In Wittenberg ist Philipp Melanchthon mehrfach präsent, so auch mit seinem Denkmal (Ausschnitt) auf dem Marktplatz. Foto: Wolfgang Gorsboth

In Wittenberg ist Philipp Melanchthon mehrfach präsent, so auch mit seinem Denkmal (Ausschnitt) auf dem Marktplatz. Foto: Wolfgang Gorsboth

18.08.2018

Begrüßungsfest, Oratorium, Theater, Vorträge und vieles mehr

Vor 500 Jahren: Melanchthons Ankunft in Wittenberg

Wittenberg (wg). Seit seiner Ankunft am 25. August 1518 hat Philipp Melanchthon 42 Jahre in Wittenberg gelebt, länger als jeder andere Reformator. „Nach dem Reformationsjubiläum 2017 war klar, dass wir in diesem Jahr die Ankunft Melanchthons vor 500 Jahren angemessen begehen wollen“, erklärt Johannes Winkelmann, Geschäftsführer der Wittenberg Marketing GmbH, „dazu haben wir im September 2017 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.“ Trotz klammer Kasse sei es der Stadt gelungen, Fördermittel des Landes und von Lotto-Toto kozufinanzieren.

In Wittenberg wurde Melanchthon zum wichtigsten Mitstreiter Luthers und zum „Lehrer Deutschlands“. Um ihn gebührend zu würdigen, haben sich viele Institutionen zusammengefunden, auch Schulen sind beteiligt. „Wir orientieren uns an den authentischen Daten“, betont Winkelmann.

Vortrag im Augusteum

Über Melanchthons Ankunft in Wittenberg spricht am Dienstag, dem 21. August um 18.30 Uhr in der Kapelle im Augusteum Dr. Stefan Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten. Luthers Sekretär Georg Rörer hat das Ankunftsdatum präzise notiert: 25. August 1518 um 10 Uhr. Hinter Melanchthon liegt eine fast 30tägige Reise, die ihn von Bretten über Augsburg, Nürnberg und Leipzig nach Wittenberg führt. Wer ist der neue Professor? Was bringt er an Wissen und Ideen mit? Rhein stellt den 21jährigen Pfälzer und Neu-Wittenberger vor und zeigt, wie sehr Melanchthon die Wittenberger Reformation, wie sehr aber auch Wittenberg den Mann aus Bretten geprägt hat. 

Ein Fest zur  Begrüßung

„Philipp kommt,“ ist das Motto des Begrüßungsfestes am 25. August um 18 Uhr: Melanchthon wird an seinem Denkmal auf dem Marktplatz begrüßt und danach mit einem Festumzug zu seinem Haus geführt. Dort erwarten ihn nicht nur Speisen und Getränke, die dem „Griechlein“ und seinen Gästen einen angenehmen Abend bereiten sollen, sondern auch Musik und Texte, die von Andreas Hillger verfasst und unter seiner Regie von Schauspielern in Szene gesetzt werden. So soll von seiner Leidenschaft für die Kräuter im Garten ebenso die Rede sein wie von den Bewegungen des menschlichen Herzens und der Sorge um den Frieden in bewegten Zeiten. Vom Balkon des Hauses werden zu ausgewählten Zeiten Anekdoten aus Melanchthons Leben erzählt – von Dr. Stefan Rhein, der als Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten zugleich Gastgeber dieses Melanchthon-Abends ist. Ausklingen soll das Fest mit schwungvoll-sommerlicher Musik der „Ginzburg-Dynastie“ im Garten des Reformators. 

Oratorium  in Jessen und in der Phönix Theaterwelt

 „Gott alein/die Ehr“, so lautet die Inschrift in der Taschenuhr von Philipp Melanchthon, die heute als das älteste erhaltene Exemplar ihrer Art gilt. Unter diesem Titel werden die Kirchenchöre des Kirchenkreises Wittenberg gemeinsam mit Kinderchören und dem Paul-Gerhardt-Orchester unter der Leitung von Kreiskantor Michael Weigert den Anbruch einer neuen Zeit feiern – in einem Oratorium, das Christoph Reuter und Andreas Hillger („Die Elbe“) eigens für diesen Anlass verfasst haben. 

Neben dem Leben des Reformators wird dabei auch und vor allem sein Werk in den Blick gerückt, das ganz aus dem Wort geschöpft und auf die Bildung gerichtet war. Solisten sind der Schauspieler Frank Roder und die Sopranistin Barbara Berg. Das Oratorium erklingt am 25. August um 17 Uhr in der Nikolaikirche in Jessen und am 26. August um 16 und um 19.30 Uhr in der Phönix Theaterwelt Wittenberg. Tickets für das Phönix gibt es unter www.theater-wittenberg.de

„Graeculus“ in der Schlosskirche

Mit seiner Antrittsrede am 28. August 1518 beeindruckte der erst 21-jährige Melanchthon sein Publikum so sehr, dass ihm Martin Luther den Beinamen „Graeculus“ verlieh – eine Anspielung auf die zierliche Gestalt und die antike Beredsamkeit des neuen Weggefährten. Zum  wird „De corrigendis adolescentiae studiis“ am Schauplatz seines ersten Vortrags – in der Schlosskirche Wittenberg – noch einmal erklingen … allerdings mit Rücksicht auf das heutige Publikum in einer eingedeutschten und leicht gekürzten Version. Zudem wird der Text auf mehrere Sprecher verteilt und von Musikern begleitet - eine zeitgenössische Annäherung an ein Dokument, das vom Nutzen der Bildung für die Gegenwart und vom Vorbild der alten Denker erzählt. Der Eintritt ist frei, Kollekte erbeten.

„Ion“ - die Tragödie des Euripides 

„Ion“ von Euripides ist als Neuinszenierung des Theater Provinz Kosmos e.V. (Regie: Jens Mehrle) am Donnerstag, dem 30. August und Samstag, dem 1. September auf der Freifläche des Lutherhauses zu erleben, Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die 2.400 Jahre alte Tragödie des von Melanchthon hochgeschätzten und ins Lateinische übersetzten Euripides wird in den Aufführungen unmittelbar lebendig. Eine Frau lässt das ihr zugefügte Unrecht nicht auf sich beruhen. Am Orakel von Delphi begegnet ihr ein junger Tempelwächter, den ihr Mann für ein Geschenk, sie aber für eine Bedrohung hält. In dem nun eskalierenden Kampf bricht lange Verdecktes hervor. Eintritt: 18, 15 und 10 Euro. 

Die Biographie des Camerarius

Der langjährige Rektor der Leipziger Universität Joachim Camerarius (1500–1574) war seit seinem Studienbeginn 1521 in Wittenberg mit Philipp Melanchthon bis in dessen letzte Lebenstage hinein in sehr enger Freundschaft verbunden. Umso erstaunlicher erscheint es, dass die bald nach Melanchthons Tod in lateinischer Sprache verfasste Biographie des Camerarius, die viele interessante Details insbesondere aus dem Privatleben des ‚Praeceptor Germaniae’ enthält, mehr als 450 Jahre unübersetzt geblieben ist. Volker Werner, Lehrer für Latein und Geschichte am Luther-Melanchthon-Gymnasium, hat sich darum bemüht, das schon bei seinen Zeitgenossen gefürchtete Latein des Camerarius in ein gut lesbares Deutsch zu bringen, und präsentiert dem interessierten Publikum am Freitag, dem 31. August um 18.30 Uhr in der Kapelle im Augusteum die Früchte seiner Arbeit, der Eintritt ist frei.




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