Nebenbei vom DFB auch zum "Mercedes-Trainer" gemacht: Bundestrainer Jogi Löw. Foto: DFB

Nebenbei vom DFB auch zum "Mercedes-Trainer" gemacht: Bundestrainer Jogi Löw. Foto: DFB

29.06.2018

Ein Kommentar von Hobby-Bundestrainer Wolfgang Marchewka

Jogi Löw muss gehen – oder?

Millionen von ehrenamtlichen Bundestrainern können nicht irren: Der hauptamtliche Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft muss gehen, weil er allein die Verantwortung trägt für den blamablen Auftritt der sogenannten Mannschaft bei der WM in Russland. Stimmt das wirklich? 

Zunächst einmal trägt Löw die Verantwortung dafür, dass solche National-Kicker, die dereinst in die Kategorie „kämpfende Rumpelfußballer“ einsortiert worden sind, abgelöst wurden durch tatsächlich spielende Fußballer, die gemeinsam mit ihrem Bundestrainer für eine historisch beispiellose, über zehn Jahre anhaltende Erfolgsserie gesorgt haben, die in 2014 mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft gekrönt worden ist. Das während dieses Turniers die ebenfalls weltmeisterlichen Brasilianer von den Deutschen mit 7:1 aus dem eigenen Stadion gefegt wurden, steckt den Südamerikanern noch heute in den Knochen. 

Erinnern wir uns: Schon damals, auf dem Höhepunkt der Erfolgswelle, gab es Hobby-Bundestrainer, die da meinten, Deutschland sei nicht wegen, sondern trotz Jogi Löw Weltmeister geworden, denn die Spieler waren einfach zu gut, um zu scheitern. 

Mal angenommen, diese Hobby-Experten hätten Recht gehabt: Warum soll dann Jogi Löw allein Schuld tragen dafür, dass dieselben Stars, die uns 2014 „trotz Trainer“ den Titel beschert haben, bei dieser WM zu den schlechtesten Akteuren auf dem Feld gehörten? Nehmen wir das Beispiel Thomas Müller: Der war in dieser Vorrunde noch nicht einmal ein Schatten, sondern höchstens ein Halbschatten jenes Spielers, der einst mit seinen Treffern maßgeblich an den Erfolgen beteiligt war. Oder das deutsche Mittelfeld, das diesmal eher Altherrenfußball als sinnvolle Aktionen zelebrierte. 

Ist es Jogis Schuld, dass die bis vor kurzem noch als unverzichtbar geltenden Stars Kroos und Khedira mit ihren anfängerhaft wirkenden Fehlern höchstpersönlich den Niedergang einleiteten? Gibt es nicht viel mehr Gründe für das Versagen?

Ein sportlicher Grund dürfte in dem Umstand liegen, dass der auch von der besten deutschen Vereinsmannschaft Bayern München gepflegte Ballbesitzfußball heute nicht mehr der Weisheit letzter Schluss ist, weil das Ballgeschiebe im Mittelfeld zwar hohe Passquoten erzeugt, die in der Statistik beeindruckend wirken, aber defensiv eingestellten Mannschaften immer wieder die Zeit geben, ihre Abwehr zu ordnen.

Erinnern wir uns an das Endspiel um den deutschen Pokal: Zwei schnelle Konter der als krasse Außenseiter geltenden Frankfurter reichten, um den ballschiebenden Favoriten Bayern München trotz seiner internationalen Stars zu bezwingen. 

Schnelle Konter: War da was bei der WM in Russland? 

Abgesehen von sportlichen Mängeln scheint es weitere zu geben. Einige stecken in den Köpfen der erfolgreichsten Kicker: Von Überheblichkeit war sogar öffentlich die Rede. 

Arroganz scheint auch in den Köpfen solcher DFB-Funktionäre zu stecken, die aus einem sportlichen Aushängeschild ein Vermarktungs-Produkt gemacht haben, das für den DFB möglichst hohe Einnahmen generieren soll. 

Kurzum: Der Wurm steckt in diversen Hölzern des deutschen Fußballs. Ein Auswechseln des Bundestrainers allein würde die sportliche Talfahrt der Nationalmannschaft nicht beenden.




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