13.10.2018

zu „Täglicher Alptraum zur Morgenstunde“ im WiSo vom 6.10.18

Alptraum auch nach Schulschluss

Leider muss ich ergänzend hinzufügen, dass sich der Alptraum nach Schulschluss fortsetzt. Unser Sohn wurde vor ein paar Wochen an der weiterführenden Schule in Gräfenhainichen eingeschult und erlitt kürzlich bei der Ankunft in unserem Wohnort Wörlitz eine Gehirnerschütterung, als der Busfahrer an der Haltestelle ungewöhnlich hart abbremste und der Kopf des Jungen deshalb an eine Haltestange schlug. Danach wurde uns klar, dass die Schule weder ihre neuen Schüler noch uns Eltern über das Vorgehen bei einem Wegeunfall aufgeklärt hatte. Nicht zuletzt besteht in solchen Fällen ein erweiterter gesetzlicher Unfallschutz, der bei Nichteinhaltung der Formalien verloren gehen kann. 

Dieser Vorfall war für uns der bisher unrühmliche Höhepunkt mehrerer Wochen schlechter Erfahrungsberichte über die Beförderungsverhältnisse im Schülerverkehr. Die Sitzplätze des morgendlichen Busses sind bereits nach den ersten beiden Haltestellen belegt. Das hindert ihn nicht daran, eine dritte Wörlitzer Haltestelle, Griesen und in einem weiten, zeitraubenden Bogen auch noch Horstdorf und Kakau anzufahren, um dabei Schüler für insgesamt vier Schulen in Oranienbaum und Gräfenhainichen aufzunehmen. Mancher Fahrer auf dieser Linie ist für eine rüde Fahrweise bekannt und schreit die Schüler regelmäßig an. 

Wenn man als Privatperson ein Kind im PKW transportiert, muss man aus gutem Grund harte Auflagen bzgl. seiner Sicherung erfüllen: Kindersitz mit Prüfzeichen, Gurt, Rückbank. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass unsere Kinder im Schulbus wie Vieh zusammengepfercht, völlig ungesichert und trotz Überlandverkehrs großteils stehend stundenlang umhergefahren werden. Der Gesetzgeber privilegiert hier offensichtlich die Öffentliche Hand und verschafft ihr finanzielle Erleichterungen, anstatt sie mit den erforderlichen Mitteln auszustatten. 

Wie sozial eine Gesellschaft tatsächlich ist, erkennt man daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. In diesem Fall betrifft es unsere Kinder, die bekanntlich unser aller Zukunft und das Wertvollste sind, was wir persönlich besitzen! 

Ich kann alle Eltern und Großeltern verstehen, die Ihre Kinder und Enkel lieber selbst im Auto zur Schule fahren und wieder von dort abholen. Auch wenn es Zeit kostet, den Straßenverkehr in Schulnähe verdichtet und der Umwelt schadet, bewältigen die Schüler ihren Schulweg auf diese Weise mit Abstand am sichersten, schnellsten und entspanntesten - wenn im Schulbusverkehr nicht schnellstens umgedacht und umgesteuert wird. Der Auftraggeber, sprich der Landkreis Wittenberg, hat es in der Hand, wie sicher unsere Kinder und Enkel jeden Schultag auf der Straße unterwegs sind! 

Mit freundlichen Grüßen Tobias Ernst, Wörlitz





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