Das 2008 ohne Fördermittel errichtete Ausbildungsgebäude des BBW bietet optimale räumliche Bedingungen. Foto: BBW

Das 2008 ohne Fördermittel errichtete Ausbildungsgebäude des BBW bietet optimale räumliche Bedingungen. Foto: BBW

12.09.2018

Vom Bildungsträger zum modernen Dienstleister für Bildung

25. Gründungstag des BBW in Wittenberg

Wittenberg (wg). Das 1993 als Verein ins Leben gerufene Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft (BBW) feiert am 15. September von 10 bis 16 Uhr seinen 25. Gründungstag mit einer Mischung aus Tag der offenen Tür und Volksfest. „Wir verzichten auf einen offiziellen Empfang für geladene Gäste“, berichtet BBW-Geschäftsführerin Sabine Helling im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag, „denn solche Empfänge nutzen sich ab, stattdessen laden wir alle ein, die an unserem Erfolg mitgewirkt haben: unsere Mitarbeiter und Dozenten, unsere Vereinsmitglieder, unsere Partner aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, unsere Azubis sowie Teilnehmer aus vergangenen und laufenden Bildungsgängen, Schüler und deren Eltern sowie die interessierte Öffentlichkeit.“ 

Anlass der BBW-Gründung war die damalige Ausgliederung der Berufsausbildung des Stickstoffwerks aus dem Unternehmen mit dem Ziel, dass die Azubis durch die Betriebe eingestellt werden und das BBW als Dienstleister deren Grundausbildung übernimmt. Das ist auch heute noch eine der wesentlichen Säulen des BBW: Im Rahmen der Verbundausbildung für mehr als 50 Unternehmen der Region werden aktuell 150 Azubis in 20 Berufen ausgebildet, Schwerpunkte sind Chemie, Elektrotechnik und Metalltechnik. 

„2003 haben wir das Firmengelände in der Dessauer Straße erworben, vorher waren wir Mieter bei SKW“, beschreibt Helling einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des BBW. „Seitdem haben wir alle sechs Gebäude entweder saniert oder abgerissen und neugebaut.“ Weitere Meilensteine waren der Neubau des Ausbildungsgebäudes, die Investition in Höhe von zwei Millionen Euro stemmte das Unternehmen ebenso aus eigener Kraft wie den 2013 erfolgten Neubau für die Verwaltung und Schulungen inklusive Sozialtrakt. 

Um auf dem Bildungsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich das BBW den sich ständig verändernden Bedingungen anpassen, neue Marktsegmente erschließen und maßgeschneiderte Angebote konzipieren, was von allen Mitarbeitern, Dozenten und Lehrkräften ein hohes Maß an Engagement und Flexibilität erfordert.

Mit Blick auf Demographie, Nachwuchs- und Fachkräftemangel, technologischen Wandel und einer stetig steigenden Nachfrage nach Weiterbildung hat sich der Bildungsträger zum modernen Bildungsdienstleister profiliert. So hat sich die zweite wichtige Säule – die berufliche Weiterbildung/Aufstiegsfortbildung, einschließlich speziell konzipierter Lehrgänge nach den Wünschen der Auftraggeber aus Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung - in den vergangenen Jahren besonders stark entwickelt. Die Fortbildung zum Ausbilder, Meister oder Fachwirt eröffnet dem Beschäftigten Perspektiven des beruflichen Aufstiegs, während die Unternehmen ihre Bedarfe abdecken können.

Eine weitere Säule ist die Berufsorientierung mit TABEO plus („Tage der Berufsorientierung mit vorgeschalteter Potentialanalyse“) sowie BRAFO (Berufswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren). Damit unterstützt das BBW Schüler bei der Ermittlung ihrer Talente, Begabungen und Fähigkeiten und leistet damit einen optimalen Einstieg in das Berufsleben. „Wir begleiten mit den beiden Projekten rund 1.000 Schüler pro Jahr“, erklärt Helling „und arbeiten mit allen Sekundar- und Förderschulen zusammen.“

Die vierte Säule bilden Projekte, darunter ANLIN (Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie), ein Modellprojekt des Bundes, das bis 2019 befristet ist und danach verstetigt werden soll, zur Verankerung von Nachhaltigkeit im System der dualen Ausbildung in der chemischen Industrie. Dabei kooperiert das BBW als Ansprechpartner für die neuen Bundesländer mit Provadis in Frankfurt/Main. „Wir bewerben uns in Kooperation mit unseren Partnerunternehmen für das Bundesprogramm ‚Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern’“, erklärt Helling. Zur Zeit läuft der Ideenwettbewerb, Ziel ist es, neue Reserven für den Arbeitsmarkt zu erschließen, wie zum Beispiel durch die Entwicklung lebensphasenorientierter Arbeitszeitmodelle. „Wir stellen uns auch den Herausforderungen der Digitalisierung, so muss der Maschinenpark angepasst werden“, sagt Helling.

Interessierten Unternehmen biete man Workshops an, in denen getestet werden könne, ob und in welchem Maß man von der Digitalisierung/Arbeit 4.0 betroffen sei. „Derzeit platzen wir aus allen Nähten, zum Teil werden Weiterbildungslehrgänge in zwei Schichten durchgeführt, aber wir planen aktuell keinen weiteren Neubau“, betont Helling. 

Das Programm für den Tag der offenen Tür am 15.09. 2018

„Am Tag der offenen Tür können die Gäste unsere Schulungsräume und Werkstätten besichtigen und sich über unsere komplette Angebotspalette einschließlich der Projekte informieren“, versichert BBW-Geschäftsführerin Sabine Helling. Im Labor warten chemische Experimente auf die Besucher, an der Versuchsanlage im Elektrobereich wird Steuerungstechnik demonstriert und beim Rundgang durch die Metallwerkstatt gibt es Vorführungen an der CNC-Maschine.

An die Besucher und an ehemalige Kollegen wendet sich die in einer Chronik zusammengetragene BBW-Geschichte, dazu gehören auch Objekte aus der Vergangenheit. 

In der Zwergenkochschule können Kinder der Besucher und der Mitarbeiter lernen, wie man gesund kocht. „Wir kooperieren mit der Sarah Wiener Stiftung, die der ungesunden Fast-Food-Ernährung den Kampf angesagt hat“, so Helling. Für Kinder gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken, Basteln und vieles mehr.

Das Tanzstudio Schwager unterhält mit einem kleinen Showprogramm, für Essen und Trinken ist bestens gesorgt.˜




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