Bürgermeister Jochen Kirchner (r.) und Ortsbürgermeister Werner Matthes. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bürgermeister Jochen Kirchner (r.) und Ortsbürgermeister Werner Matthes. Foto: Wolfgang Gorsboth

22.06.2018

Bürgermeister Jochen Kirchner hat Boßdorf besucht

Agrargenossenschaft und Vereine prägen das Leben

Boßdorf (wg). Nach Abtsorf in der vergangenen Woche war Boßdorf, ganz im Norden der Stadt, am heutigen Freitag der zweite Ortsteil der Stadt Wittenberg, den Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) besuchte. In regelmäßigen Abständen sollen alle 12 Ortschaften vorgestellt werden, immerhin lebt hier rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Stadt. In Boßdorf mit den Ortschaften Assau, Kerzendorf und Weddin leben 490 Einwohner, die Eingemeindung erfolgte 2009.

„Es ist immer wieder beeindruckend, wie aktiv das Gemeindeleben in den Ortschaften ist“, erklärte Kirchner. Es sind die Vereine, die sich einbringen – in Boßdorf sind dies vor allem der Feuerwehrverein und das Blasorchester. Eine besondere Rolle kommt der Agrargenossenschaft zu, sie ist nicht nur der größte Arbeitgeber, wie Matthias Benke, Leiter Feldwirtschaft, betonte, sondern sie übernimmt vor Ort viele Aufgaben wie den Winterdienst. 

„Wir haben die Technik, wir helfen“, sagte Benke. Das 1975 von der Abteilung Tierproduktion der damaligen LPG gebaute Kulturhaus würde wohl kaum mehr existieren, wenn sich die Agrargenossenschaft nicht für diesen Treffpunkt aller Generationen einsetzen würde. „Wir halten dieses Haus in Ehren, sonst würde es keiner machen“, so Benke. 

Mehr als 2.000 Hektar Fläche bewirtschaft die Agrargenossenschaft, auch in Brandenburg, weshalb die Feuerwehren in den benachbarten Gemeinden im Landkreis Potsdam Mittelmark von dem Unternehmen genauso unterstützt werden, wie die Wehr im Ortsteil Boßdorf und seinen Ortschaften. 

„Der große Flächenbrand bei Zixdorf konnte nur gemeinsam und länderübergreifend mit allen Wehren aus der Region gelöscht werden“, erklärte Benke. „Im Fläming ist das Wasser knapp, aber wir brauchen dringend Löschwasser und deshalb müssen alle Dorf- und Löschteiche gefüllt sein.“ Probleme gibt es beim unteren Dorfteich in Boßdorf, dessen Staumauer seit mehr als einem Jahr undicht ist, die Reparaturmaßnahen sollen in Kürze beginnen. 

 „Es gibt bei uns viel private Initiative“, berichtete Ortsbürgermeister Werner Matthes, der zugleich auch als evangelischer Pfarrer in Boßdorf tätig ist – offenbar mit großem Erfolg, denn mehr als 50 Prozent der Einwohner bekennen sich zum evangelischen Glauben. 

Ein Beispiel für Privatinitiative sei das einmal im Jahr von Ortschaftsrätin Christine Seifert organisierte Spielplatzfest in Kerzendorf, das immer wieder gut angenommen werde. Außerdem verfügt Kerzendorf über einen Rodelberg, der sich dem Erdaushub infolge von Straßenbauarbeiten verdankt und auch für die Kinder aus den umliegenden Ortschaften im Winter eine große Attraktion darstellt. 

Der Feuerwehrverein engagiert sich nicht nur beim Osterfeuer, Pfingstbrauchtum und Weihnachtssingen, sondern er organisiert immer im August als großen Höhepunkt das Dorffest – mit tatkräftiger Unterstützung durch die Agrargenossenschaft. „Beim Dorffest verzeichnen wie aufgrund der älter werdenden Bevölkerung einen leichten Rückgang, dafür gibt es wieder mehr Kinder und Jugendliche“, so Sven Häsler vom Feuerwehrverein. 

Seit 55 Jahren gibt es das Blasorchester Boßdorf e.V. , es seien, so Vorsitzender Roland Pötzsch, noch Gründungsmitglieder dabei, die den Verein unterstützten. Nur mit der Förderung durch die Lutherstadt sei man nicht zufrieden: Obwohl man eine rege Nachwuchsarbeit betreibe und zahlreiche niveauvolle Konzerte bestreite, sei in den Jahren 2016 und 2017 der beantragte Zuschuss in Höhe von 500 Euro nicht gewährt worden. 

„Wir werden die Kritik aufgreifen und anhand unserer Förderrichtlinien überprüfen“, versprach Bürgermeister Kirchner und informierte über die derzeit durchgeführte Erneuerung der Terrasse der Kita „Bambi“, für die 20.000 Euro investiert würden. Im Anschluss sollen 36.000 Euro für den Wegebau eingesetzt werden. 

Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) 2017+ werden sowohl die Stärken als auch Defizite der Ortsteile erfasst. Unter dem Begriff „Vernetzte Stadt“ sollen Kernstadt und Ortschaften noch besser zusammenwachsen. Größtes Problem ist der fast nicht existente ÖPNV.





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