Christian Gatniejewski (l.) und seine Johanniter hatten auch schon Ministerpräsident Reiner Haseloff und Ehefrau Gabriele zu Gast. Foto: Verein

Christian Gatniejewski (l.) und seine Johanniter hatten auch schon Ministerpräsident Reiner Haseloff und Ehefrau Gabriele zu Gast. Foto: Verein

03.06.2018

JUH und DRK stellen die medizinische Versorgung sicher

Die unentbehrlichen Helfer hinter den Stadtfest-Kulissen

Wittenberg (wg). Zum Gelingen des Wittenberger Stadtfestes „Luthers Hochzeit“ tragen viele bei: die historischen Vereine, die Mitwirkenden beim Festumzug, die Künstler, Händler, Polizei, Feuerwehr, Security, Johannes Winkelmann und sein Team von der Wittenberg Marketing GmbH und viele Freiwillige vor und hinter den Kulissen. Wichtig sind die je 30 Helfer, die die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) für die medizinische Versorgung bereit stellen.

„JUH und DRK bilden eine Rettungsdienstgemeinschaft“, berichtet Christian Gatniejewski, Leiter des Johanniterhauses in der Lutherstraße, „ohne diese Gemeinschaft hätten wir Probleme, das Stadtfest abzusichern.“ Einsatzeiter ist in diesem Jahr Dirk Böttcher von der JUH, im nächsten Jahr stellt das DRK die Leitung. Gut sei auch die Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr, man kenne sich seit vielen Jahren. 

Auf dem Parkplatz Ecke Elb-/Wallstraße betreiben die Rettungssanitäter gemeinsam eine Unfallhilfsstation, wo sich auch der Einsatzleitwagen und der Notarzt befinden, hier können drei Patienten gleichzeitig behandelt werden. Vorbereitet sind die Helfer auf alles, Rettungswagen, Krankenwagen und mobile Versorgungspunkte im Stadtgebiet kommen zum Einsatz, ebenso Fußtrupps mit zwei bis drei Helfern je nach Erfordernis. 

„Das Miteinander ist über die Jahre gewachsen, es gibt keine Berührungsängste, die im Einsatz befindlichen Teams wie die Fußtrupps sind gemischt aus DRK und JUH zusammengesetzt“, freut sich Gatniejewski. Jede habe sein eigenes Profil, der Umgang miteinander sei freundschaftlich, auch die Jugendabteilungen sollen in Zukunft das Miteinander in gemeinsamen Wettbewerben pflegen. 

Das Stadtfest ist zugleich der Auftakt für eine arbeitsreiche Sommersaison, denn DRK und JUH sind gemeinsam auch für die medizinische Versorgung der drei großen Festivals in Ferropolis zuständig – Melt, Splash und With Full Force. Das DRK Wittenberg sichert am Stadtfest-Wochenende zusätzlich den Tag der Bundeswehr auf dem Fliederhorst Holzdorf ab, weshalb es für „Luthers Hochzeit“ Unterstützung vom DRK-Verband Bitterfeld erhält, während seitens der JUH ein Sanitätszug aus Magdeburg vor Ort ist. 

Die 30 Helfer der JUH kommen alle vom Landesverband Sachsen-Anhalt - Thüringen. „Die meisten Fußtrupps sind am Samstag nach dem historischen Festumzug unterwegs, wenn in der Altstadt dichtes Gedränge herrscht“, berichtet Gatniejewski. Kreislauf- und Herzprobleme sowie dehydrierte Patienten insbesondere bei hochsommerlicher Hitze, Verstauchungen, kleine Schnittverletzungen oder durch Insektenstiche hervorgerufene allergische Reaktionen sind zu versorgen – und immer wieder Blasen an den Füßen, weil einige Stadtfestbesucher das viele Laufen nicht gewohnt sind. 

„Die bisherigen Stadtfeste waren entspannt, Verletzungen infolge von Schlägereien sind glücklicherweise Fehlanzeige“, sagt Gatniejewski, „die Einsätze bei Festivals in Ferropolis sind aufgrund des Alkohol- und Drogenkonsums deutlich stressiger.“ An die Stadtfestbesucher appelliert der Johanniter, eine Gasse für Rettungsfahrzeuge frei zu machen: „Einsätze sind kein Spaß!“ Dass sich einige Innenstadt-Gastronomen, aber auch Händler immer weiter Richtung Straße ausbreiten, erschwere zusätzlich die Arbeit des Rettungsdienstes. 

Auch das Stadtfest 2017 ist aus Sicht Gatniejewskis entspannt verlaufen, trotz freien Eintritts und der Weltausstellung Reformation. Ebenso verlief der Abschluss-Gottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentages auf den Elbwiesen reibungslos, für die JUH war dies indes der größte Einsatz seit der Gründung 1952, Helfer kamen aus ganz Deutschland, sogar ein Rettungshubschrauber der JUH kam zum Einsatz. 

Hospitalritter auf dem Bugenhagenhof 

Dass sich die Johanniter am Stadtfest beteiligen, sie bespielen den Bugenhagenhof und beteiligen sich am historischen Festumzug, hat mit der Geschichte zu tun: Der Johanniterorden ist der protestantische Zweig der im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründeten und nach dem Ersten Kreuzzug in einen Ritterorden umgewandelten Gemeinschaft der „Johanniter“ bzw. Hospitaliter“. Nikolaus Faber, ein Johanniter, studierte in Wittenberg ab 1520 Theologie bei Luther und Melanchthon, 1523 kehrte er ins Rheinland zurück, wo er die Reformation einführte.

„Angesichts dieses historischen Hintergrunds war es für uns naheliegend, dass wir uns am Stadtfest beteiligen“, erklärt Gatniejewski. Im historischen Festumzug finden sich die Hospitaliter im 14. Bild Wachen, Wehren und Landsknechte. Zu erkennen sind sie an ihren traditionellen Ordensgewändern mit Waffenrock und darauf genähten Kreuzen. 

An allen drei Stadtfesttagen sind die Johanniter auf dem Bugenhagenhof zu finden, dort können Kinder sich schreckliche Wunden schminken lassen, Schwerter schmieden, das Schokokuss-Katapult ausprobieren, an Lanzenturnieren teilnehmen, eine Burg belagern, sich in Jonglage üben oder Knüppelkuchen backen. Außerdem wird die Behandlung eines wackeren Ritters mit einer Pfeilsteckschusswunde vorgeführt. 

„Der Bugenhagenhof hat sich für uns bewährt“, sagt Gatniejewski, „ein schöner und beschaulicher Ort mit kinderfreundlicher Atmosphäre.“ Auch wer Ruhe vom Stadtfest-Trubel sucht, kommt hier auf seine Kosten. Nicht nur die Jugendgruppe der Johanniter beteiligt sich, auch alle Mitarbeiter bringen sich ein, ob sie im Kindergarten, in den sozialen Diensten, im Rettungsdienst oder in der Verwaltung tätig sind.




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