Die „Batzdorfer Hofkapelle“ eröffnet am 26. Oktober das 13. Wittenberger Renaissance-Musikfestival in der Schlosskirche. Foto: Veranstalter

Die „Batzdorfer Hofkapelle“ eröffnet am 26. Oktober das 13. Wittenberger Renaissance-Musikfestival in der Schlosskirche. Foto: Veranstalter

02.10.2018

Festival-Macher kritisieren Landesregierung wegen Kürzung

13. Renaissance-Musikfestival: Musik im 30-jährigen Krieg

Wittenberg (wg). „Klänge statt Klingen“ lautet das Motto der 13. Auflage des Renaissance-Musikfestivals, das an den 30-jährigen Krieg erinnert, der seine Spuren auch in der geistlichen und weltlichen Musik hinterlassen hat. Dieser Musik widmen sich vom 26. bis zum 31. Oktober elf Konzerte. Beginn ist am 26. Oktober um 19 Uhr in der Schlosskirche mit „Krieg und Klag“ – Battaglie und Lamenti des 17. Jahrhunderts, aufgeführt von der „Batzdorfer Hofkapelle“. Das Programm thematisiert die Schrecken des Krieges und die Klage über die Toten.

Der künstlerische Leiter des Musikfestivals, Thomas Höhne, kritisiert im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag die Landesregierung wegen ihrer Kürzung der Mittel: „Die Kulturförderung des Landes ist nicht durchschaubar, ob es dieses Festival 2019 noch geben wird, ungewiss.“ Denn obwohl die Kombination aus Konzerten, Jugendprojekten, Workshops, Tanzball und Musikinstrumenten-Ausstellung einmalig in Deutschland ist und sich das Wittenberger Festival seit 2006 auch international einen sehr guten Ruf Publikum erarbeitet hat, ist die Förderung vom Land von 30.000 auf 15.000 Euro halbiert worden.

Zukunft Jugend

„Das Festival war kein Bestandteil der Lutherdekade, wir sind eine eigenständige Marke und haben die Vorbereitung des Reformationsjubiläums thematisch begleitet“, betont Höhne, „kein anderes Festival verfügt über so viele Säulen, über eine derart intensive Einbindung des Nachwuchses und über so viele Workshops mit renommierten Dozenten, die alle im Vorfeld ausgebucht sind.“ In den vergangenen 12 Jahren habe man mehr als 3.500 Kinder und Jugendliche einbinden können, generell hätten Jugendliche bis 18 Jahren freien Eintritt zu allen Konzerten. „Die Jugend ist unsere Zukunft, wer da spart, hat verloren“, erklärt Höhne. 

Anfangs lag die Förderung sogar bei 40.000 Euro und wurde ab 2012 auf 30.000 Euro reduziert. Zwar soll das Wittenberger Renaissance-Musikfestival auch in diesem Jahr gefördert werden, aber nur noch mit der Hälfte des bisherigen Zuschusses, obwohl 2017 mit mehr als 3.700 zahlenden Zuschauern ein neuer und für das Genre Alte Musik stolzer Rekord erzielt werden konnte.

Wo bleibt die Nachhaltigkeit?

„Nach welchen Kriterien gewichtet das Land die Festivalförderung?“, wundert sich Höhne, „in Wittenberg wurde viel in historische Gebäude investiert, wo bleibt da die Nachhaltigkeit, wenn erfolgreiche Projekte von der Kulturpolitik ausgebremst werden? Über Kulturförderung entscheiden Leute, die davon offenbar keine Ahnung haben.“ 

Andere Festivals könnten mindestens zwei Jahre im Voraus planen und professionelles Marketing betreiben, in Wittenberg müsse man Jahr für Jahr improvisieren. Um trotz des geringeren Etats nicht nur das Stammpublikum, sondern möglichst viele Menschen zu erreichen, ist das Festival in diesem Jahr erstmals auf Facebook präsent – mit Erfolg: „Bei einzelnen Veranstaltungen verzeichneten wir bereits mehr als 1.000 Zugriffe“, berichtet Marleen Hoffmann, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die Stadtverwaltung bekennt sich

„Die Stadt Wittenberg bekennt sich zur Grundfinanzierung des Festivals in Höhe von 25.000 Euro“, bekräftigt Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos), „das Festival lockt viele auswärtige Besucher in die Lutherstadt.“ Gäste kommen aus ganz Deutschland sowie aus den Beneluxländern, Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien und Skandinavien. 

Die Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH ist seit 2012 Kooperationspartner des Festivals. Geschäftsführer Johannes Winkelmann betont: „Kultur braucht Förderung, denn wir wollen dem Publikum keine Karten für 100 Euro verkaufen müssen.“

Hinweis

Der Historische Tanzball am 27. Oktober im Alten Rathaus ist ebenso ausverkauft wie die drei Workshops für Historischen Tanz bzw. Barocktanz. Für die sieben Instrumentenworkshops konnten namhafte Experten für alte Musik gewonnen werden wie Rolf Lislevand (Renaissancelaute), Lorenz Duftschmid (Viola da Gamba), Johanna Seitz (Harfe) und Elisabeth Seitz (Hackbrett).

Das ausführliche Programm steht im Internet unter www.wittenberger-renaissancemuik.de, weitere Infos unter facebook.com/WittenbergerRenaissanceMusikfestival/ 

Kartenvorverkauf

Karten im Vorverkauf gibt es in der Geschäftsstelle des Wittenberger Sonntag, Coswiger Straße 30A, Tel.: 03491/41 65 35, E-Mail: , außerdem beim Verein WittenbergKultur, Markt 4, bei der Wittenberger Hofkapelle, Pfaffengase 6 und unter der Tickethotline 03491/41 92 60.




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Wittenberger Sonntag Verlags GmbH, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: