Eva Löber, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Vorsitzende der Cranach-Stiftung und Gründungsmitglied der Bürgerinitiative, zeigt den Malschul-Kalender für 2019. Foto: Wolfgang Gorsboth

Eva Löber, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Vorsitzende der Cranach-Stiftung und Gründungsmitglied der Bürgerinitiative, zeigt den Malschul-Kalender für 2019. Foto: Wolfgang Gorsboth

18.10.2018

Jahresversammlung des Fördervereins - Eva Löber kämpft seit 1989

Cranach-Höfe: Einzigartiges Denkmal und Kunstort zugleich

Wittenberg (wg). Am Sonnabend, dem 20. Oktober, treffen sich Mitglieder des Fördervereins Cranach-Höfe Wittenberg e.V. aus der ganzen Bundesrepublik im Malsaal zu ihrer Jahresversammlung. Die Redaktion des Wittenberger Sonntag sprach mit Eva Löber, die sich schon zu DDR-Zeiten mit anderen Bürgern für die Rettung der beiden Höfe engagiert hatte. 

Die Cranach-Höfe überdauerten als einzigartige Zeitzeugnisse die Jahrhunderte, boten aber in den späten DDR-Jahren ein trostloses Bild. Unter dem Motto „Wo Häuser verkommen, verkommen auch Menschen“ begründeten Wittenberger Bürger 1989 eine Initiative, um die Cranach-Höfe vor dem endgültigen Verfall zu retten. „Eine Initiative, die nicht nur lokale Identität und lokales Selbstverständnis stiftete, sondern mit diesen Denkmälern einen Schatz an erlebbarer Geschichte für die nächste Generation bewahren wollte“, erklärt Löber. 

Im Dezember 1991 gelang es der Stadt, beide Grundstücke zu erwerben, sie legte damit den Grundstein zur Sanierung. In vier großen Bauphasen haben sich die Wittenberger gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat bemüht, immer wieder Fördermittel zur Restaurierung zu erhalten. Das Nutzungskonzept der Cranach-Stiftung half so manches Mal, eine besonders hohe Förderung des Landes zu erreichen. 

„Nach der Fertigstellung der Häuser hat sich der Aufgabenbereich der Stiftung geändert“, berichtet Löber, „im Mittelpunkt des Engagements steht jetzt die finanzielle Grundlage, die für die Betreibung und die kulturellen Projekte erforderlich ist.“ Durch das geringe Stiftungskapital sind kaum Zinserträge zu verzeichnen und die staatliche Förderung für Projekte und Mitarbeiter ist in den vergangenen Jahren weit zurückgegangen. „Eine wichtige Säule sind deshalb die Ehrenamtlichen, die uns unterstützen, allein 30 sind es für das Cranach-Lädchen und für die Galerie, bei Festen wie ‚Luthers Hochzeit’ sind es auch 60 Personen“, so Löber. 

Mit der Malschule begeistert die Cranach-Stiftung Kinder und Jugendliche für Kreativität und kulturelle Bildung, weitere Säulen der Arbeit sind Musik-, Theater- und Literaturveranstaltungen, das Studiokino sowie die Ausstellungen, mit denen eine Brücke von der Vergangenheit (Cranach-Werkstatt) bis in die Gegenwartskunst geschlagen wird. Einmal im Jahr organisiert die Janusz Korczak-Stiftung einen Workshop für zehn Jugendliche aus neun Ländern für die Dauer von drei Wochen und in diesem Jahr erstmals auch einen Kurs für syrische Kinder.

„Bauhaus und Bauhäuschen“ 

Das nächste Jahr steht auch bei der Cranach-Stiftung im Zeichen des 100. Bauhaus-Jubiläums. So wird es eine Fortsetzung des Tiny-House-Projekts des Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel geben und eine große Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Christliche Kunst und der Stiftung Luthergedenkstätten zeigt aus der Sammlung Gruber Kunst von Bauhäuslern nach 1945. 

„Kunst vor Cranach“ (13. bis 15. Jahrhundert) widmet sich spätmittelalterlichen Skulpturen, Glas- und Tafelmalerei sowie Alltagsgegenständen, die Eröffnung ist für den 25. Januar 2019 geplant. Die Kooperation mit dem Lucas-Cranach-Gymnasium wird fortgesetzt, die Theatergruppe führt im April 2019 Shakespeares „Sommernachtsraum“ im Malsaal auf, ebenso fortgeführt wird die Vortragsreihe mit dem Autor und Umweltschützer Paul Dörfler. 

Von der BI zur Stiftung 

Heute, nach 29 Jahren Arbeit an den Cranach-Höfen, ist durch das Engagement der Cranach-Stiftung vieles von der Tätigkeit Cranachs zu entdecken. Die Cranach-Stiftung entwickelte anknüpfend an die künstlerische Tradition des historischen Ortes ein Nutzungskonzept, das den Werkstatt-Gedanken Cranachs aufgriff. 1996 wurde die „Malschule“, eine Kinder- und Jugendkunstschule, eröffnet (EXPO-Projekt 2000), Ateliers und Werkstätten wurden geschaffen. 

Aus der Bürgerinitiative „Rettet den Cranachhof“ entstand 1990 der gemeinnützige Verein „Cranach-Höfe Wittenberg e.V.“, der 1994 die gemeinnützige „Cranach-Stiftung“ gründete. Nach der Gründung der Cranach-Stiftung 1994 blieb der Förderverein Cranach-Höfe bestehen und begleitet mit seinen aktuell 162 Mitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet mit inhaltlicher, finanzieller und personeller Unterstützung die Arbeit der Stiftung. 2019 wird der 30. Jahrestag der Gründung der Bürgerinitiative mit einem Fest gefeiert – am 19. Oktober zur Jahresversammlung des Fördervereins.

Hinweis 

Noch bis Ende Oktober ist die Jahresausstellung der Malschule in den Räumen der Stadtwerke Wittenberg zu sehen. Dank der finanziellen Unterstützung der Stadtwerke konnte erstmals mit Arbeiten aus der Ausstellung ein Kalender für das Jahr 2019 gestaltet werden. Dieser ist zum Preis von 12 Euro im Cranach-Lädchen erhältlich.




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