Eintauchen in den Alltag zur Zeit der Reformation können Besucher im Asisi-Panorama „Luther 1517“ in der Lutherstadt Wittenberg. Foto: Wolfgang Marchewka

Eintauchen in den Alltag zur Zeit der Reformation können Besucher im Asisi-Panorama „Luther 1517“ in der Lutherstadt Wittenberg. Foto: Wolfgang Marchewka

15.10.2018

Asisi-Monumentalkunstwerk zieht Besucher aus Deutschland und der ganzen Welt an

Im Panorama „Luther 1517“ wird der 500.000ste Besucher erwartet

Wittenberg (wg). „Von Oktober 2016 bis jetzt haben rund 480.000 Gäste das Asisi-Panorama besucht, wir werden in Kürze die 500.000er Marke knacken“, berichtet Camilo Seifert, Kaufmännischer Leiter der Luther 1517 gGmbH, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Allein bis Ende 2017 habe man 400.000 Besucher gezählt, damit seien die Erwartungen deutlich übertroffen worden.

Für Touristen sei das Asisi-Panorama eines der Highlights der Stadt und eine hervorragende Ergänzung zu den historischen Plätzen und Museen. Und auch die Wittenberger selbst seien treue Gäste. 

Einen besonders großen Zuspruch verzeichne man bei Schul- und Jugendgruppen, wobei sich das Panorama als gute Ergänzung zum Unterricht zum Thema Reformation eigne. Für Schulen und Jugendgruppen gebe es attraktive Konditionen und für 2018/19 eine 44 Seiten starke Broschüre, in der für die Asisi-Panoramen in Wittenberg, Berlin, Leipzig und Dresden geworben und die an allen Schulen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin verteilt werde. Zwischen den Standorten gebe es vielfältige Crossmarketing-Aktivitäten.

Zudem sei man auch Bestandteil der von der WelterbeRegion Anhalt, Dessau, Wittenberg e.V. herausgegebenen WelterbeCard. 

Gut sei, dass die Lutherstadt weiterhin zum Thema Reformation stehe: „1517 begann die Reformation, in den nächsten Jahren schließen sich weitere wichtige Ereignisse an, die auch heute noch aktuell sind.“

Dass es nach dem Reformationsjubiläum 2017 in diesem Jahr ruhiger zugehen würde, habe man erwartet, so Seifert, „insgesamt sind die Besucherzahlen für Wittenberg rückläufig und das wirkt sich auch auf uns aus.“ 

Der Stadt und den hier ansässigen Institutionen wie die Stiftung Luthergedenkstätten bescheinigt Seifert ein hohes Engagement, das Verhältnis sei gut. Ohne Frage verfüge die Lutherstadt über Potenziale, die es noch zu heben gelte: „Für eine kleine Stadt mit engen finanziellen Spielräumen ist das schwierig.“ 

50 Prozent der Besucher kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern, 40 Prozent aus der gesamten Bundesrepublik und zehn Prozent aus dem Ausland. Wittenberg profitiert von der Erreichbarkeit mit dem ICE und der günstigen Lage zwischen Berlin und Leipzig.

„Jeder, der das Panorama besucht, nimmt ganz eigene Erlebnisse mit, das Kind ebenso wie der emeritierte Geschichtsprofessor“, beschreibt Seifert, warum Gäste unabhängig von Alter und Bildungsstand immer wieder überwältigt sind, wenn sie inmitten des Panoramas stehen und nicht nur die Geschichte, sondern auch das Alltagsleben zu Luthers Zeiten lebendig wird. So gebe es immer wieder Menschen, die nach dem Besuch behaupteten, die abgebildeten Szenen hätten sich bewegt, nur weil sie so intensiv eingetaucht seien. 

Audioguides und Lesungen 

„Es ist uns in den vergangenen zwei Jahren gelungen, zum festen Bestandteil der touristischen Sehenswürdigkeiten in Wittenberg und der Region zu werden“, resümiert Seifert, „das zeigt das sehr gute Feedback, welches wir unter anderem durch Einträge in das Gästebuch bekommen.“ Sehr gut angenommen wurden die in diesem Jahr eingeführten Audioguides in deutsch und englisch, ebenso die Lesungen im Panorama, die fortgesetzt werden sollen. 

„Wir sind offen für alle Veranstaltungs-Formate, die mit dem Thema Reformation und der Panorama-Kunst zu tun haben“, betont Seifert. So werde es am 13. Dezember einen zweiten Gottesdienst geben mit Joachim Zirkler vom Zentrum des Lutherischen Weltbundes in Wittenberg und dem Liedermacher Fritz Baltuweit, an dem auch der Künstler Yadegar Asisi teilnehmen wird. 

Das Panorama, so Seifert, bleibe auf jeden Fall bis 2021 und man werde sehen, wie sich in den nächsten drei Jahren die Resonanz entwickelt: „Wenn sich die Laufzeit dem Ende nähert und von den Akteuren in der Stadt eine Verlängerung gewünscht wird, werden weder Yadegar Asisi noch die Betreibergesellschaft dagegen sein.“ 

Rundum-Blick in die Geschichte 

Am 22. Oktober 2016 wurde das Asisi-Panorama „Luther 1517 – Glauben, Wissen, Selbstbestimmung“ eröffnet, 4,5 Millionen Euro wurden investiert. Die Bildfläche hat einen Umfang von 75 Metern und eine Höhe von 15 Metern, die Bildfläche beträgt 1.100 Quadratmeter. Aus unzähligen Zeichnungen, Skizzen, Fotos und Malereiarbeiten hat Asisi sein Gesamtkunstwerk komponiert. 

Anspruch der Szenen ist es nicht, historische „Wahrheiten“ zu zeigen, vielmehr geht es um eine künstlerisch verdichtende Interpretation der Geschehnisse im Jahre 1517. Das Panorama bildet einen Zeitraum von 30 Jahren rund um das eigentliche Jahr von Luthers Thesenanschlag ab. Für die geschichtlich korrekte Ausgestaltung griff Asisi auf Expertenwissen vor Ort in Person der Historikerin Elke Strauchenbruch zurück. 

Luther selbst taucht in verschiedenen Situationen und Lebensaltern auf. Abgerundet wird die atmosphärische Gesamtaufnahme mit der von Eric Babak komponierten Begleitmusik und einer auf das Panorama abgestimmten Geräuschkulisse. Die Rotunde ist kein weiteres Museum in der Lutherstadt, sondern ein Kunstraum, in dem ein Erleben, Erfahren und Erspüren mit allen Sinnen möglich ist.




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