Wahrung des mittelalterlichen Brauchtums und Heimatpflege haben sich die Mitglieder des Vereins Leucoreadorf Bystrica auf die Fahnen geschrieben. Foto: Verein

Wahrung des mittelalterlichen Brauchtums und Heimatpflege haben sich die Mitglieder des Vereins Leucoreadorf Bystrica auf die Fahnen geschrieben. Foto: Verein

25.05.2018

Der Verein bespielt zu Luthers Hochzeit den neu gestalteten Schlosshof

Brauchtums- und Heimatpflege mit dem „Leucoreadorf Bystrica“

Wittenberg (wg). „Wir haben uns 2012 aus Anlass des Jubiläums 650 Jahre Piesteritz in ‚Leucoreadorf Bystrica’ umbenannt, um zu zeigen, dass wir uns mit unserem Ortsteil identifizieren“, berichtet der Vereinsvorsitzende Dirk Hanisch im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. Bystrica ist der historische Name des Ortes Piesteritz und die Bezeichnung Leucoreadorf ergibt sich aus der Tatsache, dass Piesteritz einst als Universitätsdorf der Wittenberger Leucorea abgabepflichtig war. 

Gegründet worden war der Verein 2005 als „Wittenberger Bürgerwehr“, der wiederum aus der Ersten Großen Wittenberger Karnevalsgesellschaft hervorging. Schon ein Jahr darauf bezog er sein Domizil in der Weststraße in Piesteritz. „Wir haben mit einem Raum angefangen, mittlerweile haben wir das ganze Haus gemietet“, so Hanisch. 

Es entstand ein großer Tanzraum und auch die Jugendband „Bonesetter“ probt regelmäßig im Objekt. 

Von 2006 bis 2017 bespielte der Verein zum Stadtfest „Luthers Hochzeit“ die Mittelstraße, in diesem Jahr erstmals den neu gestalteten Schlosshof, die Wittenberg Marketing GmbH als Veranstalter hatte angefragt. „Das ist für uns eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen“, betont Hainich, „denn neue Aufgaben setzen neue Ideen frei, der Ortswechsel bringt neuen Schwung.“ 

Die Mitglieder des Vereins wollen auf dem Schlosshof eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen, die zum Verweilen einlädt: „Hier wird man in Ruhe essen und trinken und das Kulturprogramm genießen können.“ Alte Gewerke wie Schmiede, Böttcher, Besenbinder, Lederer, Bogenbauer und Schuster sowie die Händler ziehen alle von der Mittelstraße auf den Schlosshof um, ebenso der beliebte Badezuber und die Taverne. 

Für die musikalische Unterhaltung und Gaukelei sorgen „Sagax Furor“, „Forzarello“ und „Opus Furore“. Es gibt jede Menge historische Kinderspiele wie Brettspiele, Standkegeln, Ringe- und Hufeisenwerfen. Am Freitag um 21 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr führt die Dance Company Bystrica temperamentvolle Tänze des einfachen Volkes auf.

Ein weiterer Höhepunkt ist am Samstag von 19 bis 21 Uhr die „Mittelalterliche Tafeley mit Musik, Speis, Trank, Spiel und Gaukeley“. Angeboten wird ein Sechs-Gänge-Menü für 60 Personen, angelehnt an mittelalterliche Speisen, es gibt noch einige freie Plätze zum Preis von 20,18 Euro pro Person, Interessenten melden sich unter Tel.: 0160/939 09 637 bei Dirk Hainich. Welche Speisen aufgetafelt werden, wird nicht verraten, außer, dass man wie damals mit den Händen essen muss. Ab 22 Uhr sind die Fanfarenzüge aus Wittenberg und Bretten zu Gast. Im großen historischen Festumzug ist der Verein Leucoreadorf Bystrica im 12. Bild „Lieferanten des Klosters“ zu finden, denn Piesteritz als Universitätsdorf war zu Frondiensten und Abgaben verpflichtet. 

2017 war der Verein während der Sommermonate auf dem großen Konfi-Camp im Norden der Stadt präsent, gab Workshops für historische Tänze und hatte einen kleinen Marktplatz aufgebaut. „In diesem Jahr sind wir wieder dabei, auch wenn das Camp kleiner ausfällt, wir freuen uns darauf“, berichtet Hainich. Der Verein trat im vergangenen Jahr zum Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentages auf den Elbwiesen auf, zweimal auf der Bühne auf dem Markt und er gestaltete die Eröffnungsszene des vierten Wittenberger Abends auf der großen Bühne auf der Schlosswiese. „2017 war ein stressiges Jahr, aber angenehmer Stress, den man sich gerne antut“, resümiert der Vorsitzende, „in Wittenberg herrschte eine tolle Atmosphäre und wir sind stolz darauf, dass wir ein Teil davon waren.“ 

Der Verein hat sich voller Begeisterung der Wahrung des mittelalterlichen Brauchtums und Heimatpflege verschreiben, präsent ist er nicht nur beim Stadtfest „Luthers Hochzeit“, sondern auch in der Region – so beim Laurentiusmarkt in Coswig, beim Margarethenfest in Bad Schmiedeberg, beim Reformationsfest und beim Weihnachtsmarkt der Vereine in Wittenberg und natürlich beim Sommerfest in der Piesteritzer Werkssiedlung. 

Dance Company Bystrica

Aktuell hat der Verein 70 Mitglieder, mit 40 Kindern und Jugendlichen ist der Anteil des Nachwuchses sehr groß. „Wir wollen der Jugend mehr Verantwortung übertragen, denn sie sollen später in unsere Fußstapfen treten und das Vereinsleben fortführen“, sagt Hainich. Mit Antonia Reisbach ist zudem eine Jugendliche, die auch Gründungsmitglied ist, im Vereinsvorstand vertreten. 

Neben Brauchtum und Heimatpflege wird im Verein auch der Tanzsport groß geschrieben, es gibt drei Kindertanzgruppen, eine Jugendtanzgruppe und eine Erwachsenentanzgruppe, die sich zur Dance Company Bystrica zusammengeschlossen haben. Während sich die Erwachsenen ausschließlich mit historischen Tänzen befassen, widmet sich der Nachwuchs auch dem Modern Dance, wobei die Kinder und Jugendlichen sehr erfolgreich an Turnieren wie dem „Thüringer Löwe“ in Rudolstadt teilnehmen. 2014, 2015 und 2016 hat der Verein offene Tanzwettbewerbe in der Lutherstadt mit überregionaler Resonanz veranstaltet, 2019 ist der vierte geplant.




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