Am Rischebach im Wittenberger Ortsteil Reinsdorf laufen die Hochwasserschutz-Maßnahmen planmäßig, ab Montag werden die Spundwände in den Boden gerammt. Foto: Wolfgang Gorsboth

Am Rischebach im Wittenberger Ortsteil  Reinsdorf laufen die Hochwasserschutz-Maßnahmen planmäßig, ab Montag werden die Spundwände in den Boden gerammt. Foto: Wolfgang Gorsboth

13.08.2018

An der Nordstraße wird ein "Retentionsraum" geschaffen

Hochwasserschutz und Renaturierung am Rischebach

Reinsdorf (wg). „Bei Starkregen entwickelt sich der Rischebach immer wieder zu einem Problem“, erklärte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) am Freitag beim Vorort-Termin, „dazu haben die Begradigungen des Bachlaufs, die Verringerung der natürlichen Polder sowie das Heranrücken des Siedlungsbaus an den Bach beigetragen.“ Bei Starkregen steige der Pegel des Rischbachs sehr schnell an, dies wolle man in Zukunft besser steuern. 

Aufgrund leidvoller Erfahrungen in der Vergangenheit und auf der Grundlage einer bereits 2005 erarbeiteten Planung mit dem Titel „Möglichkeiten der Renaturierung im Rahmen einer Hochwasserschutz-Konzeption für das Gewässersystem des Rischebaches“, welche den Bachverkauf von der Quelle in Straach bis zur Elbe berücksichtigt, werden seit Mitte Mai nördlich der Reinsdorfer Nordstraße Hochwasserschutz-Maßnahmen realisiert. 

Dort entsteht ein Rückhaltbecken mit einem Volumen von 31.230 Kubikmetern, das von drei Seiten durch Erddämme begrenzt wird, außerdem eine Drosselwand, bestehend aus Querwand mit Flügelwänden und Hakenschütz. Die Anlage funktioniert mechanisch ohne Pumpen und Elektronik und verursacht deshalb nur sehr geringe Betriebskosten. 

Diese Anlage sorgt dafür, dass maximal 1.300 Liter Wasser pro Sekunde durch den Rischebach fließen, kommen mehr Wassermassen, werden diese in das Retentionsbecken gelenkt. Vorher sorgte ein „Rechen“ vor dem Einfluss zum verrohrten Teil des Baches an der Nordendstraße regelmäßig zu Stau und Überschwemmungen. 

„Mit den Maßnahmen am Rischbach wollen wir insgesamt eine Vergleichmäßigung des Oberflächenwassers erreichen“, erläutert Peter Grasenack, beim Entwässerungsbetrieb Abteilungsleiter Kanalnetze. Diesem Zweck dienten bereits die in Straach realisierten, deutlich kleineren Retentionsflächen von rund 3.000 bzw. 1.000 Kubikmetern. Eine weitere Fläche soll am Franzosengraben entstehen.

„Bei der Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahme in Reinsdorf profitieren wir von der natürlichen Topographie“, berichtet der zuständige Planer, Ingenieur Ulrich Bertz. Neben dem Rückhalten von Oberflächenwasser beinhaltet die Maßnahme auch die Renaturierung des Rischebaches, der wieder mäandern soll. Bei der Umsetzung der Maßnahme sind ohnehin Naturschutzbelange (Bachneunauge, Rote Waldameise) zu berücksichtigen, weshalb sich auch das Genehmigungsverfahren langwierig gestaltete.

Investiert werden 1,1 Millionen Euro, Fördermittel in Höhe von 513.000 Euro sind gemäß Bewilligungsbescheid zugesagt. Die Fertigstellung der Maßnahme Retentionsraum Nordstraße Reinsdorf ist zum Jahresende geplant.




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