenzubringen, die im Alltag eher weniger Berührungspunkte haben wie alt und jung, Deutsche und Bürger mit Migrationshintergrund.“

Die Kombination aus MGH und Theaterbühne hat sich bei der Umsetzung der Philosophie des Hauses als Garant für erfolgreiche Projekte erwiesen, eines wurde für den Preis „DemografieGestalter 2018 – Der Mehrgenerationenpreis“ nominiert: „So ein Dreck hier!“ lautet der Titel des Theaterstücks aus der Feder von Schuliers, das sechste in einer langen Folge, an der Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Einheimische und Geflüchtete/Migranten mitgewirkt hatten.

Barrieren einreißen 

Wenn Geflüchtete zusammen mit Kindern aus der Nachhilfegruppe und vom TJC gemeinsam mit Damen aus dem Strickklub, Bufdis, Chormitgliedern und ehrenamtlichen Helfern auf der Bühne stehen, kommt es zu Kommunikation und echten Begegnungen, Vorbehalte und Vorurteile weichen der Akzeptanz: „Das Theaterspiel ist ein probates Mittel, um bestehende Barrieren aufzuzeigen und gleichzeitig einzureißen.“ Bei den Theaterprojekten lernen die Mitwirkenden mit Migrationshintergrund außerdem schneller die deutsche Sprache. 

MGH’s, so Schuliers, seien diejenigen, die dank ihrer generationen- und kulturenübergreifenden Angebote Integration vorantreiben, wobei der Fokus auf Bildung und sinnvolle Freizeitgestaltung liege. Aufgrund der vielen Nationalitäten, die im MGH verkehren, ist die Expertise der Einrichtung sogar länderübergreifend gefragt: „Wir bekommen regelmäßig Anfragen aus Brandenburg, ob wir nicht Dolmetscher zur Verfügung stellen können“, so Schuliers. 

Jedes Jahr bringe neue Themen und Herausforderungen mit sich, dabei beobachte man sehr genau, welche Bedürfnisse die Einwohner haben und wo es Lücken im Angebotsspektrum der Stadt gebe, immer in Abstimmung mit anderen Akteuren – vom Nachbarschaftstreff in Wittenberg-West bis zum Job-Center. So gibt es für alle Einwohner, unabhängig von ihrer Nationalität, „Hilfen für alle Lebenslagen“ wie Begleitung bei Behördengängen oder dem Ausfüllen von Anträgen, Nachhilfeunterricht für Grundschulkinder und bei Bedarf für weiterführende Schulen. 

Neue Projekte 

Das MGH profiliert sich als „resozialisierender“ Arbeitgeber: Koordiniert von der Landesvereinigung für Gesundheit und in Kooperation mit dem Job-Center nehmen Langzeitarbeitslose an dem Projekt „Theater für Alle“ teil. Ziel der Maßnahme ist es, über soziale Kontakte und Aktivitäten, die das Selbstwertgefühl steigern, die gesundheitliche Verfassung von Langzeitarbeitslosen zu verbessern und sie für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dieses Projekt wird ab Januar 2019 fortgeführt. 

„Deutschland gestern und heute“ ist der Titel einer neuen Bildungsreihe, die im nächsten Jahr starten soll und die sich an alle wendet, die historisch und politisch interessiert sind: „Wir wollen Parallelen ziehen zwischen der Weimarer Republik und aktuellen, demokratiegefährdenden Tendenzen heute sowie die Ursachen und Erscheinungsformen des Nationalismus beleuchten“, erläutert Schuliers.





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