Stephan Zöllner, Leiter der Begegnungsstätte, mit Kollegin Ulrike Grunwald. Foto: Wolfgang Gorsboth

Stephan Zöllner, Leiter der Begegnungsstätte, mit Kollegin Ulrike Grunwald. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.07.2018

Bedarfe gemeinsam erkennen und Versorgungslücken schließen

Bethel-Begegnungsstätte: Diplomaten sozialer Arbeit

Wittenberg (wg). 730 Tage Präsenz in Wittenberg hat die Bethel-Begegnungsstätte in der Collegienstraße am Freitag mit einem Tag der offenen Tür sowohl mit interessierten Bürger als auch mit Kooperationspartnern sowie Vertretern sozialer Träger gefeiert. Bei guten Gesprächen tauschte man Meinungen und Ideen aus, dabei wurde auch deutlich, das Bethel noch länger in der Lutherstadt bleiben will. 

„Als wir die Begegnungsstätte 2016 eröffneten, sind wir belächelt worden, weil es hieß, die sind nach 2017 wieder verschwunden“, erinnert sich der Leiter der Begegnungsstätte, Stephan Zöllner, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. „Aber wir bleiben mindestens bis Ende 2019 und meine Prognose lautet: Wir bleiben über 2019 hinaus präsent, denn wir sehen uns als Diplomaten sozialer Arbeit!“ 

Dieses große, 150 Jahre alte diakonische Unternehmen hat außer der Reformation einen weiteren Grund, in Wittenberg Präsenz zu zeigen: Die Stegreifrede, in der sich Johann Hinrich Wichern beim Kirchentag in Wittenberg 1848 in aufrüttelnder Weise für Not leidende Menschen und die Arbeit der Inneren Mission aussprach, gilt als die Geburtsstunde der Diakonie. Auch deshalb lautet der Anspruch der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel „für Menschen da sein“ und „Gemeinschaft verwirklichen.“ 

Gemeinem mit anderen Trägern agieren

„Wir sind mit mehreren örtlichen Trägern im Gespräch darüber, was wir künftig gemeinsam entwickeln können, wie zum Beispiel eine Anlaufstelle, in der verschiedene Träger über ihre Angebote sowie die gesetzlichen Grundlagen der Eingliederungshilfe informieren“, berichtet Zöllner. „Wir haben in den Gesprächen mit den Bürgern erkannt, dass es einen großen Bedarf an Informationen und Beratung gibt, unter anderem in den Bereichen Pflege und Psychiatrie“. Pflegenotstand und Fachkräftemangel erforderten zusätzlich von allen Akteuren ein gemeinsames Agieren, und das zeitnah. 

Es gelte, Versorgungslücken zu schließen und das gehe nur gemeinsam, dazu sollten die sozialen Träger in der Region einen Runden Tisch bilden. Mit den Alexianern und den Johannitern gebe es bereits eine gute Zusammenarbeit, zum 12. Wittenberger Gespräch über das Thema „Leben im Sterben ermöglichen – Hospizarbeit“ habe sich auch der Vorstand der Paul-Gerhardt-Stiftung, Pfarrer Dr. Werner Weinhold, angesagt. Zur Stiftung gehört auch die Paul Gerhardt Diakonie-Akademie, die allen Berufsgruppen innerhalb des Unternehmensverbundes umfassende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. „Auch hier lässt sich kooperieren“, meint Zöllner, „warum sollen Bethel-Mitarbeiter aus Berlin den weiten Weg nach Bielefeld in Kauf nehmen, wenn sie Weiterbildungen in Wittenberg absolvieren können.“ Außerdem wolle man die Schulungen für Bethel-Mitarbeiter aus acht Bundesländern in Wittenberg fortsetzen.

Darüber hinaus engagiert sich die Begegnungsstätte auch bei den im Sommer geplanten Konfi-Camps: „Wir wollen, dass möglichst viele junge Menschen nach Wittenberg kommen und werden dazu unsere stiftungseigenen Netzwerke nutzen.“ Der Finanzausschuss der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die Finanzierung der Konfi-Camps bis einschließlich 2022 beschlossen, mehrere Landeskirchen sowie die Schweizer haben ihr Interesse bereits bekundet. 

Neues Format „DenkMalStadt“

Mit „DenkMalStadt“ hat die Bethel-Begegnungsstätte ein neues Format entwickelt, „mit dem wir Bürgern, Innenstadthändlern und Dienstleistern eine Plattform zum kreativen Denken bieten wollen“, erklärt Zöllner. Zwei Gesprächsrunden fanden bereits statt, dabei wurde der Bedarf nach einem Frischemarkt mit regionalen und Bio-Produkten geäußert und die Frage diskutiert, wie sich das Einkaufen in der Altstadt attraktiver gestalten lasse, einheitliche Öffnungszeiten seien noch immer ein Thema. Außerdem wurde der Wunsch nach einer Broschüre geäußert, in der alle Fair-Trade-Geschäfte aufgelistet sind. 

„Wir wollen künftig in der Begegnungsstätte Produkte aus unseren Werkstätten verkaufen, darunter auch Handwerkskunst der hochwertigen Edition ‚achtzehn67’, die eindrücklich zeigt, welche vielfältigen Talente Menschen mit Behinderungen haben“, so Zöllner „auch hiesige Träger wie das Augustinuswerk können ihre Produkte bei uns anbieten.“ 

Hinweis

Die nächste Auflage von „DenkMalStadt“ findet am Donnerstag, dem 5. Juli in der Bethel-Begegnungsstätte in der Collegienstraße 41/42 statt. Einlass ab 18.30 Uhr, Beginn ist um 19 Uhr.




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