Überfüllte Schulbusse sind ein Sicherheitsrisiko und gefährden die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Foto: Wolfgang Gorsboth

Überfüllte Schulbusse sind ein Sicherheitsrisiko und gefährden die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Foto: Wolfgang Gorsboth

07.10.2018

Hans-Helmar Mordelt: „Überfüllte Schulbusse sind ein Sicherheitsrisiko“

Zusammengepferchte Schüler - gestresste Busfahrer

Zahna-Elster OT Bülzig (wg). „Die überfüllten Schulbusse von Zahna über Bülzig bis zur Grundschule Mühlanger sind eine Katastrophe“, kritisiert Kreistagsmitglied Hans-Helmar Mordelt (Allianz der Bürger) im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Mordelts Enkel erlebt jeden Morgen den Alptraum und auch von vielen Eltern wurde Mordelt auf das Problem angesprochen: „Die Kinder sind schon gestresst, ehe sie in der Schule ankommen und gefährlich ist dieser Schülertransport auch.“

In Zahna sicherten sich die älteren Schüler, die zur Sekundarschule in Elster fahren, die Sitzplätze, die unterwegs zusteigenden Grundschüler müssten meist stehen. „Die Kinder werden in die Busse reingepfercht“, berichtet Mordelt. „Im Auto und im Reisebus besteht eine Anschnallpflicht, im zum Linienbus umfunktionierten Schulbus nicht.“

Müsse ein voll besetzter Schulbus verkehrsbedingt stark bremsen, könne es zu Verletzungen kommen. „Wer trägt dann die Verantwortung?“ fragt Mordelt, „die für den Schülerverkehr Verantwortlichen schauen weg, meine Anfragen bei der Kreisverwaltung wurden bis jetzt nicht beantwortet, sieht so die Sorge um unsere Kinder aus?“ Es könne doch nicht sein, dass immer erst etwas Schlimmes passieren müsse, bevor gehandelt werde.

Busfahrer: Fahrplanvorgaben sind nicht zu schaffen

Fahrgäste müssen sich im Linienbetrieb nicht anschnallen und sie dürfen stehen, wenn der Bus „nur“ maximal 60 Stundenkilometer fährt. In den meisten Bussen gibt es kaum Haltegriffe oder sie sind zu hoch angebracht, dass Grundschüler sie gar nicht erst erreichen können. „Halten wir uns an die vorgeschriebenen 60 Stundenkilometer, riskieren wir Verspätungen, weil die Fahrplanvorgaben nicht zu schaffen sind, fahren wir schneller, wird es für die ungesicherten Kinder noch gefährlicher“, berichtet ein Busfahrer, der seinen Namen nicht nennen möchte. 

Mordelt: Es fehlt auch an Geld

Schuld an den Problemen sei fehlendes Geld, da die Zuschüsse nicht ausreichten, kritisiert Mordelt. Um die Sicherheit in den Schulbussen zu erhöhen, müsse das Land mehr Mittel zur Verfügung stellen. Außerdem dürfe es nicht sein, dass auch gewöhnliche Reisebusse im Schüler- oder Linienverkehr eingesetzt würden, solche Busse seien dafür nicht geeignet. 

Mordelt kritisiert auch den Gesetzgeber: „Wenn ein Bus 48 Plätze ausweist, heißt das noch lange nicht, dass 48 Kinder und Jugendliche mit ihren großen Schulranzen auf dem Rücken nebst Sporttaschen in der Hand reinpassen.“ Vorbildlich seien die Regelungen in Schweden: „Dort sind alle Schul- und Linienbusse mit Beckengurten ausgestattet und der Schulbus fährt erst los, wenn alle Kinder sicher sitzen.“

Welche Erfahrungen machen die Eltern?

Mordelt möchte weitere Meinungen über den Schülerverkehr sammeln:Welche Erfahrungen haben Eltern und ihre Kinder mit dem Schülerverkehr gemacht? Zuschriften nimmt auch die Redaktion des Wittenberger Sonntag per Brief oder E-Mail entgegen:




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