Petra Schütze, „Erfinderin" des Wittenberger Töpfermarktes vor dem Alten Rathaus, in ihrer Werkstatt in Gräfenhainichen. Foto: Wolfgang Gorsboth/Archiv

Petra Schütze, „Erfinderin" des Wittenberger Töpfermarktes vor dem Alten Rathaus, in ihrer Werkstatt in Gräfenhainichen. Foto: Wolfgang Gorsboth/Archiv

23.09.2018

Petra Schütze übergibt den Staffelstab an Jörg Engler

26. Wittenberger Töpfermarkt: Von bundesweiter Bedeutung

Wittenberg (wg). Am 29. und 30. September 2018 werden 90 Keramiker auf dem historischen Marktplatz erwartet. Der Töpfermarkt, zu dem die Keramiker-Innung Sachsen-Anhalt, die Wittenberg Marketing GmbH und die Stadt Wittenberg gemeinsam einladen, gilt sowohl unter Keramikern als auch bei den Besuchern als größter und schönster in Mitteldeutschland. Und wenn sich das Publikum an der 26. Auflage begeistert, ist es die letzte Töpfershow unter der Regie ihrer „Erfinderin“ Petra Schütze: Sie übergibt die Verantwortung an ihren Töpferkollegen Jörg Engler. 

 „Ich wollte keinen normalen Markt, sondern die einzigartige Atmosphäre einer Töpferei einfangen, um dieses wunderschöne Handwerk den Menschen nahe zu bringen“, erklärt Petra Schütze im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. 

Die freischaffende Keramikerin aus Gräfenhainichen hatte den nun bundesweit bekannten Töpfermarkt 1993 aus Anlass des 700. Jubiläums der Stadt Wittenberg aus der Taufe gehoben und will sich künftig ganz auf die kreative Arbeit in ihrer Werkstatt konzentrieren.

Erst nach der Wende konnten die Töpfer eine Innung gründen, dabei ging es auch darum, eigene Märkte in den neuen Bundesländern zu veranstalten. Von den damals bestehenden Märkten in Westdeutschland brachte Petra Schütze Fotos mit und zeigte sie Johannes Winkelmann, der in der Stadt für Kultur verantwortlich war – die Idee zum Wittenberger Töpfermarkt war geboren. „Die Zusammenarbeit mit Winkelmann und seinen Mitarbeitern ist in all den Jahren sehr gut gewesen“, betont Schütze. 

90 Töpferwerkstätten und freischaffende Keramiker aus ganz Deutschland werden zum 26.Töpfermarkt erwartet, damit klingt der Wittenberger Kultursommer aus und setzt gleichzeitig noch einen Höhepunkt. „Die Standplätze sind unter Töpfern heiß begehrt, da springt nur ganz selten jemand ab“, so Schütze. Es gibt eine Rotationsliste, damit auch neue Werkstätten zum Zuge kommen können. 

Das Angebot ist überaus vielfältig: Die nahezu unendlichen Möglichkeiten der Glasurmischungen und der keramischen Farben, die sich aus den unterschiedlichen Erfahrungen der einzelnen Werkstätten ergeben, sorgen von Stand zu Stand für immer neue Überraschungen. 

Das Programm  für den 26. Töpfermarkt

Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) eröffnet den Markt am Samstag um 10 Uhr. Mit dabei sind die Wittenberger Landsknechte und der Wittenberger Fanfarenzug, die mit den Töpfern gemeinsam einziehen und der Zeremonie ein festliches Gepräge geben. Dazu gehört auch das Hissen des Fahnenbanners, es zeigt als Symbol Hände auf einer Töpferscheibe. 

Fünf Töpferscheiben werden sich auf dem Markt drehen, Raku-Brände vor Ort demonstriert und es wird gezeigt, wie Keramik bemalt wird. „Die Besucher sind von diesen Vorführungnen begeistert und diese Begeisterung überträgt sich auch auf die Kunsthandwerker“, sagt Schütze. 

Am Sonntag hält Pfarrer Alexander Garth um 10 Uhr einen Gottesdienst in der Stadtkirche, der um 10.30 Uhr auf dem Markt gemeinsam mit den Töpfern und Bläsern gestaltet und vor dem historischen Rathausportal mit Texten und Liedern fortgesetzt wird. Speisen und Getränke gibt es der Umwelt zuliebe nur aus getöpfertem Geschirr. 

Hinter dem Alten Rathaus schlagen die Landsknechte, der Verein Wittenberger Bauernvolk und der Fanfarenzug ihre Lager auf. 

Die Töpfer verabschieden sich am Sonntag um 17.30 Uhr am Rathausportal mit ihrer selbst geschaffenen „Wittenberger Töpferhymne“. 

Parallel findet der ebenfalls traditionelle Bauernmarkt im Cranach-Hof, Schlossstraße 1, statt; dort werden Produkte der Region verkauft.

Zur Person  der „Töpfermarkt-Erfinderin“

Petra Schütze hatte Sintertechnik studiert, als Juningenieurin arbeitete sie unter anderem in den Tonwerken Dommitzsch, dort lernte sie das Töpferhandwerk kennen, das sie nie wieder loslassen sollte. 

1985 erfüllte sie sich ihren Traum und machte sich als Keramikerin selbständig, die Werkstatt in Gräfenhainichen führt sie seit 33 Jahren. Ihre Keramik ist betont schlicht und funktionell. 

Hinweis  zum ÖPNV

Die Stadtbusse der Linie 300 bis 304 fahren an beiden Tagen nicht durch die Innenstadt.




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