Joachim Zander, Vorsitzender des Geschichts- und Forschungsvereins WASAG Haupt-Werk Reinsdorf e.V. Foto: Wolfgang Gorsboth

Joachim Zander, Vorsitzender des Geschichts- und Forschungsvereins WASAG Haupt-Werk Reinsdorf e.V. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.07.2018

Kompliziertes Antragsverfahren verzögert das Vorhaben

Das Informations- und Dokumentationszentrum WASAG kommt

Apollensdorf (wg). „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit, wir benötigen für das komplizierte Antragsverfahren einfach mehr Zeit“, erklärt Joachim Zander, Vorsitzender des Geschichts- und Forschungsvereins WASAG Haupt-Werk Reinsdorf e.V., im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Der Verein hat sich die anspruchsvolle Aufgabe gestellt, im Pförtnerhaus des ehemaligen Krankenhauses Apollensdorf-Nord ein Informations- und Dokumentationszentrum der WASAG aufzubauen. Pförtnerhaus und Ambulanz wurden langfristig gepachtet. 

„Wir wollen kein Provisorium, sondern das Gebäude ordentlich sanieren“, betont Zander. Obwohl es keine Veränderungen an Fassade und Statik gibt und auch der Denkmalschutz nicht betroffen ist, erfordern die Fördermittelmodalitäten, dass ein Bauantrag gestellt werden muss. Ein Brandschutzgutachten ist ebenfalls erforderlich. Außerdem will der Verein Stellungnahmen einholen, die die Bedeutung des Vorhabens für Stadt und Region auch aus touristischer Sicht unterstreichen. 

Entstehen soll eine multimediale Ausstellung, ein circa acht Meter langes und drei Meter breites Modell des WASAG-Werkes soll in Kooperation mit einer Hochschule für Architektur und Bauwesen geschaffen werden. Geplant sind themennahe Veranstaltungen und Konferenzen. Der Verein sucht WASAG-Zeugnisse aller Art wie Fotos, Betriebsausweise und andere historische Dokumente. „Exponate bekommen bei uns einen würdigen Platz, Fotos werden gescannt und zurückgegeben“, versichert Zander. Langfristig ist eine Dokumentation in Buchform geplant. 

Ein Werk mit mehr als 12.000 Mitarbeitern

Das Werk in Reinsdorf hatte zeitweise bis zu 12.500 Mitarbeiter, verfügte im Zeitraum von 1893 bis 1945 über 113 Reichspatente und hatte moderne Forschungsabteilungen, unter anderem wurde mit Festbrennstoffen für Raketen experimentiert sowie schlagwettersichere Bergwerks- und Gesteinssprengstoffe entwickelt. „Das Unternehmen war geprägt von einem Höchstmaß an Forschung und Innovation, unternehmerischen Geschick und sozialem Engagement auf hohem Niveau“, erläutert Zander, „jedoch leider auch von einer führenden Rolle in der Rüstungsproduktion in beiden Weltkriegen.“ 

Die dreimal pro Jahr geplanten Vorträge sollen zuerst im Kultur- und Traditionsverein Apollensdorf stattfinden, danach in Kooperation mit dem Heimatverein auch in Wittenberg. 

In der Arbeitsgruppe „Wissenschaft in Wittenberg“, die sich mit Blick auf die Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes gegründet hat, konnte sich der Verein bereits vorstellen: „Unsere Anliegen wurden mit großem Interesse aufgenommen“, erklärt Zander, „wir sind gerne bereit, unseren Beitrag im Zusammenspiel von Wissenschaft, Kultur und Bildung zu leisten.“ 

Historische Dokumente gesucht 

Wer dem Verein historische Dokumente für die geplante Ausstellung zur Verfügung stellen möchte, wendet sich an: Geschichts- und Forschungsverein WASAG Haupt-Werk Reinsdorf e.V., Finkenweg 1b, 06886 Wittenberg/OT Apollensdorf-Nord. 

Spenden werden erbeten auf das Konto bei der Sparkasse Wittenberg, Konto-Nummer DE70 8055 0101 0101 0261 29. 

Weitere Informationen stehen im Internet unter www.wasag-hauptwerk-reinsdorf.de




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