Wegen der extremen Hitze beim Wittenberger Stadtfest Luthers Hochzeit war beim Festumzug Wasser gefragt. Die Waschweiber hatten einen ganzen Wagen voll. Foto: Oleg Alimov

Wegen der extremen Hitze beim Wittenberger Stadtfest Luthers Hochzeit war beim Festumzug Wasser gefragt. Die Waschweiber hatten einen ganzen Wagen voll. Foto: Oleg Alimov

17.06.2018

Organisatoren sehen keine generelle Trendwende

Finanzielle Einbußen beim 24. Wittenberger Stadtfest

Wittenberg (wg). „Das Wetter ist und bleibt das Hauptrisiko einer jeden Open Air-Veranstaltung“, resümiert Johannes Winkelmann, Geschäftsführer der Wittenberg Marketing GmbH, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag das 24. Stadtfest. Auch wenn die finanzielle Bilanz erst in einigen Tagen abschließend erstellt sein werde, so stehe fest, dass einige Tausend Plaketten weniger verkauft worden sind: „Für uns bedeutet das schmerzliche Mindereinnahmen, denn der Plakettenverkauf ist die Haupteinnahmequelle.“ 

Allein die Logistik-Kosten für das Stadtfest schlagen mit circa 100.000 Euro zu Buche. Überdies müsse die Wittenberg Marketing GmbH wegen der vom Stadtrat beschlossenen Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushaltes in diesem Jahr mit 66.000 Euro weniger auskommen, man sei aber von Einnahmen und Zuschüssen abhängig.

„Es war gnadenlos heiß, alle wurden in ihrer Leidensfähigkeit geprüft, die Umzugsteilnehmer, die historischen Vereine, die Händler, Gastronomen und Gewerbetreibenden und auch wir als Veranstalter“, sagt Winkelmann. Zwar waren abends die Höfe und Plätze gut besucht, doch konnte dies die Umsatzrückgänge vom Tage nicht ausgleichen. Auch der Tag der Bundeswehr am Sonnabend, an dem sich erstmals der Fliegerhorst Holzdorf beteiligte, habe Besucher gekostet. 

Von einer Trendwende beim Stadtfest möchte Winkelmann jedoch nicht sprechen: „70.000 Besucher an drei Tagen sind angesichts der Hitze immer noch eine Hausnummer und mit circa 1.700 Teilnehmern beim historischen Festumzug können wir auch zufrieden sein.“ Man habe Verständnis für jeden, der angesichts der tropischen Temperaturen nicht mit einem schweren Gewand habe mitlaufen wollen, auch die Wolfshunde des Kurfürstlichen Hofes hatten diesmal hitzefrei. 

Alles in allem sei die Stimmung gut gewesen, am Ende des Festumzuges am Luther-Hotel habe bei den Teilnehmern trotz aller Erschöpfung eine große Euphorie geherrscht. „Vor allem auswärtige Gäste haben uns bestätigt, dass Aura und Ausstrahlung die Besonderheit unseres Stadtfestes ausmachen“, betont Winkelmann. 

Auch wenn die aktiven Wittenberger im Gewand im positiven Sinne wie verwandelt seien, so gebe es leider auch solche Zeitgenossen, die sich an nichts beteiligen und nicht mal in der Lage sind, konstruktive Kritik zu üben, sondern in jedem Jahr nur meckern, bedauert Winkelmann.

Am bewährten Thema  „Luthers Hochzeit“ solle sich auch in Zukunft nichts ändern. Das Stadtfest sei indes kein reines Mittelalterfest, sondern man versuche, durch ein umfangreiches und vielfältiges Programm möglichst für jeden Geschmack und Alter etwas Passendes zu bieten.

Dass auf dem Markplatz in diesem Jahr wieder moderne Musik erklang, habe sich bewährt. Auch wenn man sich die ganz großen Stars nicht leisten könne, so habe man dennoch bekannte Namen verpflichtet, die Resonanz beim Publikum sei gut gewesen. Nur die Marktveranstaltungen vormittags mit Ausnahme von ‚Wittenberg on Stage’ seien diesmal nicht so gut besucht gewesen. 

Gut besucht waren hingegen an allen drei Tagen die Höfe, die vor allem von den hiesigen historischen Vereinen bespielt wurden. „Was der Verein Leucoreadorf Bystrica auf dem neu gestalteten Schlosshof auf die Beine gestellt hat, war sehr ansprechend“, erklärt Winkelmann. 

Auf gute Resonanz stieß wie immer der Weberhof in der Regie des Freundeskreises Wittenberg e.V., der erstmals auf dem zur Stadtbibliothek gehörenden Wiese unter dem Motto „Kinderland“ vielfältige Angebote für den Nachwuchs organisiert hatte.

„Veränderungen hat es immer geben, und die wird es auch zur 25. Auflage geben“, betont Winkelmann, für den die „Silberhochzeit“ das letzte Stadtfest vor seinem Ruhestand sein wird. „Kontinuität und Veränderung prägen unser Fest, wir haben kompakt begonnen und dann das Festgelände ausgeweitet, jetzt müssen wir überlegen, alles wieder zu konzentrieren.“ 

Winkelmann denkt dabei an das Areal zwischen Stadt- und Schlosskirche samt der dazu gehörenden Plätze und Höfe, wobei auch die Wallstraße einbezogen werden könnte: Dort stehen Bäume, die Schatten spenden, überdies gibt es Verbindungen zwischen Schlossstraße, den Höfen und der Wallstraße. 

Mit Stadt, Polizei und Feuerwehr gibt es zeitnah eine Auswertungsrunde, im Herbst eine zweite gemeinsam mit den Vereinen, spätestens dann sollen neue Vorschläge und Ideen präsentiert werden, wobei sich alle Stadtfestakteure aktiv einbringen können.




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