Andreas Wurda, Leiter der Städtischen Sammlungen, mit der etwa 500 Jahre alten Schreiblade, die sich zu Luthers Zeiten im Wittenberger Rathaus befunden hatte. Foto: Wolfgang Gorsboth

Andreas Wurda, Leiter der Städtischen Sammlungen, mit der etwa 500 Jahre alten Schreiblade, die sich zu Luthers Zeiten im Wittenberger Rathaus befunden hatte. Foto: Wolfgang Gorsboth

05.10.2018

Eröffnung der Städtischen Sammlungen im Dezember geplant

Klimatisiertes Zeughaus: Kältegerät per Kran eingeschwebt

Wittenberg (wg). Präzisionsarbeit: Kurz nach 10 Uhr schwebte am Freitag das aus Italien stammende Kältegerät für die Städtischen Sammlungen mit Hilfe eines Krans durch das am Tag zuvor geöffnete Dach punktgenau in den Technikraum im zweiten Obergeschoss des Zeughauses ein. 

„Wir wollen die Städtischen Sammlungen im Dezember 2018 eröffnen, bis dahin müssen etliche Bauabläufe parallel geplant underledigt werden“, beschrieb Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) die besonderen Herausforderungen angesichts des engen Zeitfensters. Der Einbau des Kühlgerätes war laut Gutachten zwingend erforderlich, um die beiden Obergeschosse museal nutzen zu können (der Wittenberger Sonntag berichtete).

Für das Kältegerät musste im zweiten Obergeschoss ein Technikraum abgetrennt werden, dies habe, betonte Andreas Wurda, Leiter der Städtischen Sammlungen, keinen Einfluss auf die Umsetzung des Konzepts zur Ausstellung der Sammlung Julius Riemer: „Es gibt keine Abstriche.“ 

Derzeit werden die für den Betrieb der Klimaanlage erforderlichen Lüftungsgitter eingebaut und die alten Heizkörper in allen Geschossen gegen Umluftgebläse-Konvektoren zum Kühlen und Heizen ausgetauscht. „Die Verlegung der dazu erforderlichen Rohre in den Fußböden ist bereits erfolgt“, berichtete Gabriela Günther, Fachbereichsleiterin Gebäudemanagement. 

650.000 Euro kostet die klimatechnische Nachrüstung des Zeughauses, das Geld ist im städtischen Haushalt eingestellt, gleichwohl bemüht sich die Stadtverwaltung um Mittel aus dem Ausgleichstock des Landes. Die Ausstattung der Ausstellungsräume verteuert sich um 300.000 Euro, da es in den vergangenen fünf Jahren eine Kostensteigerung um rund 40 Prozent gab.

Dafür gibt es Fördermittel, denn die erhebliche Zeitverzögerung bei der Einrichtung der Städtischen Sammlungen resultierte aus den Bauverzögerungen am Schloss: Die in den beiden Obergeschossen im Zeughaus untergebrachte wertvolle Bibliothek des Predigerseminars zog erst Mitte Februar 2018 aus. „Wir konnten erst im April unsere Räumlichkeiten in Besitz nehmen und müssen jetzt bis Dezember in kürzeste Zeit unser anspruchsvolles Vorhaben umsetzen“, so Wurda.

Im Erdgeschoss sind die dort präsentieren „Kronjuwelen der Stadt“ sowie das große Stadtmodell sorgsam eingepackt, damit sie während der Baumaßnahmen keinen Schaden nehmen. Unterdessen sind einige hundert Exponate aus den stadtgeschichtlichen Sammlungen sowie den natur- und völkerkundlichen Sammlungen Julius Riemer im Zeughaus eingetroffen. Etliche davon müssen für die künftige Präsentation gereinigt und „aufgehübscht“ werden. 

Ein ganz besonderes Exponat ist eine Schreiblade um 1500, ein Möbel, das sich in jenem Rathaus befand, das Martin Luther kannte, aber so heute nicht mehr existiert. Dass arg ramponierte und stark verschmutzte Rathausmöbel wurde von Restauratoren sorgfältig konserviert, zu den Besonderheiten gehören mehrere Geheimfächer. 

Wenn das Museum im Zeughaus im Dezember seine Pforten öffnet, sind seit dem Auszug aus dem Schloss acht Jahre Wartezeit vorbei – neben ausgesuchten Exponaten der Riemerschen Sammlungen erwartet die Besucher die bis dato größte Ausstellung zu 725 Jahren Stadtgeschichte, die jemals in Wittenberg zu sehen war. Auch die nie zuvor gezeigte Schreiblade wird präsentiert werden.





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