14.06.2018

Wittenberger Sonntag liest die Rheinische Post

Fifa erkauft sich Freiheit

Düsseldorf (ots) - Die Fifa hat mal wieder getan, was man von der Fifa erwartet. Der Fußball-Weltverband hat sich bei der Vergabe des WM-Turniers an genau einer Frage orientiert: Von welchem Ausrichter profitiere ich am meisten? 

Nicht ganz überraschend ist so die Wahl auf die USA, Kanada und Mexiko gefallen. Erstens, weil das Trio der Fifa elf Milliarden Euro Profit für die WM 2026 versprochen hat. Kontrahent Marokko hatte nur fünf Milliarden zu bieten. Zweitens, und das ist für viele Spitzenfunktionäre aus persönlicher Betroffenheit wohl ein entscheidendes Argument gewesen, ist durch den Zuschlag für die USA davon auszugehen, dass die Korruptionsermittlungen der US-Justiz gegen die Fifa mit deutlich weniger Nachdruck geführt werden. 

Es war schon sehr auffällig, dass in den vergangenen Monaten keine Anklage mehr erhoben worden ist. Die Fifa ist darum bemüht, dass die Show weitergeht. Egal, mit welchen Mitteln. Das System von unzähligen Abhängigkeiten ist derart anfällig für krumme Geschäfte, dass eine Besserung einfach nicht in Sicht ist.





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