Schülerinnen und ein Schüler aus der 9. Klasse des Luther-Melanchthon-Gymnasiums malten die farbigen Abdrücke ihrer Hände auf die Platten. Symbolische Frage nach Abschluss ihrer Aktion gegen Fremdenhass: „Welche Hand gehört wohl welchem Menschen?" Foto: Wolfgang Marchewka

Schülerinnen und ein Schüler aus der 9. Klasse des Luther-Melanchthon-Gymnasiums malten die farbigen Abdrücke ihrer Hände auf die Platten. Symbolische Frage nach Abschluss ihrer Aktion gegen Fremdenhass: „Welche Hand gehört wohl welchem Menschen?" Foto: Wolfgang Marchewka

27.09.2018

Malaktion gegen Fremdenfeindlichkeit in der Bürgermeisterstraße

Kreativer Protest gegen den Marsch der AfD

Wittenberg (wg). Circa 120 Menschen folgten heute dem Aufruf des Bündnisses „Wittenberg weltoffen“ und beteiligten sich an der Malaktion in der Bürgermeisterstraße, um mit bunten Kreidestiften ein farbenfrohes Zeichen gegen die von der AfD-Landtagsfraktion für Sonnabend in Wittenberg organisierte Aktion zu setzen – eine „Trauerkundgebung“ für den vor einem Jahr ums Leben gekommenen Marcus Hempel. Die AfD suggeriert, dass Syrer den Wittenberger „ermordet" haben, obwohl es noch kein Gerichtsverfahren gibt.

„Es gibt Kräfte, die diesen Todesfall politisch instrumentalisieren wollen, und dabei scheut die AfD offenbar nicht vor einem Schulterschluss mit Nazis zurück“, sagt Tobias Thiel, Sprecher des Bündnisses „Wittenberg weltoffen“. Man habe bewusst auf eine Gegen-Demonstration verzichtet und antworte mit einer kreativen Aktion. 

In dem 2015 gegründeten Bürgerbündnis sind alle demokratischen Parteien von CDU bis Linke sowie viele Institutionen, darunter die Evangelische Akademie, die Arbeiterwohlfahrt und die Johanniter-Jugend sowie Privatpersonen vertreten. 

Jörg Bielig, Kustos des Schlosskirchenensembles, findet die aufgewühlte Stimmung in Deutschland beängstigend: „Wir dürfen uns von den extremen Rechten nicht die Tagesordnung diktieren lassen und zeigen mit dieser symbolischen Malaktion, dass Deutschland tolerant und freiheitsliebend ist.“ 

Von Anfang an im Bündnis präsent sind die Jugendlichen der Johanniter, die sich auch bei der Malaktion aktiv einbrachten: „Wir sind gegen jede Form von Hass und lehnen jeden Aufruf zur Gewalt ab“, betonte Christian Gatniejewski, der bei den Johannitern unter anderem für die Jugendarbeit zuständig ist. Wie die AfD mit ihren Aktionen die Gesellschaft spalte, sei unerträglich. Es gebe keinen Grund, dem demokratischen Staat und seinen Institutionen, wozu auch unabhängige Gerichte zählten, nicht zu trauen. 

Johannes Winkelmann, Geschäftsführer der Wittenberg Marketing GmbH und Bündnis-Mitglied, hofft, dass die AfD-Kundgebung nicht zu einem Image-Schaden für die Lutherstadt führe. So habe es besorgte Anrufe gegeben, ob der Töpfermarkt am Wochenende stattfinde oder wegen des „Aufmarsches“ (!) abgesagt werde. Peter Zollner, Stadtrat der Linken, freute sich, dass vor allem so viele junge Leute und Familien mit Kindern an der Aktion in der Bürgermeisterstraße teilnahmen: „Das zeigt, dass sich eine Mehrheit in dieser Stadt nicht von der AfD missbrauchen lässt und deutlich Position bezieht.“ 

Für die Malaktion hatte Bündnis-Mitglied Rosty eine Grundzeichnung angefertigt, die von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ausgemalt wurde. Rechts und links der Straße prangen in großen Lettern die Worte „WITTENBERG“ und „WELTOFFEN“, Stadt- und Schlosskirche stellen die Stadt dar, eine große Friedenstaube, Regenbogen und andere Symbole stehen für Frieden, Toleranz und Akzeptanz. Überdies konnte sich jeder auch mit eigenen künstlerischen Ideen einbringen. 

Während auf der Straße eifrig gemalt wurde, sang der Chor der Rosa-Luxemburg-Schule mit Kindern und Jugendlichen aus Syrien, Pakistan, Afghanistan, Polen und Russland „Die Gedanken sind frei“, ein Klassiker, der den Wunsch nach geistiger, politischer und physischer Freiheit zum Ausdruck bringt. Chorleiter Markus Schuliers: „Wir wollen damit auch musikalisch ausdrücken, dass diese Stadt bunt und weltoffen ist.“




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